Horrende Mobildaten-Tarife in Griechenland

1. März 2019 / Aufrufe: 338
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Bei den Kosten der Datenübertragung per Mobilfunk zählt Griechenland zu den teuersten Ländern der Europäischen Union.

Laut dem am 25 Februar 2019 bekannt gegebenen letzten Bericht der Europäischen Kommission „Mobile Data Prices in Europe“ zählt Griechenland zusammen mit Zypern, Tschechien und Slowakei zu den teuersten Ländern der Europäischen Union. In dem Bericht sind die Angebote jeweils zwei der drei größten Mobilfunk-Provider in jedem Land umfasst.

Es sei angemerkt, dass in Griechenland die Preise sowohl mit der sogenannten Mobiltelefonie-Abgabe (die analog zur Höhe der Rechnung ab 12% beginnt und bis zu 20% erreicht) als auch dem Höchstsatz der Mehrwertsteuer (24%) belastet werden.

Griechenland hat höchste Mobildaten-Tarife der EU

Zusätzlich werden in besagter Studie die Preise bei konkreten Paketen verglichen, während die Kunden der Gesellschaften in ganz Europa, die komplexere Pakete (z. B. Festnetz-, Mobiltelefonie und Pay-TV) von dem selben Provider bevorzugen, in den Genuss niedrigerer Preise kommen können.

Auf Basis der selben Angaben, die in diesem Monat aus den Preislisten der Provider geschöpft wurden (und auf harmonisierter Basis präsentiert werden), sind die billigsten Länder Italien, Polen, Österreich, Frankreich, Britannien und Finnland. Die Analysten der Kommission präsentieren das niedrigste Angebot je Land bei jeder Kategorie („Paket“) und vergleichen es mit dem Durchschnittswert der Europäischen Union, wobei Griechenland mit Ausnahme der ersten und niedrigsten Kategorie imposante Unterschiede (zum Teureren) zeigt.

Beispielsweise ist Griechenland bei dem Paket, das 1 GB Datenvolumen, 300 Minuten Sprechzeit und 225 SMS umfasst, mit 56,43 Euro im Monat das zweitteuerste Land in Europa, wobei der Durchschnittspreis in der EU gerade 22,32 Euro beträgt. Bei dem Paket mit 2 GB Daten, 900 Minuten Sprechzeit und 350 SMS ist Griechenland mit einem Preis von über 111 Euro das teuerste Land in der EU der 28, während der Durchschnitt in der Europäischen Union 29,87 Euro beträgt. Bei dem Paket mit 2 GB an Daten, 100 Minuten Sprechzeit und 140 SMS liegt Griechenland jedenfalls mit 23,94 Euro im Monat näher an dem EU-Durchschnittswert von 20,06 Euro.

Viel teurer als der Durchschnittswert der Europäischen Union zeigt Griechenland sich laut der selben Studie auch bei den Paketen, die nur Datenübertragung umfassen. Das billigste Paket ausschließlich für 5 GB Datentransfer kostet in Griechenland 26,21 Euro, während der EU-Durchschnittswert bei 16,02 Euro liegt. Das billigste Daten-Paket bei 10 GB kostet in Griechenland 38,12 Euro, während der Durchschnittswert der Europäischen Union bei 20,56 Euro liegt. Bei den Daten-Paketen mit 20 GB kostet in Griechenland das billigste 44,29 Euro, mit dem EU-Mittelwert bei 27,76 Euro. Zum Vergleich: Ein Paket ausschließlich für Daten und mit einem Volumen von 5 GB kostet in Italien 2,5 Euro (zufällig bietet es die „Vodafone Italia“ an …), ein Paket mit 10 GB im Monat kostet 5,06 Euro und eins mit 20 GB kostet 10,11 Euro.

In der Studie wird jedenfalls betont, dass europaweit ein Rückgang bei den Kosten der Datenübertragung über Mobilfunk-Netze verzeichnet wird.

Europas Nutzer laden im Durchschnitt fünfmal mehr Daten herunter

Vor Monaten war eine Studie der Beratergesellschaft Ovum für Rechnung des Verbands der Mobiltelefonie-Gesellschaften (EEKT) präsentiert worden, in der angeführt wurde, dass Griechenland sich in der Mitte der Preisskala in der EU befindet. Auf Basis der Berechnungen der Ovum hat auf dem griechischen Markt der durchschnittliche Nutzer vor Steuern 10,7 Euro pro Monat zu zahlen, also etwas unter dem EU-Durchschnittswert von 12,1 Euro im Monat. Nach Steuern steigt der Preis für den durchschnittlichen Mobiltelefonie-Nutzer auf 14,8 Euro im Monat, wobei der EU-Durchschnittswert bei 14,9 Euro liegt. In der EU-Mitte wird Griechenland auch auf Basis der Kosten (für den durchschnittlichen Nutzer) der SMS und GB eingeordnet.

Die Berechnungen der Ovum, auf deren Basis hervorgeht, dass der griechische Mobilfunk-Markt nahe bei dem EU-Durchschnitt liegt, erfolgten allerdings mit dem Fakt, dass die Nutzung bei dem mobilen Sprachübertragungsservice 175 Minuten im Monat erreicht, während der durchschnittliche Nutzer jeden Monat 22 SMS schickt und gerade einmal 0,33 GB an Daten herunterlädt. Dabei wurde der Durchschnittswert der vier Jahre 2014 – 2017 herangezogen, unter Projektion des selben Nutzungsprofils auf 21 andere Märkte Europas.

Das Bild über die Preise ändert sich jedenfalls, wenn das Ovum-Modell auf Basis des Profils des europäischen Durchschnittskonsumenten angewendet wird, der im Monat 153 Minuten Gesprächszeit verbraucht, 66 SMS schickt und ungefähr 1,66 GB, also im Verhältnis zu dem durchschnittlichen griechischen Mobiltelefonie-Kunden fünfmal mehr herunterlädt. Auf Basis des Profils des europäischen Kunden machen die Preise nach Steuern Griechenland zu einem der teuersten Länder der EU.

Konkret waren auf Basis des Profils des durchschnittlichen griechischen Kunden für die Periode 2014 – 2017 die gemittelten monatlichen Kosten nach Steuern 14,80 Euro, auf Basis des entsprechenden europäischen Profils verdoppeln sie sich jedoch fast auf 27,04 Euro.

(Quelle: euro2day.gr)

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