Griechenland ist Export-Schlusslicht der EU

20. Juni 2019 / Aufrufe: 98

Im Vergleich zu den übrigen Mitgliedstaaten der EU verzeichnete Griechenland seit 2010 bis heute den geringsten Anstieg seiner Exporte.

In keinem anderen Mitgliedsland der EU stiegen die Exporte in den letzten 9 Jahren so wenig wie in Griechenland an. Laut den von dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) zusammengetragenen Daten betrug in Griechenland der Anstieg der Exporte seit 2010 bis einschließlich März 2019 nur 6,8%.

Um genau zu sein befand Griechenland sich einmal in einer besseren Position: 2013 waren seine Exporte im Vergleich zu den Niveaus des Jahres 2010 um 13,1% höher, aber auch im Jahr 2014 lagen sie immer noch um 8,8% höher.

Verlust von Märkten unf Gefahr einer „Import-Penetration“

Nach der Krise des Jahres 2015 und den verhängten Kapitalverkehrskontrollen war der Rückgang jedoch heftig. Im Jahr 2016 befanden die Exporte sich auf 86,4% des Niveaus von 2010, und seitdem … steigen sie in der Bemühung, einfach nur wieder ihre älteren (Krisen-) Niveaus zu erlangen. Und dies trotz einer zwischenzeitlichen Fülle an Vorbedingungen und strukturellen Reformen. Trotz der Massakrierung der Löhne und der Deflation, welche die griechische Wirtschaft und Gesellschaft erlebte.

Die Eurostat-Angaben bestätigen das von der Europäischen Kommission geschlagene „Alarmglöckchen“ bezüglich eines kontinuierlichen Verlust ausländischer Märkte in den letzten Jahren. Und dies, weil die übrigen Staaten ihre Exporte mit einem schnelleren Rhythmus entwickeln. Somit existiert nunmehr auch eine andere Gefahr: jene der massenhaften Importe, bezüglich derer ebenfalls viele Warnungen laut geworden waren.

Trotz des relativ geringen Anstiegs des BIP und des schwachen privaten Konsums bleibt der Wert der Importe doppelt so hoch, da Griechenlands Exporte in den letzten Jahren nicht genug stimuliert wurden. Somit beeinflusst jedweder Anstieg der Importe die Handelsbilanz negativ.

Griechenlands Aufschwung ist langsam und keinesfalls sicher

Laut den selben Eurostat-Angaben zeigt sich als Resultat noch eine andere Gefahr: jene der Ausweitung des „Lochs“ in der Handelsbilanz. Griechenlands Handelsbilanz-Defizit erreichte im ersten Quartal 2019 rund 7,6 Milliarden Euro, gegenüber 7,1 Milliarden Euro vor einem Jahr. Dem Wert nach ist es das drittgrößte in der EU. Hinsichtlich des Ausmaßes des Problems liegen noch zwei Staaten mit sehr großen „Größen“ vor ihm: Die Rede ist von Spanien mit einem Defizit von 10,7 Mrd. Euro und Frankreich mit einem Defizit von 26,7 Mrd. Euro.

In Irland, sprich einem Land mit einer Bevölkerung, die jener Griechenlands entspricht, jedoch mit einem völlig unterschiedlichen wirtschaftlichen Verlauf, wurde dagegen im ersten Quartal ein Überschuss von 13,4 Mrd. Euro verzeichnet. In Portugal wiederum, mit dem Griechenland gewöhnlich verglichen wird, sank das Defizit auf 4,8 Mrd. Euro, gegenüber 5 Mrd. Euro vor einem Jahr.

Die Angaben über die Handelsergebnisse Griechenlands im Verhältnis zu den anderen Mitgliedstaaten der EU ergänzen das Bild, welches die Bekanntgabe einer Reihe wirtschaftlicher Indizes durch Elstat hervorruft. Sie geben das „Knirschen“ bei Umsätzen, Preisen und Konsum wieder und bestätigen somit, dass der Aufschwung langsam ist, jedoch keinesfall sichergestellt worden ist.

(Quelle: capital.gr, Autor: Dimitra Kadda)

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