Gläubiger betreiben Griechenlands Kolonialisierung

12. März 2019 / Aufrufe: 503
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Die Empfehlungen und Forderungen der Gläubiger an Griechenland stehen in keinerlei Bezug zu den wirklichen Bedürfnissen der griechischen Wirtschaft.

Die Empfehlungen der Europäischen Kommission stehen in keinerlei Zusammenhang mit den wirklichen Bedürfnissen der griechischen Wirtschaft. Es sind Ratschläge, die nur auf die Interessen der deutschen Dampfwalze maßgeschneidert sind.

Sollte jemals jemand nach meiner persönliche Ansicht fragen, worauf der wirtschaftliche und produktive Wiederaufbau Griechenlands beruhen müsste, würde ich mit zwei großen „NICHT“ beginnen – die wahrscheinlich den Verstand der Gläubiger übersteigen, weil sie sich Griechenland in dem deutschen Europa der Zukunft einfach ganz anders vorstellen.

Neustart der griechischen Wirtschaft bedarf langfristiger Strategien

Halten wir also fest. Der Neustart der griechischen Wirtschaft darf sich NICHT nicht auf die unkontrollierte Gigantisierung des Massentourismusstroms gründen, weil die „Ankunftsrekorde“ weder Wohlstand noch Wachstums sicherstellen. Der Tourismus kann nicht die „Schwerindustrie“ eines Landes darstellen, das sich selbst respektiert und selbstverständlich einen Sättigungs- und Schmelzpunkt hat. Überschreitet man ihn, beginnt dies, Auswirkungen auf das Lebensniveau der einheimischen Einwohner zu verursachen. Und so werden die besten „Grundstücke“ des Planeten zerstört …

Und er darf sich ebenfalls NICHT auf das Märchen von den angeblichen Goldgruben-Startups gründen. Niemand ist reich geworden, weil ihm mit seiner Clique Frappé trinkend eine tolle Idee kam. Die konkrete Fabrik ist gut, damit diverse Programme europäischer Subventionen gerechtfertigt werden, weiter sogar auch, damit von ausländischen Botschaften und unternehmerischen Pools eine Elite junger Wissenschaftler mit kreativen Unruhen rekrutiert wird. Damit also der Braindrain verstärkt wird! Es ist jedoch keine Methode, damit die griechische Jugend ein Einkommen „innerhalb der Mauern“ sicherstellt.

Die Entwicklung Griechenlands in der post-memorandischen Period müsste sich auf stabilere und langfristige Strategien gründen, die mit der Nutzung seiner sogenannten komparativen Vorteile zu tun haben. Stärkung der primären Produktion, der Landwirtschaft, der biologischen Hydrokultur und Viehzucht mit Export-Orientierung. Hohe Normierungs- und Marketing-Spezifikationen für die einzigartigen Produkte der griechischen Erde. Internationale Verteidigung und Ausweitung der (geschützten) „Herkunftsbezeichnungs“-Marken. Und – natürlich – Anziehung wirklich produktiver kapitalintensiver Investitionen auf dem Sektor der Industrie und Verarbeitung mittels signifikanter steuerlicher Anreize.

Griechenland verfügt nach wie vor über eine signifikante Industrie

Die griechische Industrie existiert auch heute, den Zeiten und den auslandsunterwürfigen Regierungen zum Trotz, die es drauf anlegten, sie zu vernichten. Es mag Ihnen nicht bekannt sein, aber es ist ein griechischer Industriebetrieb mit Sitz in Kilkis, der hochmoderne Aufzüge in mehr als 100 Länder des Planeten exportiert. Griechisch ist ebenfalls die Firma, die Nachtsichtsensoren und -geräte exportiert und Streitkräfte hochentwickelter Länder beliefert. Auf griechischem Boden ist die Papastratos-Fabrik aktiv, welche die E-Zigaretten neuer Technologie produziert. Griechisch ist auch eine der größten Firmen für Vaporisierungs-Produkte. Und so weiter und so fort.

