Warum Griechenlands Unternehmer nicht investieren

19. März 2019 / Aufrufe: 181
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Allem voran die Überbesteuerung und weniger Finanzierungsschwierigkeiten halten Griechenlands Unternehmer davon ab, signifikante Investitionen zu tätigen.

Die hohe Besteuerung und die von der langjährigen Krise hervorgerufene Zurückhaltung halten in Griechenland die Investitionen zurück und die inländischen Unternehmen trotz der signifikanten Verbesserung des Gewinnverlaufs, den die langfristige „Diät“ bei den Kosten brachte, auf einer Bahn „sanften“ Wachstums.

Das ist die grundlegende Schlussfolgerung der jährlichen Erhebung, welche die Grant Thornton durchführt und die verfügbaren Wirtschaftsfakten von 8.000 Unternehmen aus 92 Wirtschaftszweigen für den Zeitraum 2011 – 2017 analysiert. Die besagten Angaben werden in der Studie mit den Erwartungen der Unternehmer für die kommenden 12 Monate in Zusammenhang mit der Entwicklung von Umsätzen, Gewinnverlauf, Investitionen und Beschäftigung in Beziehung gesetzt.

Griechenlands Unternehmer reinvestieren nur 4% der Umsätze

Die Untersuchung stellt fest, dass grundlegende Überlebensstrategie der griechischen Unternehmen in den Jahren der Krise die Senkung bei den Kosten darstellte. Gleichzeitig schafften etliche Unternehmen, sich auf neue Aktivitäten fokussierend ihr unternehmerisches Modell zu ändern. Die Reduzierung bei den Kosten hatte zum Ergebnis, dass der Gewinnverlauf der Firmen des Musters 2017 zu einer Stunde um 16% anstieg, wo die Umsätze gerade einmal um 4% zunahmen. Eine Umsatzsteigerung erzielten während des selben Geschäftsjahrs 6 von 10 Unternehmen des Musters. Von diesen wiederum schafften 4, diese auch zu einer Verbesserung ihres Betriebsgewinns umzuwandeln.

Die vorstehenden Ergebnisse stimmen die Unternehmer bezüglich ihrer zukünftigen Aktivitäten optimistisch. Ungefähr 60% des Musters glauben, während der kommenden 12 Monate zu schaffen, sowohl die Einnahmen als auch den Gewinnverlauf ihres Unternehmens zu verbessern. Trotz allem zeigen die Unternehmer sich zurückhaltend, ihre Arbeitsplätze und die Löhne zu erhöhen, wobei sie das bisherige Wachstum von Umsätzen und Gewinnverlauf für noch nicht ausreichend halten. Laut der Untersuchung fokussieren die griechischen Unternehmen sich weiterhin auf die Einschränkung der Kosten und halten sich darin zurück, Kapital für Betriebs- oder Investitionszwecke einzusetzen.

Aus der Untersuchung geht hervor, dass gerade einmal 4% der Umsätze reinvestiert werden, was sich im Wesentlichen auf die Erhaltung der bestehenden Produktionsausstattung zu beziehen scheint. Die selbe Tendenz scheint auch für die kommenden 12 Monate vorzuherrschen, da 8 von 10 griechischen Unternehmern antworteten, nicht vorzuhaben, zu signifikanten Investitionen zu schreiten, wobei von diesen gerade einmal 5 von 10 die besagte Zurückhaltung auf eine Schwierigkeit bei der Finanzierungsfindung zurückführen. Die Finanzierungsfindung scheint also strategisch entweder wie Wenigen, die Investitionen planen, oder all jene zu beschäftigen, die ein Überlebensproblem haben.

In Griechenland fließen 60% der Unternehmensgewinne in Steuern

Die Mehrheit der inländischen Unternehmer (laut der Erhebung 7 von 10) stimmen der Feststellung zu, die hohe Besteuerung stelle ein grundlegendes Wachstumshindernis dar. Grant Thornton zufolge ist die vorstehende Feststellung nicht willkürlich, da aus dem Studium der Bilanzdaten festgestellt wird, dass 60% der Gesamtgewinne in Steuern fließen.

Zusätzlich ist wegen der geringen Größe des Marktes und der Menge der sehr kleinen und mittleren Unternehmen die steuerliche Belastung besonders unverhältnismäßig verteilt. Gerade einmal 10% der – großen – Unternehmen werden mit 88% der Steuern des letzten Geschäftsjahrs belastet.

