Griechenland droht Havarie bei der zweiten Bewertung

18. Januar 2019 / Aufrufe: 527

In Griechenland vergrößert sich wegen der politischen Ungewissheit die Gefahr einer fiskalischen Entgleisung.

Die heftigen politischen Entwicklungen in Griechenland drohen, die am 14 Januar 2019 auf Ebene technischer Stäbe begonnene zweite „post-memorandische“ Bewertung durch die Gläubiger in einen Schiffbruch mitzureißen.

Die Mehrzahl der ausländischen Agenturen mag der Version der fiskalischen Entgleisung wegen einer eventuellen lang anhaltenden politischen Instabilität mit Gelassenheit begegnen, wie im Wirtschaftsstab der griechischen Regierung angemerkt wird, stellt dies jedoch keinen Grund dar, sich in falscher Zuversicht zu entspannen.

Griechenlands Schicksal steht „auf der Kippe“

Die Verzögerungen bei kritischen Erfordernissen wie beispielsweise Elliniko-Areal, Öffentliche Elektrizitätsgesellschaft (DEI), Verlängerung des Vertrags über die Abtretung des internationalen Athener Flughafens „Eleftherios Venizelos“ und die „roten“ Kredite sind dramatisch und alles zeigt, dass, wenn das Land eine gute Note zu bekommen schafft, dies marginal und mit Müh und Not geschehen wird, wobei jegliche Nachsicht der grimmigen Gläubiger auszuschöpfen nötig sein wird.

Das Thema ist kritisch, aber in der politischen Klasse, die in den parteilichen Wettbewerb vertieft ist, fehlt – wie der Markt kommentiert – die Wahrnehmung des dringlichen Charakters der Dinge. Das Ergebnis der intensiven Kontrollen wird bei der Eurogruppe des 11 März 2019 bestätigt werden, und wenn die Bewertung negativ ausfällt, wird der Schlag für Griechenland sehr schwer sein, da:

  1. die Gelder aus den (Buch-) Gewinnen der von der Europäischen Zentralbank (EZB) und den übrigen nationalen Zentralbanken gehaltenen griechischen Anleihen (die erste Rate beträgt 600 Mio. Euro) werden nicht ausgezahlt werden,
  2. es wird eine lautstarke Botschaft über ein Schwanken und Verzögerungen an die Märkte gesendet werden, die angesichts des anstehenden Marktgangs Griechenlands, um sich anfänglich mittels einer fünfjährigen Anleihe Geld mit dem Ziel zu leihen, 2 – 3 Mrd. Euro zusammenzubringen, die Entwicklungen aufmerksam beobachten.

Abgesehen von der Notwendigkeit zur Beschleunigung der (Privatisierungs-) Projekte, wie im Fall des monumentalen Elliniko-Areals, wo es lange dauern wird, bis die ersten Bagger eintreffen, und des Verkaufs der Braunkohle-Anlagen der DEI, der heftig zu einem ewigen „Gefeilsche“ degeneriert, sind das signifikanteste Problem dieser Thematik die „roten“ Kredite.

Wie der stellvertretende griechische Finanzminister Giorgos Chouliarakis beharrlich unterstreicht, wird von dessen Lösung praktisch entschieden werden, ob Griechenland die Epoche der Memoranden endgültig hinter sich lassen werden wird.

(Quelle: dimokratianews.gr, Reportage: Giorgos Chatzidimitriou)

  1. Anton
    18. Januar 2019, 14:27 | #1

    Nun ja, nichts, was überraschen könnte. Griechenland aus den Klauen der Gläubiger zu entlassen, war ja nie das wirkliche Ziel. Wie der Beitrag zeigt, geht es zentral um Privatisierungen und Verkäufe. Ohne den Memorandum-Druck wären diese auch nicht so günstig. Diese Schnäppchenpreise stellen mit den Memoranden eine organische Verbindung dar. Nur entsprechen genau diese nicht einer Förderung wirtschaftlicher Stärkung.

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