Italienischer Virus bremst Griechenlands Marktgang

3. September 2018 / Aufrufe: 330

Das italienische Virus bremst konstant Griechenlands Gang an die Finanzmärkte.

Wenn sich der Horizont bezüglich des … italienischen Haushaltsplans nicht klärt, wird auch nicht der Druck nachlassen, der verhindert, dass sich für die griechischen Staatsanleihen ein Emissionsfenster öffnet.

Und dies wird nicht vor der zweiten Monatshälfte des Oktobers 2018 geschehen, wenn nämlich der Entwurf des italienischen Haushaltsplans 2019 – wie im übrigen auch der entsprechende Entwurf Griechenlands – der Kommission vorgelegt werden wird.

Griechenlands Verschuldung weist keinerlei kurzfristiges Risiko auf

Der Druck auf die italienischen Anleihen nimmt weiterhin ab und zu, solange die Märkte Zweifel hinsichtlich der Absichten der italienischen hegen und solange im internationalen Umfeld immer mehr der Abzug von Kapital aus den Hochrisiko-Regionen vorherrscht.

Die Renditen der griechischen Anleihen sind mit einem sich bei 115 – 118 Basispunkten bewegenden Spielraum buchstäblich an die italienischen Anleihen „geklinkt“ worden, und zwar trotz der Tatsache, dass die griechische Verschuldung zumindest kurzfristig nicht das geringste Risiko aufweist. Einschätzungen in den Anleihenmarkt involvierter Bankfunktionäre zufolge wird erwartet, dass dieses Bild sich partiell verbessern wird, wenn sich klärt, wie und wann die Umsetzung der Maßnahmen zur weiteren mittelfristigen Erleichterung der Verschuldung Griechenlands gemäß dem Beschluss der Eurogruppe des 22 Juni 2018 beginnen wird.

Was die Erstattung der Gewinne aus den sogenannten ANFAs und SMPs an den griechischen Fiskus gegen Ende des Jahres betrifft, sind diverse Beschlüsse (bei der Arbeitsgruppe Euro-Gruppe – Eurogroup Working Group / EWG des 31 August 2018) bereits gestaltet worden, es wird aber erwartet, dass die Aktivierung der Maßnahmen zur weiteren Prolongierung des Kredits von der sogenannten Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) den „Abstand“ zwischen den italienischen und den griechischen Renditen noch mehr einschränken wird.

Griechenlands Rückkehr an die Finanzmärkte bleibt zweifelhaft

Das Bild wird sich jedoch nach dem 15 Oktober 2018 herauszukristallisieren beginnen, wenn – wie es die Gemeinschaftsverordnung für die Mitgliedstaaten der EU vorsieht – der Kommission zusammen mit dem italienischen auch der griechische Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 vorgelegt werden wird. Dann und analog zur „Realistik“ der prognostizierten Größen wird die Möglichkeit zur Erfüllung – oder laut dem griechischen Finanzministerium sogar Übererfüllung – der für den Primärüberschuss von 3,5% des BIP gesetzten Zielvorgaben eingeschätzt werden.

Praktisch wird sich nach dem 15 Oktober 2018 die Möglichkeit zu zeigen beginnen, ob der sogenannte „Träger für die Verwaltung öffentlicher Verschuldung“ sich in die Richtung der Vorbereitung der Emission einer 7-jährigen oder 10-jährigen Anleihe noch vor Ende des Jahres 2018 zu Konditionen bewegen kann, die eine reibungslose Rückkehr Griechenlands zur Refinanzierung seiner Verschuldung über die Finanzmärkte festigen.

Gegenwärtig werden jedoch Griechenland und seine Verschuldung – trotz deren kurzfristigen Besicherung durch die Vereinbarung vom 22 Januar 2018 – weiterhin durch die Krise einerseits in Italien und anderseits in der Türkei unter Druck gesetzt. Und dieser Druck zeichnet sich in der ungewissen Schwankung der Anleiherenditen ab.

(Quelle: capital.gr)

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