Griechenlands Energiesystem droht Blackout

13. Januar 2019 / Aufrufe: 2
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Das andauernde schlechte Wetter bringt in Griechenland das Energiesystem an die Grenzen seiner Belastbarkeit.

Wenn sich in Griechenland die Probleme bei der Versorgung der Kraftwerke mit Braunkohle fortsetzen, ist nicht sicher, dass das nationale Energieversorgungssystem der neuen Schlechtwetterwelle entsprechen können wird, und gegebenenfalls wird es außerordentlicher Maßnahmen bedürfen.

Bei den zuständigen Behörden herrscht Beunruhigung wegen der wahrscheinlichen Möglichkeit, dass das Erdgas- und Elektrizitätssystem des Landes der ab gestern erwarteten neuen Schlechtwetterwelle nicht standhält, da bei den Braunkohlekraftwerken der DEI  die Kohlevorräte schrumpfen und die Erdgaskraftwerke aufgefordert sind, das wahrscheinliche Defizit bei der Braunkohle-Stromerzeugung in einem Moment auszugleichen, wo das LNG-Terminal Revithousa über keine Erdgasvorräte verfügt und nicht sicher ist, ob die programmierten Lieferungen die Marktbedürfnisse decken können werden.

RAE droht Stromerzeugern in Griechenland mit Sanktionen

In einer Bemühung, die Situation zu handhaben, suchte und charterte die Öffentliche Gasgesellschaft (DEPA) eine außerordentliche LNG-Ladung, von der erwartet wird, dass sie am 24 Januar in Revythousa eintrifft. Im selben Moment kommt jedoch ein Beschluss der Energie-Regulierungsbehörde (RAE), der den Elektrizitätserzeugern ab dem 16 Januar 2019 die Unterhaltung von Sicherheitsvorräten auferlegt, eher um das Problem zu verstärken als es zu lösen, da er dem Markt rund 67.000 Kubikmeter Gas entziehen wird, was Einschätzungen zufolge das System in eine Alarmsituation führen wird.

Mit ihrem neuen Beschluss droht die RAE den in die Pflicht genommenen Stromerzeugern Geldstrafen für den Umstand an, nicht einem vorherigen Beschluss von ihr entsprochen zu haben, der sie verpflichtete, für fünf Tage ausreichende Sicherheitsvorräte zu unterhalten. Wie vorgestern die „Kathimerini“ enthüllte, wurden diese Vorräte nicht gemeldet, weil die DEPA nicht in der Lage war, entsprechende Erdgasmengen für ihre Kunden zu binden, und von der RAE eine Verlängerung der einschlägigen Frist bis zum 13 Februar verlangte.

Die RAE wies das Ersuchen jedoch ab und warnt unter Berufung auf die sichere Versorgung des Landes, die von der Verordnung vorgesehenen Sanktionen aktivieren zu werden, wenn ab dem 16 Januar 2019 keine Sicherheitsvorräte gebunden werden. Angesichts des Umstands, dass diese Sanktionen bis zu 10% des Umsatzes jeder Anlage erreichende Geldstrafen vorsehen, wird eingeschätzt, dass die Stromerzeuger sich sputen werden, Kontingente zu binden, was jedoch wegen der Knappheit des Systems das Effizienzproblem verstärken wird.

Kältewelle traf Griechenland ohne Energiereserven

Diese Entwicklung ist aufzeigend für die schlechte Planung der involvierten Träger, die sich auf die Vorhersagen des Verwalters des Nationalen Erdgassystems (DESFA) bezüglich der rechtzeitigen Übergabe des dritten Tanks auf Revythousa stützte, die sich jedoch nur hinsichtlich des Parts der vielbeworbenen „Einweihung“ bestätigten. Der Tank wurde erst fast einen Monat später der Nutzung übergeben, was bei der Planung bezüglich der Erdgasversorgung eine Kette von Problemen auslöste, die wiederum die hohe Nachfrage wegen des schlechten Wetters verstärkte.

So erwischte die sich über ganz Griechenland ausbreitende Polarkälte das Erdgassystem ohne Reserven. Zur Deckung der hohen Nachfrage nach elektrischer Energie in den vergangenen Tagen war es nötig, dass alle verfügbaren (Braunkohle- und Erdgas-) Kraftwerke unter Volllast arbeiten, wobei der Beitrag der Windkraftanlagen entscheidend war, die windbedingt eine hohe Leistung hatten. Das anhaltende schlechte Wetter im Gebiet von Ptolemaida wie auch der frostbedingte Nutzungsausfall der Maschinen erschwert jedoch die Förderung mit dem Resultat, dass die Braunkohlevorräte auf den Vorhöfen der Kohlekraftwerke der DEI signifikant abnahmen. Den ernsthaftesten Problemen begegnet das Dampfkraftwerk Kardia.

In einer Bemühung, die Situation zu handhaben, schränkte die DEI in den beiden vergangenen Tagen die Auslastung der Anlage ein, indem sie zwei Einheiten außer Betrieb setzte. Wenn sich jedoch die Versorgungsprobleme bei Braunkohle fortsetzen, ist nicht sicher, dass das System der neuen Schlechtwetterwelle entsprechen wird, und gegebenenfalls wird es außerordentlicher Maßnahmen bedürfen, damit Blackout-Phänomene vermieden werden. Die erste von den zuständigen Behörden untersuchte Maßnahme ist jedenfalls die Umsetzung der „Abschaltbarkeit“, also die Freigabe von Lasten seitens energieintensiver Industriebetriebe gegen Entschädigung.

(Quelle: kathimerini.gr)

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