Griechenland hat älteste Beamte Europas

9. September 2018 / Aufrufe: 322
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Das Alter der Hälfte der öffentlichen Bediensteten in Griechenland liegt bei 56 Jahren.

Unter den Ländern der Europäischen Union haben wir auf dem öffentlichen Sektor die gealtertesten Arbeitskräfte. Die Hälfte der Beschäftigten ist etwa 56 Jahre alt, und wenn sich nichts ändert, wird sich das Durchschnittsalter in zwei Jahren bei 58 Jahren bewegen„, führte während der Dauer einer im Vorfeld der Demonstration bei der 83. Internationalen Messe in Thessaloniki gegebenen Pressekonferenz der Präsident der ADEDY, Giannis Paidas an.

Trotz des Alters sind die öffentlichen Bediensteten in Griechenland ihren Kollegen aus anderen Ländern gegenüber qualitativ überlegen, da sie – wie die Vertreter der ADEDY anmerkten – ein hohes Bildungsniveau haben, ausgebildet sind und über Fertigkeiten verfügen.

Griechenland hat viel weniger öffentlich Bedienstete als andere EU-Länder

Die Verjüngung der Beschäftigten stellt eine der grundlegenden Forderungen der ADEDY dar, betonte Herr Paidas an und unterstrich, dass in Griechenland den letzten 7 Jahren wegen der Krise 126.000 Beschäftigte aus dem öffentlichen Sektor ausschieden, ohne ersetzt zu werden. „Es gibt riesige Mängel, hauptsächlich auf den neuralgischen Bereichen der Gesundheit und der Bildung, wo das Personal um 30% und 40% zu wenig ist„, unterstrich der Präsident der ADEDY und fügte an, das Modell „eine Einstellung für jeden Abgang aus dem öffentlichen Sektor“ vermag das Problem nicht zu lösen, da die Zahl der öffentlichen Bediensteten in Griechenland bereits viel geringer als der entsprechende Durchschnittswert der EU-Länder ist.

Außer den Arbeitskräften sind grundlegende Forderungen der ADEDY das Thema der Besoldung, da die Beschäftigten – zitierten Angaben zufolge – in den acht Jahren der Krise 30% bis 40% ihres Einkommens verloren, die Regulierung der sogenannten „roten“ Kredite (NPL) und die Zwangsversteigerungen. Ebenfalls vertraten die Präsidiumsmitglieder der ADEDY bezüglich des Rentenwesens, mit dem Gesetz 4387/2016 seien Rentner „zweier Geschwindigkeiten“ geschaffen worden, und brachten die Ansicht zum Ausdruck, der Ausgang der nächsten Parlamentswahlen werde davon entschieden werden, ob die Renten beschnitten werden oder nicht.

Riesiger Personalmangel auf dem öffentlichen Sektor in Griechenland

Hinsichtlich der (Leistungs-) Bewertungen (der öffentlichen Bediensteten) betonten sie, die ADEDY sei nicht dagegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass die für die Bewertung zuständigen Funktionäre aufgrund der Leistung ausgewählt werden, während sie ihre Forderung auf Rücknahme der Novelle wiederholten, die ihnen – wie sie sagten – die Beteiligung an Streikbewegungen verbietet.

Ein „heißer Punkt“ bleibt ebenfalls das Thema der flexiblen Beschäftigungsformen, in Bezug auf welches Herr Paidas ungefähr 80.000 befristet Beschäftigte als „Geiseln“ charakterisierte, „die seit zwanzig Jahren dauerhafte Arbeit erbringen„. „Wir hegen eine heimliche Hoffnung, die uns von dem Premierminister ab dem 20 August 2018 und nachfolgend versprochene Normalität zu sehen„, merkte der Präsident der ADEDY sich auf die Entwicklungen im Beschäftigungswesen beziehend an.

Von den 950.000 öffentlichen Bediensteten vor der Krise verblieben ungefähr 550.000 und die Lücken sind riesig, die Bedienung der Bedürfnisse der Bürger ist unmöglich, wobei die Reichen die öffentlichen und gesellschaftlichen (Gemein-) Güter nicht nötig haben„, betonte der Generalsekretär der ADEDY, Stavros Koutsioumelis, und unterstrich, der Ausgang aus den Memoranden dürfe nicht zur hemmungslosen Versprechung von Leistungen führen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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