Energiekrieg USA – Russland in Griechenland!

11. September 2018 / Aufrufe: 634
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Im Kampf zwischen den USA und Russland um die Versorgung Europas mit Erdgas scheint Griechenland sich auf die Seite der USA zu schlagen.

Griechenland befindet sich auf einem Kurs einer strategischen Kollision mit Russland, da es sich in einem signifikanten Energiekrieg zur Reduzierung der Abhängigkeit Europas von dem russischen Erdgas auf die Seite der USA schlägt.

Der „kalte Energiekrieg“ nimmt in der amerikanischen Strategie zur Dämpfung der russischen Aggressivität eine besondere Position ein, da die Russen ihre Macht bei der Erdgasversorgung wiederholt als politische „Waffe“ eingesetzt haben.

Griechenland hat eine entscheidende geopolitische Position inne

Es geht jedoch nicht nur um ein strategisches Thema: dank der Ausbeutung sogenannter Schieferöl- und Schiefergasvorkommen werden die USA bei Erdöl und Erdgas – Russland und Saudi-Arabien überholend – wieder zu internationalen Top-Erzeugern, und deswegen ist es von ungeheurer wirtschaftlicher Bedeutung, Passagen zur Versorgung des europäischen Markts mit amerikanischem Flüssig-Erdgas (LNG) zu finden.

Auf diesem Schachbrett hat Griechenland eine entscheidende Position inne, da sich für das amerikanische LNG mittels der im Nordosten Griechenlands gelegenen Hafenstadt Alexandroupoli die erste Passage nach Europa öffnen wird.

Klare Botschaft aus Athen an Moskau

Wie sich am 07 September 2018 zeigte, sind die Entwicklungen in diesem Thema rapide:

  • Obwohl die Öffentliche Gasgesellschaft (DEPA) hinsichtlich ihrer Belieferung mit Erdgas von der Gazprom abhängig ist, unternahm sie einen signifikanten Schritt, indem sie sich mit einem Anteil von 20% in die Aktionärsstruktur der (Interessen der Capelouzos Group unterliegenden) Gastrade einbrachte, die im Hafen von Alexandroupoli das erste Schwimmterminal zur LNG-Vergasung erstellt.
    In diesem Terminal wird das verflüssigte Erdgas umgeladen, um dann wieder „vergast“ und über Pipelines dem europäischen Markt zugeführt zu werden, womit sich die erste Pforte zur Belieferung Europas mit amerikanischem Gas aus dem Süden auftut. Die Vereinbarung wurde am 07 September 2018 in Thessaloniki im Beisein des amerikanischen Botschafters Geoffrey Pyatt unterzeichnet.
    Der Umstand, dass eine griechische öffentliche Gesellschaft in ein par excellence mit den Energieinteressen Moskaus konkurrierendes Projekt einsteigt, gibt auch eine klare Mitteilung an Russland hinsichtlich der seitens Athen getroffenen politischen Entscheidungen. Außerdem wird die im Rahmen der jüngsten diplomatischen Kollision zwischen Athen und Moskau erfolgte Aufdeckung der von russischer Seite betriebenen Züge, in Alexandroupoli einen Mechanismus zur Beeinflussung der lokalen Gesellschaft (mit zulässigen und unlauteren Mitteln) zu schaffen, alles andere als zufällig betrachtet.
  • Im selben Moment befindet die DEPA sich, wie am 07 September 2018 von dem geschäftsführenden Vorstand Ioannis Arapoglou bekannt gegeben wurde, sehr nah an der Realisierung der ersten Verschiffung amerikanischen LNG nach Griechenland.
    Die DEPA hat die einschlägigen Verhandlungen mit der amerikanischen Top-Gesellschaft für LNG-Exporte vorangetrieben, die sich zum Ziel gesetzt hat, auf ihrem Sektor bis 2020 die weltweit fünftgrößte Gesellschaft zu werden. Wie Herr Arapoglou enthüllte, wird die Schaffung einer „imaginären transatlantischen Pipeline„, also die Existenz einer stetigen Belieferung mit einem langfristigen Horizont (20 Jahre) erörtert.

Griechenland soll helfen, das russische Energiemonopol zu brechen

Am 07 September 2018  bei dem „Energy Forum Thessalonikis“ referierend bezog der amerikanische Energieminister Mark Menezes sich auf die spezielle Rolle Griechenlands in dem Energie-Spiel. Er betonte das amerikanische Interesse am Verkauf von Erdgas an Europa und sagte, „die USA haben eine große Erdgasproduktion und wir wollen diesen Energiereichtum mit Euch, mit unseren Alliierten teilen, sind aber auch bereit, unser Wissen, unsere Technologie und unser Know-how zu teilen. Wir sind ein zuverlässiger Partner, der die Energie niemals als Nötigungsmittel nutzen wird„.

Der amerikanische Amtsträger stellte klar, dass die USA keine Pläne wie die von Russland forcierten Pipelines „Τurkish Stream“ und „Nord Stream II“ unterstützen, weil diese Russland zu einem monopolistischen Lieferanten machen und 2/3 des exportierten Erdgases in die Europäische Union geliefert werden sollen, was die Wettbewerbsregelungen der EU unterwandern und ihre Institutionen unterminieren wird. Die USA unterstützen Projekte wie die Trans-Adria-Pipeline (TAP), an der Griechenland beteiligt ist, da sie mit einer Steigerung der Importe amerikanischen Gases zur Reduzierung der Abhängigkeit Europas von dem russischen Gas beiträgt.

Bei dem selben Kongress über die Süd-Pipeline sprechend, an der Griechenland mittels der TAP beteiligt ist, unterstrich der amerikanische Botschafter Geoffrey R. Pyatt: „Diese Initiative, die eine der komplexesten ihrer Art ist, die jemals entwickelt worden sind, befindet sich an der Spitze der Bemühung um Europa erstmalig eine alternative Gasquelle zu bieten, und Griechenland spielt mittels seiner Unterstützung der Trans-Adria-Pipeline (TAP) eine kritische Rolle bei der Erreichung des Ziels.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. wolfgang fubel
    11. September 2018, 16:35 | #1

    Ist eigendlich schon schlimm genug, das die griechische Regierung das eigene Volk verraten hat und sich von der westichen „Wertegemeinschaft“ erpressen lässt. Und jetzt knicken sie auch noch vor den größten Banditen, den USA ein. Das auch unter fadenscheinigen Gründen! Man muß sich fragen, was haben die Amis der griechischen Regierung versprochen?

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