Griechenland verliert die Marktgangwette

14. August 2018 / Aufrufe: 600

Die internationalen Entwicklungen mit Rom im Mittelpunkt verschließen der Regierung Griechenlands den beworbenen Gang an die Finanzmärkte.

Die von den Entwicklungen in Italien hervorgerufene internationalen Turbulenzen treiben die Renditen der griechischen Anleihen in die Höhe, wozu viele Analysten anmerken, wie falsch die Entscheidung des Premierministers Alexis Tsipras war, die von der Griechischen Bank vorgeschlagene sogenannte präventive Kreditlinie nicht zu akzeptieren.

Die Renditen der griechischen Anleihen, die den Gedanken an einen sofort oder im Herbst 2018 erfolgenden Gang an die Märkte zu einem Sommernachtstraum machen, zerstören auch die Show des Premierministers bezüglich des Endes der Memoranden.

Die Wette eines Marktgangs vor dem 20 August ist bereits verloren

Die Hauptgründe, aus denen die Zinssätze der griechischen Anleihen wieder zu steigen begonnen haben, sind die wegen des Haushaltsplans für das Jahr 2019 erneut rund um den italienischen Markt herrschende Nervosität, wobei die Investoren sich wegen eines anstehenden Bruchs zwischen Rom und Brüssel beunruhigen. Allerdings sind es nicht nur die Entwicklungen in Rom. Das internationale Umfeld ist auch wegen der Krise belastet, die den türkischen Markt und die türkischen Anleihen getroffen hat, und es gibt auch die Erschütterungen in Russland wegen der Sanktionen der USA.

Die Rendite der griechischen Zehnjahresanleihe begann nach einer sehr kleinen Pause wieder anzuziehen und brach erneut den „Damm“ von 4%. Konkret gestaltete sie sich bei einem Anstieg der Größenordnung von 4,15% auf 4,144% und tangierte damit die höchsten Niveaus seit dem 22 Juni 2018. Noch intensiver war der Druck auf die griechische Fünfjahresanleihe, deren Rendite sich bei einem Anstieg der Größenordnung von 5,28% auf 3,212% und ebenfalls die höchsten Niveaus seit Ende Juni 2018 gestaltet, während die staatliche Siebenjahresanleihe eine Rendite der Größenordnung von 3,725% (gegenüber vorher 3,51%) zeigte und sich damit wieder von dem Niveau ihrer Emission im Februar (3,5%) entfernte.

Die Wette des Gangs Griechenlands an die Märkte noch vor dem 20 August 2018 ist bereits verloren, und es wird außerordentlich zweifelhaft, ob eine neue Emission im September 2018  möglich sein wird. Und dies, weil das internationale Umfeld sich mit den die Investoren destabilisierenden Entwicklungen in Italien nicht nur einfach nicht verbessert, sondern mit den Investoren belastet wird, die eine zurückhaltende Haltung beibehalten und das Risiko vermeiden, indem sie eine Wende zu den sicheren Investitions-Zufluchtsorten vollziehen.

Draghi machte Griechenlands Hoffnungen auf QE zunichte

Die Probleme des Marktgangs Griechenlands betonte auch die Haushaltsstelle des Parlaments und merkte an, „mit sowohl dem Vorhandensein von Liquiditäts-Sicherheitsreserven erheblicher Höhe als auch den Gefahren einer Verschlechterung des Investitionsklimas im Fall relativ hoher Zinssätze wegen Unruhen an den internationalen Märkten als gegeben muss ein Markthang sorgfältig und gut geplant sein„.

Noch trüber wurde das Bild auch wegen der „roten Karte“, die der Leiter der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bezüglich der Aufnahme der griechischen Anleihen in das Programm quantitativer Lockerung (QE) zog. Somit gründen die Hoffnungen des Wirtschaftsstabs der griechischen Regierung sich nun auf die Informationen bezüglich einer großen Aufwertung der griechischen Wirtschaft, die ein starkes Signal an die Märkte schicken könnte. Nur dass diese Hoffnungen und Informationen sich nicht bestätigen, da eingeschätzt wird, dass jedwede Aufwertung eine „konservative“ (sprich vorsichtige) Aufwertung sein wird, welche die griechischen Anleihen von der Kategorie der „Investitionsnote“ weiterhin entfernt halten wird.

(Quelle: iefimerida.gr)

  1. GR-Block
    14. August 2018, 02:26 | #1

    „Draghi macht Griechenlands Hoffnungen auf QE zunichte.“ – Woher kenn ich das bloß? Nein, er wird sich doch nicht am Ende des Professors Pessimismus zu eigen machen. Ich sehe kommen, dass uns Draghi den Βαρουφακιος Δάκτυλος zeigt, wenn es an die troikanische Rettung Italiens geht.

Kommentare sind geschlossen