Separate Steuerbescheide in Griechenland

13. Februar 2019 / Aufrufe: 377

Eheleute und Partner eingetragener Lebensgemeinschaften erhalten in Griechenland fortan auch im Fall gemeinsamer Steuererklärungen separate Steuerbescheide.

In Griechenland wird das Finanzamt ab 2019 für Ehepaare unabhängig davon, ob sie gemeinsame oder getrennte Einkommensteuererklärungen abgeben, zwei verschiedene Steuerbescheide ausstellen.

In einem Beschluss des Leiters der sogenannten „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE), Giorgos Pitsilis, mit dem Form und Inhalt des Hauptformulars E1 bestimmt werden, lautet es diesbezüglich: „Falls die jährlichen Einkommensteuererklärungen der Eheleute für das Steuerjahr 2018 als gemeinsame Erklärungen abgegeben werden, brauchen die Eheleute nichts weiter zu unternehmen.

Getrennte Steuerbescheide auch bei gemeinsamer „Veranlagung“

Im vorstehenden Fall erfolgt eine separate Feststellung der Steuer und es ergehen zwei Steuerbescheide, also einer für jeden Ehepartner. Erstattungsbeträge des einen Ehepartners werden nicht mit eventuell geschuldeten Beträgen des anderen verrechnet, und falls beide Anspruch auf Erstattungen haben, werden diese jedem Berechtigten getrennt gezahlt.

Eheleute können jedoch jedoch nach den Bestimmungen in Fall b‘ des Par. 4 in Art. 67 des Gesetzes N. 4172/2013 gemäß dem in Beschluss A. 1017/2019 (FEK B‘ 63) des Leiters der AADE beschriebenen Prozedere auch getrennte Steuererklärungen abgeben. (Siehe auch: Vorteile separater Steuererklärungen in Griechenland)

Die Ehepartner geben eine separate Steuererklärung – jeder für seine eigenen Einkommen – ab, ohne dass eine Bekanntgabe mittels der speziellen elektronischen Anwendung erforderlich ist, sofern ihr eheliches Zusammenleben zur Zeit der Abgabe der Erklärung unterbrochen worden ist oder einer der beiden Eheleute unter Konkurs steht oder gerichtlicher Vormundschaft unterstellt worden ist. Die Beweislast bezüglich der Unterbrechung (des ehelichen Zusammenlebens) trägt der Steuerpflichtige. Obligatorische Voraussetzung stellt die Informierung der Verwaltungs- und EDV-Abteilung des zuständigen Finanzamts (DOY) über die vorstehenden Änderungen dar.

Steuerliche Gleichbehandlung „eingetragener“ Lebensgemeinschaften

Was die eine („eingetragene“) Lebensgemeinschaft eingegangenen natürlichen Personen betrifft, können diese, falls sie die Verwaltungs- und EDV-Abteilung des zuständigen Finanzamts per Änderungsdeklaration informieren, eine gemeinsame Erklärung bezüglich ihrer Einkommen abgeben.

In diesem Fall erfahren sie die selbe steuerlich Behandlung mit den Verheirateten und zur Einreichung der Steuererklärung ist der Partner der Lebensgemeinschaft verpflichtet, der bei Abgabe der Einkommensteuererklärung als auch für die Einkommen des anderen Partners der Lebensgemeinschaft als Verpflichteter deklariert wird.

(Quelle: euro2day.gr, Auszug)

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