Griechenland: Countdown eines neuen Bankrotts

30. Oktober 2018 / Aufrufe: 2
Einen Kommentar schreiben Kommentare

In Griechenland läuft der Countdown für einen neuen Bankrott seiner Wirtschaft.

In den vergangenen Tagen mag in Griechenland in den Massenmedien das Tagesgeschehen von den Feuerwerken anlässlich der vorläufigen Inhaftierung des ehemaligen Ministers Giannos Papakonstantinou beherrscht worden sein. Unabhängig davon befindet sich die reale Wirtschaft jedoch weiterhin im freien Fall.

Wer – sei als Selbständiger oder als Arbeitnehmer einer der hunderttausenden griechischen Unternehmen des privaten Sektors – auch nur den geringsten Bezug zur realen Wirtschaft hat, sieht um sich herum überall die Niedergeschlagenheit und die Verzweiflung der Menschen, welche die Zahnräder der realen Wirtschaft des Landes darstellen.

In Griechenland überlebende Mittelständler sind … Helden

Ein kurzer Blick auf das Eigenkapital der systemischen Bank Griechenlands reicht aus um festzustellen, dass der „Kreislauf“ der griechischen Wirtschaft (sprich die Banken) sich auf weniger als 3 Mrd. Euro eigenes Kapital stützt. Das ist eine Tatsache, die den internationalen Kontrollorganisationen unmöglich entgehen kann.

Auf der anderen Seite verursacht ein ebenso kurzer Blick auf die Höhe der „roten“ Kredite, welche die Banken zu handhaben aufgefordert sind, bei jedem Schwindel, der zu erkennen beginnt, dass der Banksektor des Landes – der allerdings in den Jahren der Krise fast 50% seiner Beschäftigten verlor – ein wahres „titanisches Werk“ vor sich hat.

Nun die innerhalb einer fallenden realen Wirtschaft die über 14 Milliarden betragende Höhe der Steuern betrachtend, welche die griechische Wirtschaft bis Ende des Jahres (also innerhalb von etwas über zwei Monaten) an den Staat zu entrichten aufgefordert sind, begreift, dass dieser Zug an seiner Endstation angelangt.

Trotz der auf den vorherigen Bankrott der griechischen Wirtschaft folgenden zehnjährigen Krise hat das durchschnittliche griechische Unternehmen 2,7 Beschäftigte. Griechenlands mittelständische Unternehmer, die aus dieser unternehmerischen Dante’schen Hölle zu überleben schafften, haben unternehmerische Überlebensfähigkeiten und Erfahrungen erworben, um die sie der durchschnittliche Unternehmer einer jeden entwickelten Wirtschaft beneiden würde, wo sie je Arbeitnehmer keinen in selber Höhe mit seinen Nettobezügen liegenden Steuer- und Versicherungskosten zu begegnen haben, wo sie nicht die höchste Korruption und die teuerste Bürokratie der Eurozone haben, die keine Kapitalverkehrskontrollen haben, die keine direkten Kontopfändungen durch Staatsbeamte ohne gerichtliche Beschlüsse haben und hauptsächlich nicht versuchen müssen, ohne Banksystem bzw. besser gesagt mit einem Banksystem überleben müssen, dessen einziger Zweck ist, den Beitreibungsarm des Staates darzustellen.

Griechenlands Wirtschaft ist gewollt „toxisch“

Inmitten all des Vorstehenden befindet Griechenlands reale Wirtschaft, der Güter- und Dienstleistungsmarkt des Landes, sich im freien Fall, während die Forderungen des Staates ihr gegenüber sich steigend fortsetzen.

So sehr auch (laut Erklärung des ehemaligen Außenministers Nikos Kotzias) der Verteidigungsminister und Koalitionspartner Panos Kammenos „diverse Regierungsmitglieder“ – ohne sie zu benennen – beschuldigt, von George Soros geschmiert worden zu sein um die Souveränitätsinteressen Griechenlands an Skopje zu übergeben, solange auch immer ehemalige PASOK-Funktionäre und ehemalige Mitarbeiter des Herrn Kotsakas des Politsekretariats der SYRIZA im Gefängnis bleiben, so sehr sie auch das „Rücklagenpolster“ ausschöpfen werden um nicht die realen Zinssätze zu zahlen gezwungen werden, welche die Märkte bestimmen, die angeblich nach der Trommel unseres seinem Selbstbetrug erlegenen Premierministers Alexis Tsipras tanzen würden: die Wirtschaft versinkt.

Fragen Sie jeden beliebigen Mittelständler nach der vergangenen Woche, jedem Monat. Wenn Sie jemanden finden, der nicht von Monat zu Monat lebt, schütteln Sie Ihren Kopf und suchen Sie tiefer. Die griechische Wirtschaft ist für jeden, der in diesem Land Reichtum produziert, gewollt toxisch. Und deswegen bricht diese Wirtschaft zusammen. Nicht weil manche wegen eines möglichen Diebstahls aus den 1,6 Mrd. Euro für die Flüchtlinge überprüft werden. Nicht wegen der nachmitternächtlichen Treffen mit angeklagten ehemaligen Großunternehmern. Nicht, weil das Banksystem zusammenbricht und zum vierten Mal eine Rekapitalisierung benötigen wird. Nicht weil Firmen mit Millionenschulden an den EFKA faule Kredite von dutzenden Milliarden gewährt werden. Nicht weil die Zinssätze der Märkte für die Banken und den Staat unerschwinglich sind. Und auch nicht, weil der Index der Athener Börse sich im freien Fall befindet.

Die griechische Wirtschaft bricht einfach nur deswegen zusammen, weil die aus den Steuern bezahlten Wähler mehr als jene sind, die in Griechenland die Steuern zahlen. Und dieser Esel wird demnächst krepieren. Er taumelt bereits …

(Quelle: capital.gr, Autor: Agis Veroutis)

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.