Griechenlands Banken sind unersättlich

9. März 2019 / Aufrufe: 351
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Die Banken in Griechenland beschlossen, im Rahmen der Nutzung ihrer Geldautomaten die Konsumenten noch unverschämter abzocken.

Informationen zufolge haben die griechischen Banken beschlossen, die derzeit in Griechenland für die Nutzung der Geldautomaten (ATM) anderer Banken geltenden einheitlichen DIAS-Gebühren abzuschaffen und eine jeweils eigene Gebührenpolitik zu befolgen.

Dies bedeutet happige Erhöhungen bei den Provisionen, die bis zu 2,50 – 3,00 Euro erreichen können, wenn ein ATM einer anderen Bank als jener benutzt wird, welche die Karte ausgegeben hat.

Banken in Griechenland untersuchen „alternative“ Gebührenmodelle

Bisher waren die griechischen Banken zu einem „Memorandum“ bezüglich der Nutzung des ATM-Netzes gelangt, wobei sie eine einheitliche Gebührenpolitik vereinbarten, die analog zu der Bank und dem Betrag der Abhebung folgende Provisionen ab 1,30 bis 2,20 Euro umfasst:

Bank Eurobank Alpha Bank Nationalbank Piräus Bank
Abhebungs-Provision (€) 1,60 1,50 – 1,65 1,30 – 1,60 1,40 – 2,20

Da jedoch die Spielräume der Banken zur Erwirtschaftung von Gewinnen unter erstickendem Druck stehen, beschlossen die 25 Mitgliedsbanken der DIAS Interbanking Systems SA, die Vereinbarung zu „brechen“ und fortan jede ihre eigenen Gebühren zu erheben, die von der Größe des von ihnen unterhaltenen ATM-Netzes, aber von auch ihrem jeweiligen Betriebs- / Geschäftsmodell abhängen.

In die selbe Richtung bewegte sich auch schon die Erhebung einer Provision für Abhebungen mittels ausländischer Karten (direct access fee), die im Sommer 2018 die griechischen Banken durchsetzten und seitdem den Nutzern von Karten wie der Revolut oder N26 für jede Barabhebung 2 – 3 Euro zu berechnen begannen. (Anmerkung: Diese Praxis wurde praktisch von allen Banken adoptiert und bald auf alle im Ausland ausgestellten Karten ausgeweitet.)

Entsprechende Provisionen gelten auch für Abhebungen mit einer Karte griechischer Institute / Banken, die jedoch über kein eigenes ATM-Netz verfügen, wie beispielsweise Viva Wallet und die Praxia Bank. In diesem Zusammenhang sei betont, dass auf Basis des europäischen Rechts die Belastungen für diese Abhebungen in der gesamten Eurozone einheitlich sind.

Um ihre Kunden von diesen „happigen“ Provisionen zu befreien, untersuchen diese Institute, aber auch die systemischen Banken alternative Gebührenmodelle, wie beispielsweise eine monatliche Grundgebühr, die für ihre Kunden eine konkrete Anzahl an Abhebungen von ATM anderer Banken abdeckt.

ATM-Netz bringt Griechenlands Banken weiterhin Gewinne

Quellen der Bankbranche enthüllen jedenfalls gegenüber insider.gr, das ATM-Netz, gleich wie groß – oder abgelegen – es auch sei, bringe den griechischen Banken weiterhin Gewinne.

Die Betriebskosten hängen davon ab, ob ein Bankautomat sich innerhalb einer Filiale befindet oder „unabhängig“ (off site ATM) ist, da im letzteren Fall die Kosten seiner Beschickung höher sind. Was jedoch auf jeden Fall über die Gewinnspielräume entscheidet, ist, wie viele ATM eine Bank an Premium-Standorten – wie beispielsweise in urbanen Einkaufszentren großer Städte – hat. Die Banken tragen eine „Schlacht“ um diese Standorte aus und versuchen gleichzeitig, ihr Netz in der Peripherie / Provinz, speziell in den Grenz- und Inselgebieten, zu schrumpfen.

Letzteres ist jedoch nicht immer möglich, da sie politischen und anderen Druck erfahren, weil der Zugang der Einwohner zu Bargeld von fundamentaler Bedeutung für die ebenmäßige Funktion einer Gemeinde ist. Das größte ATM-Netz hat derzeit die Piräus Bank, da sie das Netz der Agrarbank integriert hat, aber auch die Nationalbank, die selbst in den entlegensten Gebieten Griechenlands Filialen unterhält.

(Quelle: insider.gr)

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