Griechenland verbietet „Kleingedrucktes“ in Kfz-Policen

25. August 2019 / Aufrufe: 2
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In Griechenland untersagte der Oberste Gerichtshof den Versicherungsgesellschaften, kritische Vertragsklauseln im sogenannten Kleingedruckten zu verstecken.

Der Oberste Gerichtshof (Areopag) in Griechenland schritt in Zusammenhang mit den Fahrzeug-Versicherungspolicen zu einem „Meilenstein-Urteil“.

Konkreter verpflichtet der Areopag mit seinem Urteil die Versicherungsgesellschaften, ihre Kunden genau über die in ihren Verträgen enthaltenen kritischen Bedingungen zu informieren und diese nicht mit „Kleingedrucktem“ zu verstecken.

Fast unlesbare Klausel ist missbräuchlich und nichtig

In diesem Sinn wurde im verhandelten Fall die Klausel für missbräuchlich und nichtig befunden, die vorsieht, dass im Fall des Führens des Fahrzeugs durch einen Fahrer im Alter von unter 25 Jahren die Eigenschäden des Fahrzeugs von der Deckung ausgenommen sind. Laut dem Gericht war es dem Fahrzeugeigentümer fast unmöglich, die besagte Klausel zu lesen, da sie am unteren Rand der ersten Seite der Versicherungspolice in sehr kleiner Schrift („Kleingedrucktes“) und sehr viel kleiner als der übrige Text formuliert war.

Es sei angemerkt, dass besagtes Urteil von der 4. Zivilkammer des Areopags erging und sich auf einen 23-jährigen Pkw-Fahrer bezieht, der aus eigener Schuldhaftigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und gegen eine Einfriedungsmauer prallte. Aus dem Aufprall erlitt sein Fahrzeug ernsthafte Schäden, für deren Behebung er etliches Geld aufwendete. Die Versicherungsgesellschaft weigerte sich, die Ausgaben für die Reparatur des Fahrzeugs zu decken und berief sich auf die Klausel des zwischen ihnen abgeschlossenen Versicherungsvertrags, laut der „im Fall eines eingetretenen Unfalls die Gesellschaft von jeder Haftung ihrerseits für die Zahlung einer Entschädigung befreit wird, wenn das versicherte Fahrzeug von einem Fahrer geführt wird, der sein 25. Lebensjahrs nicht vollendet hat„.

Der 23-Jährige rief die Justiz an und beantragte mit seiner Klage, dass die Gesellschaft verpflichtet wird, ihm als Entschädigung (wegen Eintritts des Versicherungsrisikos) den Betrag von 13.436,338 zuzüglich der Zinsen zu zahlen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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