Auslandskonten werden für Griechenlands Sparer uninteressant

13. August 2019 / Aufrufe: 295
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Mit der völligen Aufhebung der Kapitalkontrollen in Griechenland besteht zumindest für private Kleinanleger kaum noch ein Grund, Auslandskonten zu führen.

In spätestens anderthalb Monaten werden in Griechenland die im Sommer 2015 verhängten Kapitalverkehrskontrollen der Geschichte angehören. Die Aufhebung der letzten Beschränkungen steht vor der Tür, und dies bringt von sich allein eine Reihe von Entwicklungen in der Wirtschaft ins Rollen.

Grundsätzlich wird speziell für als kleine oder mittlere einzustufende Anleger ein Argument zur Führung von Sparkonten im Ausland hinfällig, da die „Emigration“ der Gelder von sich allein kostspielig ist. Ganz klar ausgenommen sind dagegen alle, die berufliche oder andere Gründe haben, ihr Geld im Ausland zu haben (z. B. Studium, Gesundheit usw.) – sogar auch zu dem Preis zusätzlicher Kontoführungs- / Verwaltungsgebühren.

Kontoführungsgebühren und Negativzinsen

Laut einer Reportage von Euro2day.gr sind bei Banken des Vereinigten Königreichs und Luxemburgs ab ungefähr 2009, als die Griechen massenweise Einlagen bei ausländischen Banken zu eröffnen begannen, bis heute Änderungen bei der Tarifpolitik eingetreten, und zwar spezieller bei dem Part der Verwaltungskosten und natürlich auch der Zinsen.

Wenn beispielsweise bei einer großen internationalen Bank in Großbritannien das Konto in Euro geführt wird, erhält der Anleger nicht nur keinen Zinssatz, sondern bezahlt die Bank obendrein! Spezieller wird der private Anleger wegen negativer Euro-Zinssätze mit zusätzlichen Ausgaben belastet. Für einen Betrag von über 100.000 Euro belaufen diese Kosten sich auf 50 Euro im Monat! Für höhere Beträge steigen die Kosten auf gestaffelter Basis noch mehr.

Besser sind die „News“ für die gewissermaßen kleineren Anleger, die – bis auf weiteres – unter Schutz stehen. Für Einlagen von insgesamt bis 99.999 Euro nimmt die Kosten der negativen Zinssätze die Bank auf sich (was sie in den letzten 3 Jahren unabhängig von dem Betrag für alle tat), womit der Anleger den minimal 50 Euro im Monat „entgeht“.

Ein anderer zu berücksichtigender signifikanter Parameter ist das „Kleingedruckte“ bei den Verwaltungskosten. Sowohl in England als auch in Luxemburg – welche Märkte das griechische Sparerpublikum hauptsächlich interessieren – gibt es Kontoführungs- / Verwaltungskosten, wenn die Gesamtbeziehung zu der Bank unter 200.000 Euro liegt. Die von all denen, deren Gesamtbeziehung unter 200.000 Euro liegt, zu zahlende „Pönale“ ist überhaupt nicht unbedeutend. Im Durchschnitt bewegt sie sich bei 1.500 – 1.800 Euro im Jahr!

Banker rechnen mit einer Welle rückfließenden Kapitals

Es sei klargestellt, dass die „Gesamtbeziehung“ sich nicht nur auf das Sparkonto in Euro, sondern auch auf eventuelle andere Währungen bezieht, in denen der Anleger ein Konto führt, wie beispielsweise (in Euro ausgedrückt) Dollar oder Pfund, sowie auch auf seine jedweden Festgeldanlagen oder Investitionsoptionen (einschließlich der Investment-Fonds, strukturierten Produkte u. a.).

Sowohl die obigen aufzeigenden Kosten als auch die gebotenen Zinssätze auf die Termineinlagen (auf dem griechischen Markt sind sie mit Abstand viel höher) schaffen in Kombination mit der Verbesserung des Vertrauens einen fruchtbaren Boden für die Rückkehr der Gelder in … ihre Heimat. Diverse Gelder kommen bereits, obwohl auch die Banker eine große „Welle“ der Rückkehr im September – Oktober 2019 erwarten.

In diese Richtung positiv ist auch die Botschaft der Griechischen Bank anlässlich der letzten offiziellen Angaben, auf deren Basis im Juni 2019 die Guthaben – und zwar sogar nur von Privatpersonen – um zusätzlich 1 Mrd. Euro anstiegen (es gibt keine offizielle Differenzierung, wie viel davon aus dem Ausland kommt).

(Quelle: euro2day.gr, Autorin: Lily Spyropoulou)

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