„Bittere“ Medikamente für Patienten in Griechenland

24. Februar 2019 / Aufrufe: 442

Die Patienten entrichten in Griechenland 2018 für den Kauf benötigter Medikamente fast eben so viel Geld aus eigener Tasche wie Kassen und Staat.

In Griechenland verursacht bei den Patienten der Kauf der benötigten Medikamente einen wirtschaftlichen Aderlass, da sich erweist, dass in einer Krisenzeit die Bürger aus eigener Tasche fast eben so viel wie der Staat bzw. die Kassen beisteuern um Präparate zu kaufen.

Die aus den offiziellen Aufzeichnungen hervorgehenden Beträge zeigen die Größe der Selbstbeteiligung der Patienten – einer Selbstbeteiligung, die sich nicht nur aus den analog zu der Erkrankung festgesetzten Sätzen (0%, 10% und 25%), sondern auch versteckten Belastungen ergibt, die das Geld, das die Versicherten aus eigener Tasche (zu-) zahlen müssen, sogar auch verdoppeln können.

Untergrabung der gesetzlichen Sozialversicherung in Griechenland

Besagte versteckte Belastungen können den („offiziell“) maximal bis zu 25% betragenden  Selbstbeteiligungssatz sogar auch auf 40% bis 45% hochtreiben.

Laut den Angaben, welche die IDIKA SA (sprich die staatliche Gesellschaft, welche die elektronische Ausstellung von Rezepten verwaltet), aber auch die IQVIA für das Jahr 2018 verzeichneten, zahlten die griechischen Patienten aus eigener Tasche 1,26 Mrd. Euro für:

  • die offiziellen Selbstbeteiligungen bei den Medikamenten – Präparaten, die von der Sozialversicherung nicht übernommen werden,
  • allgemeine versteckte Belastungen,
  • nicht auf ärztliches Rezept gekaufte Medikamente.

Bezeichnend ist, dass die Versicherten im Verhältnis zu dem, was der Staat / die Kassen für Medikamente entrichten (1,945 Mrd. Euro), 40% aus ihrer eigenen Tasche bezahlten – und zwar ohne einzubeziehen, dass zu der Gesamtaufwendung für Medikamente auch die Pharma-Gesellschaften entscheidend beitragen, da diese 2018 rund 990 Mio. Euro als obligatorische Nachlässe (rebate) und – mit der Überschreitung der vorab veranschlagten Ausgaben – (Zwangs-) Erstattungen (claw back) entrichteten.

Parallel wird veranschlagt, dass in Griechenland die Patienten ungefähr 255 Millionen Euro für Medikamente entrichten, die billig sind und für die sie über kein ärztliches Rezept verfügen, da es wohl vorteilhafter ist, sie direkt in der Apotheke zu bezahlen anstatt einen Arzt aufzusuchen und (minimal) weitere 10 Euro für einen „Termin“ zu bezahlen. Ebenfalls kosten die sogenannten rezeptfreien Medikamente (welche die Kassen grundsätzlich nicht – mehr – übernehmen) die Taschen der Griechen nahezu 265 Millionen Euro.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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