Ehemaliger „Wirtschaftszar“ Griechenlands sitz im Knast

27. Oktober 2018 / Aufrufe: 588

Giannos Papantoniou und Stavroula Kourakou: Die Ehe, das Vermögen, die Villen in Kifisia und auf Syros, die Schweiz und … der Korydallos.

Auf Beschluss des zuständigen Staatsanwalts wurden in Griechenland am 24 Oktober 2018 der ehemalige Wirtschafts- Und Verteidigungsminister Giannos Papantoniou sowie auch seine Ehefrau Stavroula Kourakou in die Gefängnisanlagen Korydallos eingewiesen.

Die beiden Eheleute wurden am späten Abend des 23 Oktobers 2018 wegen der Beschuldigung der Legalisierung illegaler Einkommen in Untersuchungshaft genommen, verbrachten die Nacht in den Überführungszellen der Generalpolizeidirektion Attikas (GADA) und wurden am nächsten Tag entsprechend in die nach Geschlecht separierten Flügel der Gefängnisanlagen Korydallos eingewiesen.

Aufstieg und Niedergang des Giannos Papantoniou

In Paris von Eltern geboren, die renommierte Juristen waren, hatte Giannos Papantoniou schon immer ein kosmopolitisches Flair, während ihm auch seine Studien an den Universitäten Athen, Wisconsin und Sorbonne sowie auch sein Doktortitel der Universität Cambridge immer die Wege ins Ausland für Kongresse, Vorträge und Vorlesungen an ausländischen Universitäten öffneten.

Seine letzten didaktischen „Fußstapfen“ hinterließ er in Pakistan, wo er an einer lokalen Universität als Wirtschaftsdozent tätig war. Er aktivierte jedoch auch bei jeder Gelegenheit das Forschungszentrum für Progressive Politik, dessen Präsident er war. Über dieses veranstaltete er in zentralen Athener Hotels Kongresse, zu denen er Professoren aus dem Ausland und wichtige Persönlichkeiten einlud, um die erforderliche Geltung zu verleihen. Er selbst hatte bei diesen Kongressen wiederholt seine Ansichten bezüglich der wirtschaftlichen Krise in Griechenland dargelegt und lastete insgesamt den Regierungen der letzten Jahre Verantwortungen an.

Die Zeiten, in denen Giannos Papantinou in dem Athener Stadtbezirk Kifisia zu Abendessen in teuren Restaurants ausging und seine Sommeraufenthalte auf der Zykladen-Insel Syros in Gesellschaft seiner Freunde aus der europäischen politischen Szene verbrachte, waren in den letzten Jahren jedoch unwiederbringlich vorbei.

Zusammen mit seiner Ehefrau Stavroula Kourakou ließen sie das imposante Haus in Kifisia, in dem sie viele Jahre lang lebten, hinter sich und begannen ein neues Kapitel, indem sie in die Schweiz, sprich das Land übersiedelten, das sie auch für ihre Bankkonten gewählt hatten, die sie nun in den Sog des Wirbelsturms gebracht haben. Das Paar wohnte seit 2017 in einer der schönsten Gegenden Genfs, sprich in dem Bezirk („Quartier“) Champel, zusammen mit seinem Sohn Jason, der ebenfalls in der Stadt studiert.

Giannos Papantoniou wurde erst ab 1998 „aufffällig“

Stavroula Kourakou war Giannos Papantonious Sekretärin. Sie heirateten nach dem Verlust seiner ersten Ehefrau Lia Kartali, die aus der namhaften und wohlhabenden Familie in Volos stammte und laut allgemeinem Eingeständnis der Mensch war, der zu einem signifikanten Teil so viel wie kein anderer zu der erfolgreichen Karriere und dem Aufstieg des Giannos Papantoniou beitrug.

Bis 1995 hatte Giannos  Papantoniou keinen Anlass zu ungünstigen Bemerkungen über seine wirtschaftliche Lage gegeben. In der Periode der Ministerpräsidentschaft unter Kostas Simitis wurde Giannos Papantoniou zum Wirtschaftszar „gesalbt“ und fand sich schließlich in der allmächtigen und entscheidenden Position des Verteidigungsministers wieder.

Die ersten Kommentare bezüglich seines Vermögens traten in Erscheinung, als das Paar eine – als „Palast“ charakterisierte – Immobilie in dem Athener Stadtbezirk „Kato Kifisia“ erwarb. Auf einem 1998 zum damaligen Preis von 40 Mio. Drachmen gekauften Grundstück mit einer Fläche von 447,59 qm wurde ein luxuriöser dreistöckiger Bau nebst einem darin befindlichen beheizten Swimmingpool erstellt.

Ebenfalls kaufte Giannos Papantoniou 2002 auf der Insel Syros in der Lage Tria Laggonia“ einen halben Hektar Land und einen Rohbau, die nebst der Baugenehmigung für das Gebäude seiner Ehefrau Stavroula Kourakou gehören. Auf diesem Areal errichtete der ehemalige Minister 2006 eine wunderschöne zweistöckige Villa von 224 qm, die Schätzungen zufolge einen Wert von 4 Mio. Euro hatte. In jener Zeit waren Bemerkungen geschrieben worden, er hätte auch geplant, unterhalb der zweistöckigen Villa einen Privathafen anzulegen.

Der Verkauf der Villa auf Syros erfolgte 2016. Sie wurde schließlich für eine Million Euro von einem griechisch-amerikanischen Unternehmer gekauft, der – wie dieser selbst enthüllte – das Geld auf ein Bankkonto des Herrn Papantoniou in Frankreich einzahlte. Nachdem die neuen Eigentümer des Hauses minimale Umbauten in dem Inneren und im Umfeld vornahmen, tauften sie es „Blueros“ und vermieten es seitdem über internationale Websites, wobei die Miete während der Hochsaison 3.000 Euro pro Nacht übersteigt.

In der Schweiz angelegtes „Nacherbe“ in Höhe von 1,3 Mio. Euro

Schließlich sind in Zusammenhang mit dem obigen Immobilienvermögens des Herrn  Papantoniou auch noch drei an der Straße „Amerikis“ in dem Athener Nobel-Bezirk „Kolonaki“ belegene Wohnungen bekannt. In einer – äußerst luxuriös erbauten und ausgestatteten – von diesen hatte Giannos Papantoniou in den letzten Jahren seinen „Stab“ eingerichtet.

Der Name seiner Ehefrau Stavroula Kourakou figurierte in der berühmt-berüchtigten „Lagarde-Liste“ neben … 1,3 Mio. Euro, welches Geld laut dem Ehepaar der ehemalige Ehemann der Stavroula Kourakou als „Nacherbschaft“ für ihre Kinder angelegt hatte. Als der Skandal ausbrach, vertrat Giannos Papantoniou – dabei „seine Kleider zerreißend“ -, der Name auf der Liste sei nicht der seiner Ehefrau, sondern es handele sich um eine Synonymie. Etwas später machte er allerdings in seinen Behauptungen … eine Wende um 180 Grad und gestand ein, es handele sich um Gelder, die von dem ehemaligen Ehemann seiner Frau für deren Kinder in der Schweiz angelegt worden waren.

(Quelle: thebest.gr)

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