Griechenland bekämpft Steuerhinterziehung elektronisch

19. Februar 2019 / Aufrufe: 1
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Das Finanzministerium in Griechenland treibt Maßnahmen zur noch intensiveren elektronischen Überwachung des Geldumlaufs und Zahlungsverkehrs voran.

In Griechenland stehen Eingriffe … elektronischen Charakters vor der Tür, mit denen die Steuerhinterziehung weiter eingeschränkt und die sogenannte Steuerschöpfungs-Basis ausgeweitet werden soll.

Konkret ist das griechische Finanzministerium zur Ausarbeitung von Änderungen vgeschritten, die darauf abzielen, einen noch größeren Teil der Einkommen von Unternehmen, Freiberuflern und Selbständigen im Banksystem und im Taxisnet sichtbar zu machen.

Bargeldloser Zahlungsverkehr und „elektronische“ Rechnungen

Außerdem hatte laut den Einschätzungen unabhängiger Beobachter – wie beispielsweise der Griechischen Bank – die obligatorische Zunahme der elektronischen Zahlungsvorgänge nach der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen zum Resultat, dass die Schattenwirtschaft eingeschränkt wurde und die Einnahmen aus der MwSt. und der Einkommensteuer aus Ausübung unternehmerischer Aktivität anstiegen. In diesem Rahmen werden vorangetrieben:

Anhebung der erforderlichen Mindestausgaben (des Einkommens) per Kredit- oder Debit-Karte für die Gewährung des Steuerfreibetrags an Arbeitnehmer und Rentner. Derzeit betragen die Mindestbeträge 10% für ein Jahreseinkommen von bis zu 10.000 Euro, 15% für den Einkommensteil ab 10.000 bis 30.000 Euro und 20% für den Einkommensteil ab 30.000 Euro und mehr. Der Plan des Finanzministeriums sieht die Anhebung der einschlägigen Mindestbeträge um bis zu 50% vor. Somit wird geplant, dass sie sich auf entsprechend 15%, 20% und 25% gestalten, während nicht ausgeschlossen ist, dass es auch bei der Staffelung Eingriffe geben wird.

Inbetriebnahme der Anwendung zur Ausstellung „elektronischer“ Rechnungen auf Pilotbasis und ihre völlige Umsetzung ab 2020. Die Rechnungen werden auf elektronische Weise ausgestellt und automatisch als Einnahme in den elektronischen Büchern des Ausstellers und als Ausgabe in den elektronischen Büchern des Empfängers verbucht werden. Auf diese Weise wird im Wesentlichen die handschriftliche Verbuchung von Rechnungen abgeschafft, während in der Praxis auch die Ausstellung gefälschter Rechnungen ein Ende nehmen wird. Zusätzlich wird mit den elektronischen Rechnungen auch die Ausgabe fiktiver Rechnungen bekämpft werden, da in den Fällen, in denen von dem System eine „verdächtige“ Rechnungsstellung über hohe Hausgaben ausfindig gemacht wird, eine Steuerprüfung aktiviert werden wird.

Einschränkung der Höchstgrenze für Bargeschäfte zwischen Privatleuten und Unternehmen, oberhalb derer die Zahlung per Bankmittel obligatorisch ist. Derzeit beträgt diese Grenze 500 Euro und es ist geplant, sie auf 300 Euro oder noch niedriger zu senken.
Es sei angemerkt, dass gewerbliche Ausgaben bereits jetzt ab dem ersten Euro per Bankmittel – sprich bargeldlos – erfolgen müssen, da sie anderenfalls nicht nur nicht anerkannt werden bzw. nicht geltend gemacht werden können, sondern auch als rechtwidrig gelten.

(Quelle: capital.gr)

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