Mittelschicht watschte Griechenlands Regierung ab

31. Mai 2019 / Aufrufe: 418

Anstatt all jene zu stützen, die in Griechenland die blutigen Überschüsse bestritten, wählte die SYRIZA, Geld an die Rentner zu verteilen!

Die Analyse des Ergebnisses der in Griechenland am 26 Mai 2019 durchgeführten Europawahlen befindet sich erst am Anfang und wir werden noch viel lesen und hören. Jedoch stellen wir mit Kummer fest, dass man bei der SYRIZA nicht nur nicht den gegen sie entstandenen Tsunami bemerkte, sondern immer noch nicht zu interpretieren vermag, was sie in die Wahlniederlage führte.

Das Schlimmste von allem ist, dass sie auf die Bürger wütend sind, die gegen sie stimmten und ihnen damit die Botschaft schickten. Man begriff nicht, was die unvergessliche Melina Mercouri einst zu Andreas Papandreou gesagt hatte: „Herr Präsident, man mag uns nicht.

Griechenlands Regierungsfunktionäre verweigerten sich der Realität

Und die Wahrheit ist, dass diese SYRIZA, so wie sie sich gestaltet hatte, den Vielen nicht gefiel, obwohl sie sich an diese wenden wollte. Demzufolge hatte sie nicht einfach nur eine strategische Niederlage, sondern eine Strategieniederlage. Anstatt sich also über die Bürger zu erzürnen und aufeinander einzustechen, sollen sie sich hinsetzen und sehen, was schuld war. Ihre große Niederlage als Gelegenheit sehen, sich zu entscheiden, was sie letztendlich die SYRIZA „am Tag danach“ zu sein wünschen. Ob sie also wirklich den Raum der Sozialdemokratie einnehmen oder bei gestrigen Obsessionen bleiben wollen. Ob sie eine patriotische Zentrums-Linke oder aber eine Linke werden wollen, die mit ihren Entscheidungen zeigt, nicht an das zu glauben, was die Mehrheit der Griechen als signifikant betrachtet.

Mir ist in frischer Erinnerung, dass in diversen Diskussionen, die ich bei TV-Sendern mit Funktionären der SYRIZA hatte und zu ihnen über den Schaden sprach, den sie aus dem Thema mit Skopje und seiner von ihnen erfolgten Handhabung in Nordgriechenland politisch erleiden werden, diese zeigten, sich auf einem anderen Planeten zu befinden. Ich erinnere mich charakteristisch an den Europa-Abgeordneten der SYRIZA, Dimitris Papadimoulis, wie er mit überflüssiger Arroganz behauptete, „ich war in Makedonien und sage Ihnen, dass das Volk die Vereinbarung unterstützt„! Nun will der – im übrigen sehr geschwätzige – stellvertretende Parlamentspräsident, dass ich glaube, er werde den Mut haben, sich in Selbstkritik zu üben.

Ich vermag viele solcher Geschehnisse aufzuzählen, die zeigten, dass die SYRIZA strategische Fehler beging und dabei alltäglich all jene von sich entfernte, die an sie glaubten und sicherlich nicht zu dem einmal existierenden harten Kern der 3% – 4% gehörten. Verantwortungen trägt sogar auch die SYRIZA als Partei, die bei dem gesamten Prozedere inexistent war. Charakteristisch sind ihre Entscheidungen in vielen Kommunen, aber auch, dass an dem Tag, an dem Premierminister Alexis Tsipras seine zentrale politische Rede hielt, viele Kandidaten der SYRIZA ihre eigenen Versammlungen abhielten!

Wer in Griechenland die Mittelschicht verliert, verliert auch die Wahlen

Was man in der SYRIZA – wie auch ihre Vorgänger – jedoch nicht begriff, ist, dass wer die Mittelschicht verliert, auch die Wahlen verliert. Das selbe erlitt die Regierung Samaras – Venizelos, das selbe erlitt nun auch die Regierung unter Alexis Tsipras.

Sie erzielten unter Tränen und Schmerz blutige Super-Überschüsse, die hauptsächlich von der mit den steuerlichen Lasten in die Knie gezwungenen Mittelschicht kamen. Anstatt jedoch jene zu stützen, die in den Memorandums-Jahren die Last stemmten, wählten sie den leichten Weg, indem sie Geld an die Rentner verteilten und auf … sichere Positionen setzten, die aber alles andere als dies waren. Hätten sie die politische Geschichte Griechenlands gelesen, hätten sie aus dem Malheur des unvergesslichen Georgios Ralli im Jahr 1981 gelernt, als er in einer verzweifelten Bemühung, den mit Schwung kommenden Aufstieg der PASOK zu verhindern, Schecks an die Bauern verteilte.

Für Tränen ist es bei der SYRIZA nun zu spät. Sosehr auch die Memoranden die Mittelschicht auslöschen wollten, schickte diese ihre große Botschaft. Was die ND betrifft, gewann sie die gewünschte erste Halbzeit. Und wenn Kyriakos Mitsotakis all das, was er nach dem Ergebnis der Europawahlen des 26 Mai 2019 über Vaterland, Solidarität, Stützung der Schwachen und Vielen und Bescheidenheit sagte, wirklich meint, werden die Bürger ihm auch bei den nationalen Wahlen am 07 Juli 2018 ihr Vertrauen geben. Es reicht, dass er dies in die Praxis umsetzt. Weil manche, die (mittlerweile) … Kostüme anprobieren, Anderes im Sinn haben.

(Quelle: dimokratianews.gr, Autor: Nikos Eleftheroglou)

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