Türkische Militärs in Griechenland vermisst

29. August 2018 / Aufrufe: 720

2 der nach Griechenland geflohenen türkischen Militärs werden vermisst und ihre Anwältin schließt einen Austausch gegen die jüngst freigelassenen griechischen Offiziere nicht aus.

Zwei der türkischen Offiziere, die wegen ihrer angeblichen Verwicklung in den Putsch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan Asyl in Griechenland beantragten, sind laut ihrer Rechtsanwältin spurlos verschwunden.

Wie die britische Zeitung „Times“ – sich auf die Erklärung besagter Rechtsanwältin berufend – in einer am 27 August 2018 veröffentlichten Reportage berichtete, werden die beiden türkischen Offiziere seit dem 20 August 2018 vermisst.

Sind die beiden türkischen Offiziere noch in Griechenland?

Halit Cetin und Fatih Arik setzten sich nach dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 von ihrer Einheit aus zusammen mit 6 weiteren Kameraden mit einem Militärhubschrauber nach Griechenland ab. Die von der türkischen Regierung als „Staatsfeinde No. 1“ charakterisierten Männer beantragten in Griechenland politisches Asyl und blieben wegen illegaler Einreise in das Land 18 Monate lang in Haft. Laut ihrer Rechtsanwältin Stavroula Tomara verschwanden die beiden Männer jedoch am 20 August 2018, sprich an dem Tag, an dem die Haftverfügung gegen sie auslief, und könnten vielleicht im Rahmen eines Gefangenaustauschs in die Türkei zurückgekehrt sein.

Ich machte mich auf um sie abzuholen und sie waren weg„, erklärte die Rechtsanwältin gegenüber einem griechischen TV-Sender. „Ich zweifle wirklich, ob die beiden Kommandos noch in Griechenland sind. Entweder sind sie in ein Drittland gebracht worden oder sie wurden zurück in die Türkei abgeschoben. Niemand hat die Befugnis, meine Klienten zu irgendeinem Geheimdienst zu bringen. Sie sind freizulassen.

Frau Tomara vertritt ebenfalls, ihre Klienten könnten möglicherweise gegen die beiden griechischen Militärs ausgetauscht worden sein, die in der Türkei unter dem Verdacht der Spionage über fünf Monate lang in Untersuchungshaft gehalten wurden und am 15 August 2018 überraschend freigelassen wurden und nach Griechenland zurückkehrten.

Gewaltsame Abschiebung von Asylbewerbern in die Türkei

Sie behauptet, ihre Klienten könnten unter ähnlichen Umständen wie deren drei Kameraden verschleppt worden sein, die zusammen mit Halit Cetin und Fatih Arik in Griechenland angelangten, jedoch schnell verschwanden. „Am Tag, an dem die drei festgenommen wurden und politisches Asyl beantragten, wurden sie in ein lokales Hotel gebracht„, berichtete sie. „Man servierte ihnen ein Abendessen und während sie speisten drang eine Gruppe vermummter griechischer Kommandos in ihr Zimmer ein, fesselte sie und brachte sie in die Türkei zurück.

Frau Tomara führte auch an, die Spuren der nach dem Putschversuch des Jahres 2016 mit einem Helikopter eingetroffenen 8 türkischen Offiziere haben sich ab dem Moment verloren, wo sie von einer Kaserne bei Agios Andreas in die Umgebung von Athen gebracht wurden.

Theodoros Chronopoulos, ein höherer Sprecher der Griechischen Polizei (ELAS), erklärte diesbezüglich, die Anweisung zur Freilassung des Halit Cetin und des Fatih Arik sei in der vergangenen Woche eingegangen, jedoch wurden die beiden Männer „auf ihren an die Behörden gestellten Antrag zu ihrem Schutz umgehend an einen geheimen Ort gebracht„. Ebenfalls weigerte er sich, die Behauptungen der Rechtsanwältin Tomara zu kommentieren.

Fungiert Griechenland als „Bermudadreieck“ für türkische Regimegegner?

Wie Theodoros Chronopoulos als Sprecher der ELAS gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolou versicherte, befinden sich die beiden „vermissten“ türkischen Kommandos, die im Februar 2017 in Griechenland Asyl beantragt hatten, an einem geheimen und speziell bewachten Ort. Nichtsdestotrotz zündete der Artikel der „Times“, laut dem die beiden türkischen Offiziere Halit Cetin und Fatih Arik seit dem 20 August 2018 – sprich dem Tag ihrer Entlassung aus der (Verwaltungs-) Haft – spurlos verschwanden, „Feuer“ an.

Einerseits wird betont, dass die beiden konkreten Militärs nicht zu den 8 Türken zählen, die sich wenige Stunden nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei nach Griechenland abgesetzt hatten. Andererseits stellten die Verteidiger der besagten acht Türken im Gespräch mit dem griechischen TV-Sender SKAI klar, dass die Rechtsanwältin Stavroula Tomara, auf die sich die britische Zeitung bezüglich des Themas beruft, inzwischen keinen der acht Türken mehr verteidigt.

(Quellen: iefimerida.gr, thetimes.co.uk, dikaiologitika.gr)

  1. GR-Block
    29. August 2018, 12:06 | #1

    Dass die türkischen Militärangehörigen, nun in Freiheit, Gefahr laufen, entführt zu werden, ist klar. Dass die ELAS sie auf eigenen Wunsch untertauchen lässt auch, denn es gibt viele Sicherheitsrisiken.
    Eins davon ist diese Rechtsanwältin, die offensichtlich ihr Mandat abgeben musste und deshalb für einen publizistischen Wirbel in der internationalen Presse sorgt. Hauptsache sie ist in den Medien. Die Sicherheit ihrer ehemaligen Mandanten geht ihr am Arsch vorbei.

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