Griechenlands „Schlüssel“ für den Herbst 2019

21. August 2019 / Aufrufe: 225
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Welche Faktoren in den kommenden Monaten die Wirtschaft Griechenlands maßgeblich beeinflussen werden.

Die Aufhebung der in Griechenland noch verbliebenen Kapitalverkehrskontrollen, die Tilgung des „teuren“ IWF-Kredits und die Steigerung der Positionierungen der inländischen Banken in Staatsanleihen sind gut, die Schlüssel für die Psychologie und die Wirtschaft des Landes sind jedoch andere.

Wenn die Experten Recht haben, wird der Wachstumsrhythmus der griechischen Wirtschaft im 2. Halbjahr 2019 höher sein als in der ersten Hälfte des Jahres. Der Hauptgrund ist das Paket der Wahlkampfleistungen, das den Betrag von 1 Mrd. Euro für Renten und Sozialleistungen und die Senkungen der MwSt. bei Gütern, Elektrizität usw. umfasste, und sekundär in einem viel kleineren Grad die Verbesserung der Psychologie mit dem Wechsel der Regierung.

Internationale Entwicklungen geben bereits zu denken

Aus diesen Gründen wird erwartet, dass Griechenlands Wachstumsrhythmus für das ganze Jahr 2% erreichen und vielleicht übersteigen wird. All dies sind jedoch Einschätzungen und das, was zählt, ist das finale Ergebnis. Das Bild des internationalen finanzwirtschaftlichen Umfelds gibt bereits zu denken. Der Rückgang der Börsenwerte und der Absturz der Renditen der staatlichen Anleihen bereiten auf eine weitere Verlangsamung der Weltwirtschaft im nächsten Halbjahr vor.

Hinter all diesem befinden sich der Handelskrieg USA – China, der sich zu einem Währungskrieg entwickeln könnte, der niedrige Wachstumsrhythmus in der Eurozone und die Gefahr einer Rezession in Deutschland und Italien, der ungeregelte Brexit und die Lage in Argentinien, die laut den Analysten die Schwellenmärkte beeinflusst.

All das stimmt. Es stimmt jedoch auch der Hinweis, das Griechenland noch Karten in seinem Ärmel hat, welche die gute Psychologie auf dem Markt bis Ende des Jahres 2019 aufrecht erhalten und vielleicht stärken könnten. Wie bekannt ist, sind dies die Aufhebung der Kapitalkontrollen (capital controls) im September 2019, die sich verzögert habende Tilgung des „teuren“ IWF-Kredits und das grüne Licht des ESM zur Steigerung der Positionierungen der inländischen Banken in griechische Staatsanleihen.

Aktivität und die positive Voreinstellung der europäischen Gläubiger gegenüber den Anliegen Athens sind jedoch andere.

Haushaltsplan 2020 und Banken als maßgebliche „Schlüssel“

Der erste „Schlüssel“ sind der Haushaltsplan für das Jahr 2020 und die Schließung der Anhängigkeiten aus den vorherigen Besuchen der europäischen Institutionen. Griechenlands neue Regierung ist aufgerufen, sich mit den Institutionen über die Maßnahmen zu einigen, die der Haushaltsplan mit dem Ziel umfasst, einerseits die Vorgabe für den Primärüberschuss zu erreichen und andererseits einen Teil der vor den Wahlen ausgelobten Steuererleichterungen zu realisieren. Es wird keine einfache Gleichung sein, weil der Haushaltsplan für 2020 mit Maßnahmen aus dem zweiten Halbjahr 2019 „belastet“ sein wird, die ab Anfang 2020 zur Umsetzung kommen werden.

Der zweite „Schlüssel“ sind Griechenlands Banken. Wenn der institutionelle Plan des EFSF und des griechischen Finanzministeriums bezüglich der „roten Kredite“ in Höhe von 15 – 20 Mrd. Euro unter der Anleitung der JP Morgan voranschreitet, wird dies zweifellos eine positive Entwicklung sein. Die Landschaft wird sich jedoch nicht ändern. Die griechischen Banken werden sich in den kommenden Monaten sehr viel aggressiver zu bewegen haben um eine Reduzierungen der nicht bedienten Engagements zu erreichen, damit sie die (Finanz-) Märkte beeindrucken.

Unserer bescheidenen Meinung nach werden der Haushaltsplan 2020 und die Banken die beiden „Schlüssel“ für die Psychologie und im weiteren Sinn die Wirtschaft in den kommenden Monaten sein. Die erwartete Aufhebung der Kapitalkontrollen, die Tilgung des teuren IWF-Kredits usw. werden ebenfalls eine positive Auswirkung auf die Psychologie haben, jedoch mehr unterstützend wirken.

(Quelle: euro2day.gr)

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