Getrennte Steuererklärungen in Griechenland

12. Dezember 2018 / Aufrufe: 239

Wann es sich in Griechenland für Ehepaare lohnt, getrennte Steuererklärungen abzugeben.

In Griechenland können sich Ehepaare bis zum 28 Februar 2019 entscheiden, getrennte Steuererklärungen abzugeben.

Eine in Griechenland am 04 Dezember 2018 dem Parlament vorgelegte Regelung kommt, die Probleme zu lösen, die (Ehe-) Paaren aus möglichen Schulden entstehen können, die einer der beiden Partner an das Finanzamt hat und deswegen keiner der beiden eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bekommt.

Mit einer einfachen Erklärung eines der beiden Ehepartner an das Finanzamt bis zum 28 Februar 2019 können die Paare die Möglichkeit erlangen, separate Steuererklärungen abzugeben, womit sie allerdings die Vorteile der gemeinsamen Erklärung wie beispielsweise die Möglichkeit verlieren, dass der eine Partner mit seinem Einkommen die sogenannten Einkommensindizien (sprich fiktiv festgestellte Einkommen) des anderen deckt.

Vor- und Nachteile getrennter Steuererklärungen in Griechenland

Die neuen Bestimmungen kommen nach einem jüngst ergangenen Urteil des Obersten Verwaltungsgerichtshofs (StE), der befand, die Paare haben die Möglichkeit, dass sie getrennte Steuererklärungen abgeben und für jeden ein separater Bescheid ergeht.

Wenn die Ehepartner beschließen, getrennte Steuererklärungen abzugeben, wird während des Jahres ihrer Abgabe das Einkommen der minderjährigen Kinder dem Einkommen des Elternteils mit dem größten Gesamteinkommen hinzugerechnet und auf dessen Namen versteuert. Wenn die Eltern einen gleich hohen Gesamteinkommensbetrag haben, wird das Einkommen des Minderjährigen dem Einkommen des Vaters hinzugerechnet und auf dessen Namen versteuert. Falls einer der Elternteile das elterliche Sorgerecht hat, wird das Einkommen des minderjährigen Kinds dem Einkommen dieses Elternteils hinzugerechnet. Die Regelung gilt auch für die Parteien eines Lebensgemeinschaftsvertrags.

Im Fall separater Steuererklärungen von Partnern können auf aufgebrauchtes Kapital zur Verrechnung kommen sollende  Aufwendungen für jeden Ehepartner nicht geringer als 3.000 Euro sein, während dieser Betrag mit dem System der gemeinsamen Erklärung im Fall von Eheleuten nicht unter 5.000 Euro liegen darf.

Das Positive der getrennten Steuererklärungen ist der für jeden (Ehe-) Partner ergehende separate Steuerbescheid. Jeder von ihnen nimmt die ihm entsprechende Steuerrückzahlung ein, ohne dass eine Verrechnung mit eventuellen anderen Verbindlichkeiten des anderen Partners erfolgt. Parallel wird eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Ehepartner erreicht, der keine Schulden an das Finanzamt hat – im Gegensatz zu den gemeinsamen Steuererklärungen, welche die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung im Fall, wo (nur) einer der beiden fällige Verbindlichkeiten hat, für beide blockieren.

Schließlich lohnt sich die gemeinsame Steuererklärung hauptsächlich für Paare, die einem Problem bei der Deckung von Einkommensindizien begegnen, oder für jene, die Schwierigkeiten haben, den erforderlichen Betrag „elektronischer“ Zahlungen für die Deckung des Steuerfreibetrags zusammenzubringen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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