Steuern in Griechenland sind … Lösegeld

2. Dezember 2018 / Aufrufe: 407
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Griechenlands Steuerzahler entrichten praktisch ein Lösegeld, damit ihnen nicht der Kopf abgeschlagen wird.

Im mittelalterlichen England waren die von den Lehnsherren und Adeligen erhobenen Steuern Kopfsteuern. Das selbe Besteuerungssystem gab es auch in der osmanischen Provinz, die damals Griechenland war, wo der Sultan festsetzte, wie viel er als Steuern für seine Bedürfnisse sammeln wollte, und daraufhin teilte der Großwesir diesen Betrag auf die Provinzen auf, erhöht um die Beitreibungskosten, die Anteile der lokalen Beamten des Osmanischen Reichs, die Verluste aus den Diebstählen auf dem Weg zur Schatzkammer usw.

Der resultierende Endbetrag wurde als Kopfsteuer auf die Untertanen umgelegt, die zahlten, damit sie ihren Kopf auf den Schultern behielten.

Von der Kopfsteuer zur … Kopfsteuer

Entsprechend beschreibt der Mythos von Robin Hood die Lage in England, wo der Sheriff mit der Beitreibung der Kopfsteuer von den Untertanen beauftragt war. Natürlich gab es auch die Vorsehung der „Commons“, also der gemeinschaftlich genutzten Bodenflächen, die hauptsächlich Wälder waren, in denen die zerlumpten und absolut armen und jeglichen Rechts auf Besitz entbehrenden Untertanen ab und zu einen Hasen jagen, etwas Brennholz sammeln und ein paar Waldfrüchte und Knollen sammeln konnten, um sie zu kochen und zu essen. Die Rehe waren selbstverständlich Eigentum der Krone und durften nicht gejagt werden. Somit war allen, die sich nicht zu den wenigen Schiffen aufmachten um Händler, Matrosen oder Piraten zu werden, war die Armut sicher.

Mit der Industrierevolution und der Demokratisierung erwarben die Menschen Vermögenswerte und forderten, dass ihre Steuern eine Gegenleistung haben. Die amerikanische Revolution basierte auf dem Motto „no taxation without representation“, also „keine Besteuerung ohne Repräsentation“, und sie trugen ihren Gewählten an, über die Höhe der Steuern und deren Gegenleistung zu beschließen. Und etwa so gelangten wir bei dem heutigen Besteuerungssystem mit einem konkreten remuneratorischen Charakter an. Bis das System der Umverteilung erfunden wurde und seitdem ein „Wettlauf um die Herrschaft“ all jener begann, die sich von den Steuern ernährten, welche die übrigen zahlten.

George Orwell hatte (sinngemäß) gesagt: „Eine Regierung, die den Petros besteuert um den Pavlos zu bezahlen, kann immer auf die Stimme des Pavlos rechnen!“ Anders gesagt, jene, die von den Steuern abhängen, werden immer die wählen, die hohe Steuern erheben, während jene, welche die Steuern zahlen, diejenigen wählen werden, die niedrige Steuern erheben.

In Griechenland leben rund 3 Mio. Menschen von Steuergeldern

Das Problem für jene, die zahlen, entsteht wenn jene, die mit ihren Steuern bezahlt werden, mehr als jene sind, die zahlen. Dies ist die heutige Situation in Griechenland, wo aus den Steuern 3 Millionen Rentner und 1 Million öffentliche Bedienstete und vom Staat Unterhaltene bezahlt werden, während für die Entrichtung der Steuern weniger als 3 Millionen Menschen arbeiten. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Steuern eines aus der Staatskasse Bezahlten einfach nur ein Rabatt auf seine Bezüge sind und keineswegs mehr Geld in die Kasse bringen.

In Griechenland sank 2017 der Durchschnittslohn um 3,5%, während die Lohnzahlungen des Staats von der heutigen Regierung um 2 Mrd. Euro gesteigert wurden, der Rückgang auf dem privaten Sektor also erheblich größer als 3,5% ist. Griechenland liegt mittlerweile bei der Höhe der Besteuerung auf Platz 5 der OECD und eindeutig höher als seine balkanischen Nachbarn.

Wenn die Steuern eine Remuneration für den Steuerzahler hätten, könnte man sagen, sie seien gerecht. Sie haben jedoch keine. Die Steuern werden einfach nur erhoben, damit all jene bezahlt werden, die den „Weitblick“ hatten, sich im öffentlichen Sektor einzunisten und einen faulen Lenz zu haben. Natürlich arbeiten auch manche und produzieren ein Werk, leider sind diese jedoch die Minderheit. Begeben sie sich zu einer Kommunal- oder Bezirksverwaltung und schauen sie, welche und wie viele jene sind, die ein nützliches Werk an den Steuerzahler erbringen, und wie viele einfach nur die Zahnräder der nutzlosen Bürokratie drehen.

Steuern in Griechenland sind praktisch ein … Lösegeld!

Wenn auf der anderen Seite ein Steuerzahler wagt, die Steuer, die ihm angelastet worden ist, nicht zu zahlen, folgt ein Gewitter von Beitreibungsmaßnahmen wie die 6 Millionen Pfändungen von Konten und Immobilien in den letzten 3 Jahren durch die Regierung SYRIZA – ANEL. Die von den griechischen Steuerzahlen entrichteten Steuern haben mittlerweile keinerlei Remuneration mehr und decken nur die Bezüge und Aufwendungen für die vom Staat Unterhaltenen, damit letztere den ersteren nicht den Kopf abschlagen.

Die Steuern sind also Lösegeld! Außerdem erhöhte – wie auch Finanzminister Chouliarakis sagte – Alexis Tsipras die Steuern, weil, wenn er es nicht getan hätte, die einzige andere Option der Bankrott im Jahr 2015 war. Es kam ihnen nicht einmal in den Sinn, dass man auch die Kosten des Staats in der Rolle des Piraten, des Lands in der Rolle des Betrügers reduzieren könnte!

(Quelle: capital.gr)

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