Gericht in Griechenland verbietet Kurzzeitvermietung

9. Dezember 2018 / Aufrufe: 616

In Griechenland untersagte das Landgericht Thessaloniki die Kurzzeitvermietung eines Ferienhauses und verurteilte die Eigentümerin zur Entschädigung ihrer Nachbarn.

Die Einzelrichterkammer des Landgerichts Thessaloniki in Griechenland verpflichtete eine Immobilien-Eigentümerin, die gewerbliche Nutzung ihrer Hauses einzustellen, da dies der Haus- / Betriebsordnung des Komplexes widerspreche, in dem die Immobilie sich befindet.

Weiter verpflichtete das Gericht die in Rede stehende Eigentümerin, einen Betrag in Höhe von 4.400 Euro als Entschädigung in die Gemeinschaftskasse des Gebäudekomplexes einzuzahlen.

Gericht „bremst“ unkontrollierte Kurzzeitvermietungen in Griechenland

Das obige Gerichtsurteil, mit dem konkret die Kurzzeitvermietung einer Urlaubsvilla in einem Küstengebiet der Halbinsel Chalkidiki über Plattformen wie Airbnb untersagt wird, setzt praktisch der unkontrollierten touristischen Nutzung der Wohnimmobilien eine „Bremse“. Laut der Urteilsbegründung stören die (Kurzzeit-) Mieter der besagten Villa die übrigen drei Eigentümer in dem aus vier Wohnhäusern bestehenden Komplex. Parallel verpflichtet das Gericht die beklagte Eigentümer, als Entschädigung 4.400 Euro in die Gemeinschaftskasse des Komplexes zu zahlen.

Die (Gemeinschafts-) Eigentümer der drei Häuser in dem aus vier Häusern bestehenden und im Liegenschaftsbereich des sogenannten Agrargefängnisses Kassandra errichteten Komplexes gewannen ihre Klage zu Lasten der vierten Eigentümerin, die vor zwei Jahren begann, ihr Haus in der Sommerperiode über kurze Zeiträume an Dritte zu vermieten. „Es ist das erste Urteil, das die (Haus-) Ordnung in einem Wohnhauskomplex anerkennt und durchsetzt, indem es die gewerblich erfolgenden Kurzzeitvermietungen verbietet„, führte gegenüber der griechischen Zeitung „Ethnos“ die Rechtsanwältin Wasilia Pompieri an, die für Rechnung der drei (übrigen ( klagenden) Gemeinschaftseigentümer die Sache handhabte.

(Quelle: dikaiologitika.gr, basierend auf einer Reportage der Zeitung „Ethnos“)

Immobilien in Griechenland bleiben häufig „Gemeinschaftseigentum“

Des Verständnisses halber sei angemerkt, dass in Griechenland – meistens zwecks Umgehung einschränkender baugesetzlicher Bestimmungen – Grund- / Landstücke oft per Bestellung sogenannter „horizontaler / vertikaler Eigentumseinheiten“ in Parzellen aufgeteilt werden.

Rechtlich gesehen bleiben diese Parzellen jedoch ein „unteilbarer Teil aus dem Gesamten“ und die (exklusiven) Nutzungsrechte der eingesetzten (Gemeinschafts-!) Eigentümer sowie auch deren Rechte und Pflichten gegenüber Dritten, aber insbesondere auch der Eigentümergemeinschaft werden in der Regel im Rahmen einer wie auch immer benannten notariell beurkundeten „Ordnung“ festgelegt.

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