Airbnb-Blase in Griechenland verliert Luft

20. Mai 2019 / Aufrufe: 397
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Bei den Erträgen aus in Griechenland zur Kurzzeitmietung angebotener Unterkünfte wurde ein signifikanter Rückgang verzeichnet.

Die Erträge aus den Kurzzeitvermietungen von Wohnungen in Griechenland, bei denen – wegen des Marktanteils – jene dominieren, die mittels der amerikanischen Plattform Airbnb erfolgen, befinden sich im Fall.

Im Gegensatz zu der „goldenen“ Airbnb-Ära, sprich im Wesentlichen im Zeitraum 2010 – 2013, wo alle, die sich auf den konkreten Markt begaben, gutes Geld verdienten, sind also heute wegen des kontinuierlich ansteigenden Angebots von Unterkünften die Gewinnspannen signifikant gesunken.

Erträge aus Kurzzeitvermietungen in Griechenland sinken

Im selben Moment wird eingeschätzt, dass die Gegebenheiten sich noch mehr ändern werden, wenn in Griechenland mit der Umsetzung des neuen steuerlichen Rahmens für die Kurzzeitvermietung begonnen wird. Letzterer ist seit 2016 geschaffen, jedoch bis heute nie aktiviert worden, da der Erlass des erforderlichen Ministerialbeschlusses der Minister für Wirtschaft und Entwicklung, Finanzen und Tourismus immer noch anhängig ist.

Einer jüngeren Untersuchung der ICAP-Direktion für Finanzen Branchenstudien zufolge stehen die Einnahmen der Wohnungseigentümer schon jetzt unter Druck, wobei sich sowohl die Auslastungen als auch die Übernachtungspreise rückläufig bewegen, während sich im selben Moment die Anzahl der in Griechenland für Kurzzeitmietungen angebotener Immobilien weiterhin ansteigend bewegt. Die ICAP prognostiziert auf Basis ökonometrischer Muster, dass die Einnahmen aus Kurzzeitvermietung in den drei Jahren 2019 – 2012 kleine jährliche Änderungen zeigen werden.

Die große Konkurrenz und das gestiegene Angebot auf den Plattformen Airbnb, Booking und HomeAway hatten zum Ergebnis, dass der Durchschnittswert der Einnahmen aus den Kurzzeitvermietungen im Jahr 2018 einen Absturz um 28% und der durchschnittliche Übernachtungspreis der Immobilien einen Rückgang um 17% verzeichnete. Auch den Auslastungsfaktor – also wie viele Tage jede Wohnung oder jedes Haus vermietet letztendlich wird – berücksichtigend, sank das durchschnittliche Einkommen je Immobilie im vergangenen Jahr auf 58,20 Euro pro Tag, wogegen es Ende 2017 noch 80,70 Euro betrug.

Explosion der „Sharing Economy“ in Griechenland

Im selben Moment mag im Vergleich zum Jahr 2017 der Umsatz aus den Kurzzeitvermietungen um 25% auf 1,9 Mrd. Euro gestärkt worden sein, das Thema ist jedoch die Höhe des finalen Nettogewinns, den der Eigentümer verdiente. Laut den Experten kann der Betrag, den der Vermieter einnimmt, letztendlich nicht veranschlagt werden, wobei er je nach Gebiet variiert. Trotz allem wird aus dem sprunghaften Anstieg der Anzahl der sich im System befindenden Unterkünfte der rückläufige Verlauf der Erträge verständlich, also der Umstand, dass der finale Gewinn geringer ist, während der für seine Erzielung erforderliche Zeitraum größer ist.

Außerdem waren laut einer jüngeren Studie des Zentrums für Planung und Wirtschaftsforschung (KEPE) im Jahr 2010, als die Aktivität der Kurzzeitvermietung in Erscheinung zu treten begann, in ganz Griechenland gerade einmal einige zehntausend Unterkünfte verfügbar! Im Jahr 2018 schoss jedoch die Anzahl der zur Kurzzeitmietung verfügbaren Unterkünfte auf mehr als 126.000 hoch.

Beispielsweise gab es 2010 in der Region Attika gerade einmal 54 verfügbare Unterkünfte, deren Anzahl 2015 auf über 6.700 angestiegen war und sich 2018 verfünffachte (Angaben aus dem Juni). Im Bezirk Zentralmakedonien wiederum, also im Wesentlichen in Thessaloniki, gab es 2010 gerade einmal … 3 Airbnb-Unterkünfte, deren Anzahl heute 13.500 übersteigt! Entsprechend schossen auch auf der Insel Kreta die 21 per Kurzzeitmietung verfügbaren Häuser auf ungefähr 21.800 im Jahr 2018 hoch.

Gleichzeitig wird das Angebot mit dutzenden Bürogebäuden gespeist, die zu möblierten Fremdenzimmern umgewandelt werden. Deswegen führen Marktfaktoren an, der konkrete Sektor der Sharing-Wirtschaft könne mit der Börsenblase des Jahres 1999 verglichen werden, wo eine Minderheit von Investoren einen schnellen Gewinn sicherzustellen fertigbrachte, während eine große Anzahl der übrigen Investoren „eingekapselt“ wurde, ohne jemals zu schaffen, die von ihnen investierten Gelder wiederzuerlangen.

Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen

In Griechenland sieht die – bisher inaktive – Bestimmung aus dem Jahr 2016 Folgendes vor:

  • Das Verbot der Kurzzeitvermietung von mehr als zwei Immobilien je Steuer-ID.
  • Die Vermietung jeder Immobilie darf je Kalenderjahr 90 Tage und für Inseln mit einer Bevölkerung von weniger als 10.000 Einwohnern 60 Tage nicht überschreiten.
    Wenn jedoch das Gesamteinkommen des Vermieters oder Untervermieters aus der Gesamtheit der von ihm verwerteten Immobilien 12.000 Euro (während des laufenden Kalenderjahrs) nicht übersteigt, kann die Vermietungsdauer erhöht werden.

Im selben Moment bleibt abgesehen von der obigen Bestimmungen abzuwarten, ob auch Beschränkungen bezüglich der jeweiligen Anzahl der Tage (sprich Dauer) einer Kurzeitmietung auferlegt werden.

Was gilt im Ausland? Einer jüngeren Studie der Hotelkammer Athen zufolge sehen die ergriffenen Maßnahme die Verhängung eines „Limiters“ bei der Anzahl der Übernachtungen und die Festsetzung konkreter Spezifikationen vor. Beispielsweise sind in Paris nur bis zu 90 und 120 Übernachtungen gestattet, wenn es sich – entsprechend – um eine Haupt- oder Zweitwohnung handelt. In Belgien, England und Island wurde der „Begrenzer“ auf drei Monaten gesetzt, während in Spanien, Holland und Kanada die erlaubten Übernachtungen 30 nicht zu überschreiten haben.

Weiter ist bei der Mehrheit der Länder (unter Ausnahme von Großbritannien) die Einschreibung in ein Register erforderlich, wobei (häufig) auch das Vorliegen von Hygiene- und Brandschutz-Bescheinigungen gefordert wird.

(Quelle: capital.gr, Autor: Dimitris Delevegkos)

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