Griechenland bezahlt teuerste Medikamente Europas

21. Januar 2019 / Aufrufe: 432

Infolge des niedrigen Konsums sogenannter Generika zahlen in Griechenland Patienten und Kassen die teuersten Medikamente in Europa.

Die von dem Panhellenischen Verband der Pharmaindustrie (PAF) veröffentlichen Angaben über die Verwendung sogenannter generischer Medikamente sind enttäuschend und der Verband schlägt wegen der in den letzten Jahren in Griechenland bezüglich der Generika befolgten Pharmapolitik Alarm.

Wie sich aus den offiziellen Angaben zeigt, fügte dem Land der Vorschlag der Gläubiger hinsichtlich des Umlaufs der generischen Medikamente sogar nur Schaden zu, da ihr Konsum nicht bevorzugt zu werden scheint.

Griechenland lässt Einsparungsmöglichkeiten ungenutzt

In der Praxis bedeutet dies einen riesigen Schaden vor allem für die Patienten, die mit höheren Kosten belastet werden, aber auch für das medizinische Versorgungssystem, das die Möglichkeit zu ernsthaften Einsparungen ungenutzt lässt. Laut den letzten verfügbaren Angaben, auf die sich der Panhellenische Pharmaindustrie-Verband beruft, befinden sich die Anteile der Generika sowohl bei den Aufwendungen des EOPYY (ca. 11,5%) als auch hinsichtlich des Volumens (ca. 25%) auf inakzeptabel niedrigen Niveaus.

Als Resultat ist Griechenland nicht nur das Land mit dem niedrigsten Durchdringungsanteil von Generika, sondern vielmehr hat diese Taktik die griechischen Firmen getroffen, welche die Generika produzieren, da – wie sich auch in den Fakten wiedergibt – die Ärzte darin fortfahren, originale Medikamente zu verschreiben.

Verfehlte Pharmapolitik schädigt Patienten und Staat um 200 Mio. Euro

Konkret erreicht gemäß den von dem PEF an die Öffentlichkeit gegeben Daten der Schaden sowohl für den Staat als auch für die Patienten 200 Millionen Euro. Wie der Panhellenische Pharmaindustrie-Verband in seiner Bekanntmachung sogar anführt:

Es ist offensichtlich, dass die Marktdurchdringung der Generika nicht mittels der eindimensionalen Politik zur Komprimierung ihrer Preise oder der Durchsetzung der (obligatorischen) Ausstellung von Rezepten auf Basis des Wirkstoffs erzielt werden kann. Diese – memorandisch inspirierten – Maßnahmen wurden erprobt und schlugen fehl, da sie letztendlich als Maßnahmen fungieren, welche die Verwendung der neuen importierten Medikamente mit Patentschutz begünstigen„, betont der PEF und appelliert auf Basis des Vorstehenden an den Staat:

  • Die ungeheure Verzerrung der Verhängung der (Zwangs-) Rückerstattungen (Clawback) auf die Generika und die preiswerten Medikamente zu korrigieren. Es ist ein Fakt, dass die Generika nicht nur auf keinen Fall die Ausgaben erhöhen, sondern sie dagegen senken, je mehr sie genutzt werden.
  • Die Umsetzung der strukturellen Maßnahmen (Protokolle und Verschreibungsfilter, Kontrolle der Entschädigung und des Konsums, Anreize zur Wahl der Generika und billigerer Medikamente seitens der Ärzte, Apotheker und Patienten) zu beschleunigen.
  • Ohne Verzögerung zur Aufnahme der neuen generischen Medikamente in einen Entschädigungsstatus (sprich die sogenannte „Positivliste“) zu schreiten.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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