DEI in Griechenland erhöht Strompreise

2. September 2019 / Aufrufe: 424
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In Griechenland gab die Öffentliche Elektrizitätsgesellschaft ab dem 01 September 2019 geltende Erhöhungen ihrer Tarife für elektrischen Strom bekannt.

Ein in Griechenland im Regierungsanzeiger veröffentlichter Beschluss des Staatssekretärs im Ministerium für Umwelt und Energie (YPEN), Gerasimos Thomas, sieht eine Senkung der sogenannten Abgasemissionsreduzierungs-Sonderabgabe (ETMEAR) um 25% für die Haushaltsverbraucher und um 35% für die übrigen Konsumenten vor.

Die Senkung der ETMEAR zusammen mit der Senkung der MwSt. auf den elektrischen Strom sind die beiden Maßnahmen, welche die von dem Vorstand der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) am Freitag (30 August 2019) genehmigten Erhöhungen bei den Tarifen des Unternehmens ausgleichen sollen.

Griechenland will regenerative Energiequellen noch mehr vorantreiben

Wie von dem YPEN bekannt gegeben wurde, gilt mit dem besagten Beschluss:

  1. Für die Jahre 2019 und 2020 (und mit Geltung ab dem 01 Januar 2019) wurde der Basispreis auf 17 Euro/MWh bestimmt. Dies impliziert eine Senkung der ETMEAR um 25% für die Haushaltsverbraucher und um 35% für die übrigen Niederspannungs-Konsumenten.
  2. Ebenfalls werden die Sätze ermäßigter Preise für die energieintensive Industrie festgesetzt, während die Verbraucher landwirtschaftlicher Nutzung ihre bisherigen Rabatte beibehalten.

Es wird unterstrichen, dass die Sicherstellung der Tragfähigkeit des Sonderfonds für Erneuerbare Energiequellen (EE) und Hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung / – Verbunderzeugung (HEKWK) berücksichtigt worden ist.

Zu diesem Thema erklärte Gerasimos Thomas im Parlament, „die neuen, niedrigeren ETMEAR-Belastungen haben keine negativen Auswirkungen auf die EE-Erzeuger. Der EE-Fonds wird weiterhin Überschüsse haben. Die Politik der Regierung ist, im Energie-Mix des Landes mittels einer Reihe von Aktionen und Initiativen die EE mehr zu forcieren.

Anstatt Entlastungen sehen Griechenlands Bürger Strompreiserhöhungen

Die ab Sonntag, dem 01 September 2019 in Griechenland für den Haushaltsverbrauch geltenden neuen Tarife der DEI sind:

  • Für einen Verbrauch von bis zu 2.000 Kilowattstunden je 4 Monate anstatt bisher 0,0946 fortan 0,11058 Euro pro Kilowattstunde.
  • Ab 2.000 Kilowattstunden und mehr anstatt bisher 0,10252 fortan 0,11936 Euro pro Kilowattstunde.
  • Für den Nachtstrom gestaltet sich der Preis von bisher 0,0661 auf fortan 0,07895 Euro pro Kilowattstunde.
  • Die Grundgebühr (je 4 Monate) für einen einphasigen Anschluss gestaltet sich von 1,52 auf 1,69 Euro, für einen Dreiphasen- / Starkstrom-Anschluss von 4,80 auf 5,32 Euro und für den Nachtstrom von 2,00 auf ?? Euro. Die Angleichungen bei den Grundgebühren werden ebenfalls durch die Senkungen der MwSt. und der ETMEAR ausgeglichen.

Mit dem selben Beschluss des Vorstands der DEI wird der Skonto für pünktlich ihre Rechnungen bezahlende Kunden von 10% auf 5% gekürzt, ab dem 01 November 2019 eine Emissions-Klausel mit bis auf weiteres keinerlei Auswirkung eingeführt und ein Nachlass von 50% auf den bezuschussten Teil des Stromtarifs für „Personen mit besonderen Bedürfnissen“ (AMEA) etabliert, die von einer maschinellen Unterstützung abhängig sind und einen Anspruch auf den sogenannten Sozialen Haushaltstarif (KOT) haben.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die kurzfristig beschlossenen Tariferhöhungen der DEI dazu beitragen sollen, den drohenden Konkurs der überschuldeten Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft Griechenlands abzuwenden.

(Quelle: naftemporiki.gr)

  1. kokkinos vrachos
    5. September 2019, 10:32 | #1

    Moin und Kalimera, 2017 haben griechische Medien berichtet, daß die Energiekosten für die Haushalte Griechenlands in den letzten zehn Jahren um satte 157% anstiegen – dies ist die höchste europaweite Steigerung. Seit Beginn der Krise im Jahr 2010 bis zum ersten Halbjahr 2016 stiegen die Energiekosten um 49%.

    Bislang ist der griechische Staat mit einem Anteil von 51 Prozent Mehrheitseigner des größten Energie-Versorgers im Land. Das Gesetz zum Verkauf eines Drittels der DEI wurde im Sommer 2013 vom Parlament gebilligt. DEI wickelt 99,5% der Energie ab, die Unternehmen und Haushalten zur Verfügung gestellt wird.

    Nach drei Privatisierungswellen und Lizenzvergaben bis 2009 verlor DEI bereits über 250.000 Kunden an andere Energieversorgern. 2004 machte DEI noch einen Nettogewinn 560 Millionen Euro. Misswirtschaft und Klientelismus sorgten in den letzten Jahren für hohe Verluste und Schulden.

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