Griechenland durchschreitet barfuß Dornen

25. März 2019 / Aufrufe: 227
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Der Weg der Wirtschaft Griechenlands ist mit Schlaglöchern übersät und es besteht die Gefahr, in einem von diesen stecken zu bleiben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jedoch kann die Hoffnung nicht die Aktivität substituieren. Die Politiker mögen sagen was sie sollen, mit dem heutigen Verstand sind die Aussichten jedoch nicht gut.

Ein Freund pflegt zu sagen, die zwei grundlegenden Charakteristika einer erfolgreichen Wirtschaft seien die Wettbewerbsfähigkeit und das Leistungsprinzip. Griechenland ist dafür zweifellos nicht berühmt.

Griechenlands Wirtschaft erholt sich langsamer als erwartet

Ungefähr zehn Jahre nach der größten Reichtums-Vernichtung, die ein entwickeltes Land seit dem Krach im Jahr 1929 erlitt, beginnt die griechische Wirtschaft sich zu erholen, jedoch mit niedrigeren Rhythmen als erwartet. Die „Feder-Theorie“ erwies sich im Fall Griechenlands als irrig. Und dafür gibt es zweifellos Gründe.

Ein Grund ist die strenge Fiskalpolitik mit den hohen Zielvorgaben für die Primärüberschüsse über eine Reihe von Jahren. Ein anderer Grund ist der große Bestand an problematischen Krediten, der die Banken daran hindert, die Wirtschaft zu finanzieren. Diese Gründe werden jedoch höchstwahrscheinlich in den kommenden Jahren weiterhin weniger oder mehr zu bestehen fortfahren. Abgesehen davon ist offensichtlich, dass der der bei der Einschränkung der Bürokratie und der Modernisierung der Justiz erzielte Fortschritt beschränkt ist.

All diese Faktoren könnten theoretisch in einem Zeitraum von 1 – 2 Jahren eine Verbesserung zeigen und der Wirtschaftsaktivität einen Impuls verleihen. Das selbe gilt ebenfalls bei den Investitionen in Gebäude, Maschinen usw., kann jedoch nicht auch für Faktoren gesagt werden, die Griechenlands Wachstumsaussichten mittel- bis langfristig ungünstig beeinflussen.

Überalterung ist Griechenlands vielleicht signifikantestes Problem

Der vielleicht signifikanteste Faktor ist das demographische Thema. Die (Über-) Alterung der Bevölkerung Griechenlands verursacht eine Schrumpfung des Arbeitskraftpotentials, während sie die Aufwendungen für Renten und Gesundheit erhöht. Seine Lösung erfordert die Umsetzung langfristig angelegter komplexer Politiken. Die Geduld ist jedoch nicht das Hauptmerkmal der griechischen Regierungen.

Eine Lösung könnte die Aufnahme zehntausender Immigranten auf kontrollierter Basis sein. Die öffentliche Verwaltung hat jedoch bewiesen, dem nicht entsprechen zu können, während die hohe Arbeitslosenquote und die eventuellen gesellschaftlichen (Gegen-) Reaktionen es außerordentlich gefährlich machen.

Das Bildungssystem setz Griechenlands Entwicklung ebenfalls Hürden. In einer Zeit, in der die Welt in die Epoche der 4. Industrierevolution eingetreten ist, ist unser Bildungssystem gemäß den Modellen der 2. strukturiert. Vielleicht sind die meisten „Kids“ Nutzer der neuen Technologien, jedoch erwerben sie keine Fertigkeiten, die in der Epoche der 4. Industrierevolution erforderlich sind. Zusätzlich sind etliche über Fertigkeiten verfügende junge Leute mit dem Resultat ins Ausland gegangen, dass ein Mangel an qualifizierten Personal existiert und die Firmen im Land nicht das Personal finden, die sie wollen.

Der Weg der griechischen Wirtschaft ist leider mit vielen Schlaglöchern übersät. Das bedeutet nicht, dass wir wieder in eins von diesen geraten und steckenbleiben werden. Die Gefahr ist jedoch nicht unbedeutend.

(Quelle: euro2day.gr)

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