Die größten Beunruhigungen der Bürger Griechenlands

21. März 2019 / Aufrufe: 345

Griechenlands Bürger wollen bessere Gesundheitsdienste und höhere Renten und urteilen, im Verhältnis zu ihren Steuern zu wenig öffentliche Leistungen zu erhalten.

Laut den Angaben der OECD scheinen für die Bürger Griechenlands die Hauptquellen zur Beunruhigung Gesundheit, Zugang zu öffentlichen Leistungen und einkommensbezogene Unterstützung im hohen Alter dar, während – wie in den meisten der an der Studie teilnehmenden Länder – auch die Griechen „ja“ zur größeren Besteuerung der Reichen sagen, damit die Armen unterstützt werden.

Die Erhebung der OECD wurde bei 22.000 Personen in 21 Ländern durchgeführt und bezog sich auf ihre Ansichten bezüglich der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedrohungen.

Bürger halten Sozialpolitik ihrer Regierungen für unzulänglich

Den Ergebnissen der besagten Studie zufolge antworteten mehr als die Hälfte der an der Untersuchung teilnehmenden Menschen positiv auf die Frage, ob die Regierungen die Reichen (obwohl keine konkrete Definition gegeben wird, wer die Reichen sind) mehr als heutzutage besteuern müssen, damit sie die Armen unterstützen. Der Anteil jener, die dem zustimmen, ist besonders hoch in Portugal und Griechenland – also zwei Ländern, die sich bemühen, aus ihrer langjährigen wirtschaftlichen Krise herauszukommen – und erreicht hier gegenüber dem bei 68% liegenden Durchschnittswert fast 80%.

Groß ist in den 21 Ländern auch die Unzufriedenheit mit den Politiken sozialer Fürsorge der Regierungen, die viele für unzulänglich halten, während im Durchschnitt gerade einmal 20% erklärten, leicht Zugang zu öffentlichen Leistungen haben zu können, wenn sie diese benötigen. Eine besondere Beunruhigung wird bezüglich des Zugangs zu einer qualitativ guten, erschwinglichen, langfristigen Pflege für die Senioren, zu Wohnraum und zu Gesundheitsdiensten zum Ausdruck gebracht, während die Bürger nicht das zu bekommen meinen, was ihnen auf Basis der von ihnen gezahlten Steuern entspräche.

70,5% der Bürger Griechenlands fürchten wirtschaftliche Probleme

Was Griechenland betrifft, erklären den Angaben der OECD zufolge fast die Hälfte der Einwohner, mehr Steuern zu zahlen bereit zu sein, damit sie Zugang zu besseren öffentlichen Gesundheitsleistungen und Renten erwerben.

Laut der OECD sind in Griechenland eine der Top-Beunruhigungen der Bürger, wie sie ihre alltäglichen Ausgaben zu bewältigen schaffen. Konkret betrachten 70,5% der Griechen die Schwierigkeit, ihre Ausgaben zu decken, als eine der drei größten kurzfristigen (für die nächsten 1 – 2 Jahre) Gefahren für sich und ihre Familien. Für den Durchschnitt der OECD-Länder gestaltet der entsprechende Anteil sich auf 47,3%.

Die beiden anderen von den Griechen empfunden größten kurzfristigen Bedrohungen sind ihre Erkrankung oder Invalidität (46,1% gegenüber durchschnittlich 54% in den 21 Ländern) und der Verlust ihrer Arbeit (42,4% gegenüber durchschnittlich 35,5%). Es folgt die Gefahr aus Gewalt oder Kriminalität (33% gegenüber durchschnittlich 34%). Viel niedriger liegen die Anteile, die sich auf die Gefahr unzureichenden Wohnraums (20,3% gegenüber durchschnittlich 27,5%), Zugang zu Betreuung oder Bildung der Kinder (28,2% gegenüber durchschnittlich 15,8%) und Zugang zu langfristiger Pflege (20,3% gegenüber 26,3%) beziehen.

Die jungen Leute wiederum beunruhigen sich über ihre Zukunftsaussichten, wobei von diesen zwei von drei in der „Top-Triade“ ihrer Beunruhigungen die Erzielung des Lebensführungs- und Bequemlichkeitsniveaus anführen, das ihre Eltern hatten.

Ebenfalls halten die Griechen den sozialen Schutz für sie als nicht effektiv, wobei nur 6% der an der Untersuchung Teilnehmenden annehmen, leicht Zugang zu öffentlichen Leistungen haben zu können, wenn sie diese benötigen. Der Aussage, Zugang zu qualitativ guten und wirtschaftlich erschwinglichen öffentlichen Gesundheitsdiensten oder qualitativ guten öffentlichen Unterbringungsleistungen zu haben, würden sogar nur ungefähr ein Viertel oder sogar noch weniger Griechen zustimmen, während gerade einmal 8% urteilen, Zugang zu qualitativ guten Beschäftigungsdiensten zu haben.

Griechen sind über Verteilung öffentlicher Leistungen verärgert

Sehr hoch ist der Anteil der mit dem Zugang zu qualitativ guten und wirtschaftlich erschwinglichen Pflegediensten Unzufriedenen (60%), während ungefähr 80% der Griechen verneinen, die Regierung die Regierung würde ihnen eine ausreichende einkommensbezogene Unterstützung gewähren, wenn sie in hohem Alter ihr Einkommen verlieren würden.

Die Griechen befinden sich ebenfalls unter den hinsichtlich der Verteilung der öffentlichen Leistung Verärgerten, wobei drei Viertel oder auch mehr urteilen, nicht den Anteil zu bekommen, der ihnen angesichts der von ihnen gezahlten Steuern entspricht. Parallel erachten sie zu einem Anteil von wenigstens 70%, die Regierung berücksichtige nicht ihre Ansichten, wenn sie die öffentlichen Leistung plant oder reformiert.

Die Frage, ob die Regierung die Reichen mehr als jetzt besteuern müsse, um die Armen zu unterstützen, beantworten wenigstens 75% der Griechen mit „ja“. Außerdem urteilen wenigstens 80% der Griechen, die Regierung müsse mehr tun, um ihr wirtschaftliches und gesellschaftliches Wohl sicherzustellen. Konkret verlangen sie mehr Investitionen für den Gesundheitssektor, wobei 48% sogar erklären, sie würden sehr gern mehr Steuern zahlen um bessere Gesundheitsdienste zu haben.

Gurria fordert Wiederherstellung des Vertrauens in den Staat

Diese (Untersuchung) ist ein Alarmglöckchen für die Gestalter der Politik„, meinte in einer Erklärung der OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría und fügte an:

Die Länder der OECD haben einige der entwickeltetsten und großzügigsten Systeme sozialen Schutzes der Welt. Sie wenden im Durchschnitt mehr als ein Fünftel ihres BIP für Sozialpolitiken auf. Jedoch empfinden viele Bürger, sich nicht völlig auf ihre Regierungen verlassen zu können, wenn sie Hilfe brauchen. Ein besseres Verständnis der zu dieser Ansicht führenden Faktoren und davon, warum die Bürger Schwierigkeiten zu haben empfinden, ist signifikant, damit der soziale Schutz effizienter und effektiver wird. Wir haben das Vertrauen in den Staat wiederherzustellen und gleiche Chancen (für alle) voranzutreiben.

(Quelle: euro2day.gr)

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