Griechenlands Hoffnungen auf baldigen Marktgang schwinden

25. August 2018 / Aktualisiert: 20. August 2019 / Aufrufe: 356

Einen Tag nach dem offiziellen Ende der Memoranden für Griechenland schraubt Reuters die Hoffnungen auf einen Marktgang noch im September 2018 stark zurück.

Die Nachrichtenagentur erklärt, die allgemeinen politischen Spannungen schränken die Hoffnungen auf einen Gang Griechenlands in die Finanzmärkte im nächsten Monat ein.

Wie die Agentur anmerkt, ist Griechenland bereit, schon ab September 2018 mit der Emission einer 10-jährigen Anleihe an die Märkte zurückzukehren, da es anstrebt, die Kurve seiner Zinssätze wieder aufzubauen und als normaler Kreditnehmer rehabilitiert zu werden.

Griechenland müsste derzeit gigantischen Emissionsaufschlag zahlen

Die politischen Turbulenzen in Italien zwangen Griechenland, im Mai 2018 die Pläne aufzuschieben, und heute schafft die Krise der Türkischen Lira Spannungen und eine solche Emission wird teuer. Drei der Primärhändler (primary dealers) Griechenlands, also die Banken, die bestimmt werden um die staatliche Verschuldung aufzukaufen und die Liquidität des Sekundärmarkts aufrecht zu erhalten, schätzen ein, Griechenland werde eine Rendite von über 4,5% und eventuell 5% bieten müssen um Investoren anzuziehen.

In diesem Moment glauben wir einfach nicht, dass es einen Deal gibt. Ich denke, wir müssen abwarten, dass die Lage in der Türkei sich beruhigt und die italienische Politbühne etwas stabiler wird„, erklärte einer der Dealer, der anonym zu bleiben wünschte, da er nicht über Kunden zu sprechen ermächtigt sei. „Sie müssten einen gigantischen Neuemissionsaufschlag (Premium) zahlen und haben nicht nötig, das sofort zu tun, so dass ich abwarten würde„, fügt er an.

Zwei weitere für „Primary Dealers“ Griechenlands tätige Bankiers stimmten zu, wobei der eine vertritt, die Schuldenagenturen haben „Vernunft“ und es sei unwahrscheinlich, dass sie sich in einen Deal stürzen werden. Die im Januar 2038 fällig werdende laufende 10-Jahres-Anleihe erreichte im Juni 2018 gerade einmal 3,81%, wird jetzt aber bei 4,33% gehandelt.

Es war eine imposante Umkehr und wir warten um mehr Anleiheemission zu sehen„, erklärt Nick Gartsite, internationaler Leiter für festverzinsliche Anlagen bei der JP Morgan Asset Management, einem der weltweit größten Anleihen-Investoren, und merkt an: „Der Investitionsfall ist da, wie bei allen diesen Dingen ist es jedoch eine Frage der Preisbildung.

Griechenland benötigt vorläufig keine Einnahmen aus Anleihen

Griechenland gab nie offiziell einen programmierten Verkauf 10-jähriger Anleihen bekannt und die Strategen der DZ Bank merkten an, dank der finalen Tranche der 15 Mrd. Euro (17,2 Mrd. USD) von dem Rettungsfonds der Eurozone sei es vorläufig nicht von eventuellen weiteren Einnahmen aus Anleiheverkäufen abhängig. Sogar auch ohne neue Anleiheverkäufe würde Griechenland für 2018 und 2019 einen Einnahmeüberschuss von zusammen 13,1 Mrd. Euro haben, merkten sie in einer Studiennotiz an.

Die drei Bankiers erklärten, höchstwahrscheinlich sei eine neue Emission mit einer Rendite irgendwo zwischen 25 und 40 Basispunkten notwendig um einen Deal über eine Zehnjahres-Anleihe abzuwickeln. Der Verlauf der Kurve der griechischen Regierungsanleihen lasst schließen, dass eine im September 2028 auslaufende Anleihe mit einer Rendite von ungefähr 4,40% – 4,45% gehandelt werden wird. Unter Einbeziehung des Neuemissionsaufschlags schiebt das die Rendite einer neuen 10-Jahres-Anleihe auf die 5%-Marke zu.

(Quellen: sofokleous10.gr, reuters.com)

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