Eine Grundlage besteht folglich. Es existiert aber kein Wille, auf dass produktive Investitionen im Land entwickelt werden. Und die Gläubiger sind jene, die Griechenland von einem Autarkie-Wirtschaftsmodell wegdrängen, es in den Niedergang der ihnen dienenden Kolonialisierung führend. Sehen Sie beispielsweise die Einwände, welche die Euro-Priester der Kommission bezüglich Griechenlands „Nichtbeachtung“ der Konvergenz-Reformprogramme erheben. Sie werden in einem viele Seiten umfassenden Bericht über die „Makroökonomischen Ungleichgewichte“ beschrieben, der – angeblich – die Verzögerungen und die Misserfolge Griechenlands auf Investitionsbereichen „erster Reihe“ wiedergibt. Also keinerlei Zusammenhang mit den wirklichen Bedürfnissen der Wirtschaft.

Ratschläge, die auf den Geschmack der deutschen „Dampfmaschine“ maßgeschneidert sind, die noch mehr Tafelsilber abstauben will. Und Ideen verschiedener „durchgeknallter“ Euro-Kommissare, die meinen, die Viehzucht abschaffen zu müssen, weil angeblich von den … Fürzen der Tiere das Ozonloch größer wird. Die Tadel sind auf das bekannte Troparion gegründet: „Griechenland unterstütz nicht die Innovation für Forschung und Neuerungen per Erleichterung der Start-Ups … . Es hinkt bei Themen ‚grüner‘ Wirtschaft nach. Es hat niedrige Quoten bei den erneuerbaren Energiequellen. Es braucht ein besseres Management in der Verwaltung von Wasserressourcen. Es benötigt auch weitere Infrastruktur- und Straßenbauprojekte, weil touristischen Gebiete ungenutzt bleiben. Es braucht Investitionsaktionen in heruntergekommenen Bezirken von Athen, Piräus und Thessaloniki …

Zweite und finale Phase der Kolonialisierung Griechenlands

Wollen Sie eine simple Übersetzung? Bitteschön: „Macht das thessalische Land, welches das Herz der Agrarproduktion ist, zu einem unendlichen Metallreflektor, damit die Deutschen Panels exportieren. Gebt die (Wasserwerke Athen / Priräus – Thessaloniki) EYDAP und EYATH für ein Butterbrot an … Ausländer ab, die mehr von Management verstehen. Stellt auf jedem Hügel und Inselfelsen europäische Windgeneratoren auf, damit Ihr teuren Strom bekommt und Euch die Deutschen die umweltverschmutzenden Braunkohlekraftwerke wegschnappen, die jedoch billiger produzieren. Baut auch mit ausländischen Konsortien weitere Straßen und erhöht die Mautgebühren (als ob das Problem des Landes das Nichtvorhandensein einer ‚Verkehrsachse Karpenisi – Kymi‘ sei).“ (Mal ehrlich, wo haben sie den gefunden? Und welche Idioten bezahlt der europäische Steuerzahler, damit sie solche schönen Dinge schreiben?)

Wenn Sie zu all diesem auch den jüngsten Bericht … post-memorandischer Bewertung der Europäischen Kommission hinzufügen, der unumwunden besagt, die rückwirkenden Erstattungen 1 sind aus neuen Lohn- und Rentenkürzungen zu finanzieren, wir müssen mit dem Verkauf der DEI 2, sogar auch des OAKA 3 (!) fertig werden, die 120 Raten 4 seien abzuschaffen, es sollen nur … Steuerbeamte eingestellt und endlich die MwSt. auf den Inseln 5 angehoben werden, damit wenigstens bis 2022 Primärüberschüsse von 3,5% aufrecht erhalten werden können, werden Sie verstehen, wohin es geht.

Mit solchen Rezepten wird Griechenland kein Vorankommen sehen. Nur die zweite und finale Phase der griechischen Euro-Kolonialisierung.

Anmerkungen:
1 Ausgeklagte Forderungen aus illegalen Gehalts- und Rentenkürzungen
2 Öffentliche Elektrizitätsgesellschaft
3 Olympiastadion in Athen
4 Ratenzahlungsvereinbarung
5 Auf einigen Inseln noch geltende ermäßigte MwSt.-Sätze

(Quelle: dimokratianews.gr, Autor: Giorgos Charvalias)

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