Griechenlands Eigentümer verloren Milliarden

23. März 2019 / Aufrufe: 1
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Wie viel Einkommen die Eigentümer von Immobilien in Griechenland in der Krise verloren.

Griechenlands Wirtschaft mag gewisse Anzeichen eines Wachstums zeigen, der essentielle Aufschwung vitaler Zweige von ihr, die während der Dauer der Krise in ein gnadenloses Trommelfeuer gerieten, lässt jedoch weiter auf sich warten.

Das charakteristischste ist das Beispiel des Markts für Immobilien und der Einkommen, die diese ihren Eigentümern bieten.

Der Absturz der Mieteinnahmen in Griechenland

Die Fakten über die Größe der Einkommen, welche die Immobilieneigentümer während der Jahre der Krise verloren, sind enthüllend. Gemäß der Auswertung der steuerlichen Angaben der Einkommensteuererklärungen natürlicher Personen ergibt sich Folgendes:

  • 2009 beliefen sich die von den natürlichen Personen insgesamt aus Mieteinnahmen deklarierten Einkommen auf 8,887 Mrd. Euro.
  • 2010, das praktisch das erste Jahr der Krise war, hielt das Einkommen aus Immobilien stand, da es sich auf 8,876 Mrd. Euro gestaltete und damit einen Rückgang um gerade einmal 22 Mio. Euro verzeichnete.
  • 2011 bekommt das Einkommen aus Immobilien die erste schallende Ohrfeige verpasst. Es gestaltete sich auf 7,983 Mrd. Euro und verzeichnete damit im Verhältnis zum Vorjahr einen Rückgang um 894 Mio. Euro.
  • 2012, im schlimmsten Jahr der Krise, stürzt das Einkommen aus Immobilien auf 6,866 Mrd. Euro ab. Es verzeichnet also einen Rückgang der Größenordnung von 1,1 Mrd. Euro.
  • 2013 geht der Rückgang der Einkommen aus Mieten weiter und gestaltet sich auf 6,229 Mrd. Euro. Es handelt sich um einen Rückgang der Größenordnung von 637 Mrd. Euro.
  • 2014 wird eine Verlangsamung des Rückgangs verzeichnet, da das Gesamteinkommen aus Mieten um 145 Mio. Euro auf 6,084 Mrd. Euro sinkt.
  • 2015 setzt der Rückgang sich fort und gestaltet sich auf 6,052 Mrd. Euro (Rückgang um 32 Mio. Euro).
  • 2016 wird für das erste Jahr eine Erholung der Einkommen aus Mieten verzeichnet, da es sich auf 6,107 Mrd. Euro (Anstieg um 55 Mio. Euro).

Für 2017 sind die Angaben noch nicht bekannt geworden, die Informationen aus dem Finanzministerium sprechen jedoch von einem neuen Anstieg der Einkommen aus Mieten, aber wieder in einem beschränkten Grad. Mit dem Rhythmus, mit dem die Einnahmen aus Immobilien steigen, wird es Faktoren der Steuerverwaltung zufolge wenigstens eines Jahrzehnts bedürfen, damit sie die Niveaus vor der Krise tangieren.

Immobilien in Griechenland als Melkkuh des Fiskus

Der von den Immobilieneigentümern deklarierte Rückgang der Einkommen war Resultat der Krise, die den Markt traf und zum Rückgang der Nachfrage nach Anmietungen hauptsächlich bei Gewerbeimmobilien führte. Die Kombination der Krise auf dem Immobilienmarkt, aber auch der Erhöhung der Immobilienbesteuerung war für den Einsturz der Einkommen der Eigentümer katalytisch. Spezieller wurde die sogenannte „Abzocke“ auf die Immobilien (EETIDE) eingeführt, die sich in Kombination mit der Großgrundbesitz-Steuer zur ENFIA weiterentwickelte. Die in Griechenland speziell in den letzten 4 Jahren auf die Immobilien verhängten neuen steuerlichen Belastungen sind folgende:

  • Es wurden die Sätze der Solidaritätsabgabe erhöht, wobei der Höchstsatz von 2,8% auf 10% anstieg.
  • Es wurden die Steuersätze für das Einkommen aus Mieten erhöht. Der Satz für ein Einkommen bis 12.000 Euro stieg von 11% auf 15%, für ein Einkommen ab 12.000 bis 35.000 Euro von 33% auf 35% und für ein Einkommen von über 35.000 Euro von 33% auf 45%.
  • Es wurde eine Steuer auf Wohnungs-Kurzzeitmietungen (z. B. Airbnb) verhängt.
  • Es wurden die Sätze der Zusatz-ENFIA von 0,1% bis 1% auf bis zu 1,15% erhöht, jedoch beginnt die Erhebung dieser (Zusatz-) Steuer ab einem niedrigeren Wert, da der Steuerfreibetrag von 300.000 auf 200.000 Euro sinkt.
  • Es wurden die Steuersätze zur Feststellung der ENFIA auf die Grundstücke erhöht.
  • Es wurde die Zusatz-ENFIA für die juristischen Personen von 5 auf 5,5 Promille erhöht.

Der Vollständigkeit halber sei ausdrücklich angemerkt, dass Einnahmen aus Mieten bzw. allgemein Einkommen aus Immobilien in Griechenland „pauschal“ (sprich unabhängig von dem Gesamteinkommen) und ohne jeglichen Freibetrag ab dem ersten Euro besteuert werden!

(Quelle: capital.gr, Autor: Spyros Dimitrelis)

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