Fallen bei Kurzzeitvermietungen in Griechenland

21. Juli 2019 / Aufrufe: 703

Was bei Kurzzeitvermietungen von Immobilien in Griechenland zu berücksichtigen ist.

In Griechenland wurden von der „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) mittels elektronischer Recherchen mehr als 20.000 Wohnungen ausfindig gemacht, die von ihren Eigentümern nicht in dem speziellen Register für Immobilien registriert worden sind, die mittels einschlägiger Internet-Plattformen zur Kurzzeit-Vermietung angeboten werden.

Die AADE wird von den elektronischen Plattformen die Daten der Eigentümer der Immobilien verlangen, damit sie zur Verhängung der vorgesehenen Geldstrafen schreitet, die bis zu 5.000 Euro erreichen.

Pauschale Besteuerung von Mieteinnahmen in Griechenland

Die Deklaration in Griechenland über Internet-Plattformen (wie Airbnb, booking, homeaway usw.) vermieteter Immobilien in einem speziellen elektronischen Register sowie auch die Deklaration einschlägiger Einkommens ist obligatorisch. Einkommen aus Kurzzeitvernietungen werden mit den gestaffelten Steuersätzen für Mieteinnahmen besteuert, also:

  • mit 15 % für ein Einkommen von bis zu 12.000 Euro,
  • mit 35 % für den Einkommensteil ab 12.001 bis 35.000 Euro und
  • mit 45 % für den Einkommensteil ab 35.001 und mehr.

Bis heute wurden in dem Register der AADE über 70.000 Kurzzeitvermietungs-Immobilien angemeldet. Alle, die erwischt werden, ihre Immobilien nicht gemeldet zu haben, werden sich mit der Verhängung von Geldstrafen in Höhe von jeweils bis zu 5.000 Euro konfrontiert sehen.

Demnächst wird die AADE über die Daten zu Zahlungen per Überweisungen, Karten usw. von Plattformen für die Kunden mit griechischer Steuer-ID verfügen, die dann mit deren Einkommensteuererklärungen abgeglichen werden. Werden in diesem Rahmen verheimlichte Einkommen ausfindig gemacht, werden die Betroffenen aufgefordert werden, die vorgesehenen Geldstrafen zu zahlen.

Fragen und Antworten zu Kurzzeit(ver)mietungen in Griechenland

• Wann wird die Vermietung einer Immobilie in Griechenland als Kurzzeitmietung im Rahmen der Sharing Economy definiert?

Es handelt sich um Immobilienmietungen, die mittels digitaler Plattformen für eine konkrete zeitliche Dauer von unter einem Jahr abgeschlossen werden, wenn keine anderen Leistungen außer des Aufenthalts und der Bereitstellung von Bettwäsche erbracht werden.

Speziell für den Fall der „Kurzzeit(ver)mietung“ verstehen sich als „digitale Plattformen“ jene, die spezielle „Werkzeuge“ zum elektronischen Abschluss der (Ver-) Mietung bereitstellen und sich nicht nur auf die Präsentation der Immobilie beschränken.

Eventuell privat und nicht mittels einer Plattform abgeschlossene Kurzvermietungen fallen folglich nicht unter die konkreten Bestimmungen und werden als gemeine zivilrechtliche Mietungen behandelt, außer wenn sie von Folge- / Nebenleistungen (z. B. Frühstück) begleitet sind, womit sie dann als unternehmerische Aktivität behandelt werden.

• Muss sich jemand in dem Kurzmietungs-Register anmelden, wenn er seine Immobilie per Kurzzeitmietung vermietet, dies jedoch nicht mittels digitaler Plattformen macht?

Nein. In der Praxis werden diese Mietungen mit einer sogenannten „Meldung von Angaben zur Mietung immobilen Vermögens“ deklariert.

• Gelten außer der zeitlichen Dauer von unter einem Jahr und der ausschließlichen Bereitstellung von Bettwäsche andere Einschränkungen?

Nein, außer wenn sie in Zukunft mit einem gemeinsamen Beschluss der Minister für Finanzen und Entwicklung, Wirtschaft und Tourismus gesetzt werden.

• Unterliegt das Einkommen aus einer Kurzzeitvermietung der Mehrwertsteuer?

Nein.

(Quelle: capital.gr, Auszug, Autor: Spyros Dimitrelis)

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