Griechenland: Wenn der Staat sich Steuern schuldet

20. Februar 2019 / Aufrufe: 571

In Griechenland rühren Verbindlichkeiten an die Steuerverwaltung in Höhe von über 10 Milliarden Euro aus dem weiteren öffentlichen Sektor her.

Die Steuerpflichtigen in Griechenland haben fällige Verbindlichkeiten an die Steuerverwaltung, die sich insgesamt auf etwa 56% des jährlichen Inlandsprodukts (BIP) belaufen.

Zu denen, die dem Staat schulden, zählen jedoch nicht nur „Private“. Unter ihnen befindet sich auch der … Staat oder zumindest der ehemalige Staat, also vormalige oder jetzige Gesellschaften des weiteren öffentlichen Sektors.

Griechenland schuldet seiner Steuerverwaltung 10,55 Mrd. Euro

Die Angaben der „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) bezüglich der Analyse der Schuldner sind enthüllend:

  • Die Summe der fälligen Verbindlichkeiten an die Steuerverwaltung gestaltete sich Ende 2018 auf 104,36 Mrd. Euro bzw. ungefähr 56% des Bruttoinlandsprodukts.
  • Von den 104,36 Mrd. Euro sind seitens der Steuerverwaltung bereits 18,10 Mrd. Euro als nicht beitreibungsfähig charakterisiert worden. Die einschlägige Charakterisierung wird einer Schuld zugewiesen, wenn die Prüfung zur Auffindung von Vermögenswerten oder Einkommen des Schuldners vollendet worden ist und keinerlei „Einnahmequelle“ für den Fiskus ausfindig gemacht werden kann. Dieser Kategorie gehören Verbindlichkeiten bankrotter Unternehmen und natürlicher Personen an, die mittlerweile mittellos sind.
  • Die wirklichen fälligen Verbindlichkeiten der Steuerpflichtigen an die Steuerverwaltung belaufen sich auf 86,25 Mrd. Euro.
  • Von der Summe der sich auf 104,36 Mrd. Euro belaufenden fälligen Verbindlichkeiten sind 95,68 Mrd. Euro sogenannte „Altschulden“, also bis einschließlich Ende 2017 fällig gestellt geworden.
  • Von den fälligen „alten“ Verbindlichkeiten werden 30,72 Mrd. Euro von natürlichen Personen geschuldet, während die übrigen 40,75 Mrd. Euro von juristischen Personen – hauptsächlich Unternehmen – geschuldet werden.
  • Den überhaupt nicht unbedeutenden Betrag von 10,55 Mrd. Euro schulden der Steuerverwaltung öffentliche Unternehmen und Organisationen (DEKO), kommunale Unternehmen und andere staatliche Träger. Die größte Verbindlichkeit legt mit 1,7 Mrd. Euro die vormalige „Olympic Airways“ an den Tag, gefolgt von der „Hellenic Aerospace Industry“ mit einer fälligen Schuld von 593 Mio. Euro.
  • Bankrotte Unternehmen schulden dem Fiskus den Betrag von 13,5 Mrd. Euro.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in den sich auf insgesamt 104,36 Mrd. Euro belaufenden fälligen Verbindlichkeiten an die Steuerverwaltung auch 151 Mio. Euro umfasst sind, die Steuer-IDs „in Rechnung“ gestellt worden sind, die fiktiv oder „nichtig“ sind, diesen also im Rahmen des Betrugs des Fiskus durch „Umtriebige“ angelastet wurden.

(Quelle: capital.gr)

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