Konstantes Kapital und introvertiertes Wachstum

Die nach Steuern verbleibenden Gewinne sind nicht fähig, neue Investitionen zu finanzieren. Parallel stellte die Untersuchung fest, dass keine signifikanten Beträge neuen Kapitals – entweder von den Aktionären / Teilhabern oder aus externen Quellen – in die Unternehmen fließen. Das (eigene und fremde) Gesamtkapital der Unternehmen des Musters stieg 2017 um gerade einmal 0,6% an, bei einem Netto-Anstieg der Kreditaufnahme um 0,9%. Praktisch blieb es also unverändert.

Daraus wird gefolgert, dass die Unternehmen gelernt haben, unter Bedingungen mangelnder Finanzierung zu funktionieren. Charakteristisch ist, dass nur eins von zehn Unternehmen unter Nutzung neuer Finanzierungsquellen zu wachsen plant. Die Mehrheit (ungefähr 7 von 10) plant dagegen introvertierte Wachstumsstrategien, wie die Verbesserung interner Prozesse (Marketing-Aktionen, Optimierung interner Abläufe, Kredit-Refinanzierung, digitale Umgestaltung).

Eindruck ruft der Umstand hervor, dass im Gegensatz zu dem internationalen Trend die „digitale Transformation“ für die griechischen Unternehmer keine signifikante Priorität darstellt, da sie von gerade einmal 11% der Befragten angeführt wird. Gleichzeitig setzen nur 3 von 10 Investitionsstrategien für ihr Wachstum als Priorität. Also Strategien, welche die Entwicklung neuer Produkte, an- und Aufkäufe, Auffindung einer neuen Finanzierung und Investition in spezialisiertes Personal umfassen.

Gelegenheiten zur Investition in dynamische Firmen

Der Gegensatz zwischen den Gelegenheiten und der die inländischen Unternehmer beherrschenden Zurückhaltung vergrößert sich aus der Feststellung der Untersuchung, dass die sich dynamisch entwickelnden Firmen auch die größten Investitionsgelegenheiten darstellen, da sie einen Anziehungs-Pol für signifikante Kapitalbeträge darstellen können.

Die Ergebnisse der Analyse historischer Fakten bewertend folgert die Untersuchung, 6 von 10 Unternehmen könnten Kapitalbeträge von bis zu 48 Mrd. Euro schöpfen. Es handelt sich hauptsächlich um dynamische wachsende Unternehmen, die Kapital im Betrag von 34 Mrd. Euro zu schöpfen vermögen. Die sich nicht entwickelnden Unternehmen zeigen dagegen Finanzierungsbedürfnisse, die sich auf 16 Mrd. Euro belaufen. Diese Bedürfnisse übersteigen ihre Möglichkeit zur Kapitalschöpfung, die sich auf 14 Mrd. Euro beläuft.

Der vorstehende Kontrast ist stellvertretend für die gegensätzlichen Kräfte, die den Rahmen des griechischen Unternehmertums bilden. Die Firmen mit Wachstumsdynamik erzielten 2017 einen Anstieg ihrer Umsätze um 12% und ihres Gewinnverlaufs um 17%. Zusätzlich steigerten sie ihr Eigenkapital um 9% und stellten darüber hinaus eine Kreditfinanzierung um 5% sicher. Dagegen sanken bei den Unternehmen, die unabhängig von ihrer finanziellen Gesundheit einer Entwicklung entbehren, sowohl ihre Umsätze als auch ihre Betriebsgewinne um entsprechend 2% und 14%. Parallel sanken sowohl ihr Eigenkapital als auch ihre Kreditaufnahme um entsprechend 9% und 3%, was zum Resultat, dass sie ihre Liquidität noch mehr komprimierten.

Für die neuen Investitionen hemmend wirken die chronischen strukturellen Probleme, wie die Bürokratie und der gesetzliche und regulative Rahmen. Parallel verursacht Nachdenklichkeit, dass 7 von 10 bezüglich der Entwicklung des inländischen wirtschaftlichen Umfelds nicht optimistisch sind.

Schließlich ergibt sich, dass die Unternehmen weiterhin auf Basis traditioneller Praktiken betrieben werden, ohne ihre Firmenkultur zu modernisieren. Die Firmenführung rangiert in der Agenda der Unternehmen niedrig (9 von 10 Unternehmern halten den Angleichungsgrad der Unternehmen an die Firmenführungs-Prinzipien für niedrig), während Innovation und Investition in Human-Kapital nicht als ihre Prioritäten hervorgehoben werden.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: Christos Kitsios)

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