Versicherte in Griechenland bekommen keine Brillen

6. Januar 2019 / Aufrufe: 489

In Griechenland müssen Kassenpatienten benötigte Sehhilfen entweder aus eigener Tasche bezahlen oder bis auf weiteres darauf verzichten.

Wie der Dachverband der Optiker-Verbände Griechenlands vertritt, können die Versicherten für die Brillen oder Kontaktlinsen, auf die sie ein Recht haben, nur von Brillengeschäften entschädigt werden, die einen Vertrag mit dem sogenannten „Einheitlichen Träger für Gesundheitsleistungen“ (EOPYY) unterschrieben haben.

Der Verband warnt jedoch, die Versicherten des EOPYY werden ab dem 01 Januar 2019 hinsichtlich ihrer Deckung / Entschädigung für den Kauf von Brillen und anderen optischen Artikeln praktisch … in der Luft hängen, da landesweit gerade einmal 6 Optiker Verträge mit dem Träger eingegangen sind.

Optiker weigern sich, das öffentliche Gesundheitssystem zu subventionieren

In seiner Bekanntmachung spricht der panhellenische Dachverband der Optiker von einem Chaos auf dem Markt, für das ausschließlich der EOPYY und die Führung des Gesundheitsministerium verantwortlich seien. Laut den Vertretern der Optiker ist das neue Verfahren für Gewährung und Entschädigung der optischen Artikel per sogenannter „Zahlungsbescheinigungen“ (Voucher) auf dem Papier geblieben, da der EOPYY und das Gesundheitsministerium im August 2018 zur Änderung des Zahlungsmodus schritten, ohne dass eine endgültige Vereinbarung mit den Optikern vorausging.

Der Verband ergänzt, jeder mit dem EOPYY kontrahierende Optiker werde sich mittels der Anwendung sogenannter „claw backs“ und „rebates“ – sprich jeweils obligatorischer Erstattungen zur Deckung den fixen (Jahres-) Etat des EOPYY übersteigender Aufwendungen und obligatorischer (Mengen-) Rabatte – mit einer doppelten „Beschneidung“ seiner Gelder konfrontiert sehen und obendrein nicht einmal wissen, wie viel er letztendlich von den 100 Euro eines jeden Rezepts einnehmen wird, wie es im übrigen dauerhaft bei allen Kategorien medizinischer Berufe erfolgt, die entsprechende Verträge akzeptierten.

Griechenland verurteilt seine Kassenpatienten zu … Blindheit

Es sei in Erinnerung gerufen, dass mit dem neuen Verfahren der Berechtigte nicht mit der (derzeit maximal 100 Euro betragenden) Entschädigungssumme belastet (sprich Vorkasse leisten muss) und die Einreichung der Unterlagen durch die Berechtigten abgeschafft wird. Konkret konsultiert der Versicherte einen (dem EOPYY angeschlossenen … ) Augenarzt, der das „elektronische“ Rezept ausstellt und die Zahlungsbestätigung ausdruckt. Im weiteren Verlauf bekommt der Berechtigte in einem Optikerladen unter Vorlage des Rezepts die Brille seiner Wahl und begleicht bis zum Betrag von 100 Euro den finanziellen Gegenwert nicht (mehr) in bar, sondern mit besagter „Zahlungsbescheinigung“ (Voucher).

Die Optiker beharren allerdings auf ihren Positionen und weigern sich, mit  – wie auch bei den übrigen Leistungserbringern erfolgend – mit dem EOPYY zu kontrahieren. Damit hängen jedoch die Versicherten, die nicht wissen, ob sie letztendlich überhaupt jemals für ihren Kauf entschädigt werden, „zwischen den Stühlen“. Der Dachverband der Optiker Griechenlands verlangt jedenfalls von seiner Seite die sofortige Abschaffung des „Vouchers“ und die Wiedereinführung des vorherigen Zahlungsmodus und erklärt, alle ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen zu werden, damit das neue System geändert wird.

(Quelle: capital.gr, Autorin: Wasiliki Kourlimpini)

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