Griechenland verheimlicht 300000 Arbeitslose

19. Juli 2018 / Aktualisiert: 25. Juli 2018 / Aufrufe: 768

Mittels statistischer Tricks kehrt Griechenland rund 300000 Arbeitslose unter den Teppich und schönt die offizielle Arbeitslosenquote um rund 6 Prozent!

Unter Ausnutzung der sogenannten „kreativen Buchführung“ der „Euro-Statistics“ werden in Griechenland ungefähr 300.000 Arbeitslose unter dem Teppich versteckt.

Infolgedessen präsentierte sich im Mai 2018 die nationale Arbeitslosenquote um wenigstens 6 Prozentpunkte niedriger als sie in Wirklichkeit betrug.

Griechenland fälscht seine Arbeitslosenzahlen … legitim

Die von Brüssel mittels des „Statistischen Amts der Europäischen Union“ (Eurostat) bei dem Berechnungsmodus der Arbeitslosigkeit gesetzten Regeln beweisen, dass das „Frisieren“ von Daten nicht nur gestattet ist, sondern geradezu auferlegt wird.

Die Weise ist simpel. Anstatt in Wirklichkeit als Arbeitslose werden sogar auch all jene, die während der Referenzperiode (also während der Woche der Durchführung der Erhebung über das Arbeitskräftepotential durch die ELSTAT) sei es auch nur eine einzige Stunde (!) gearbeitet haben und unabhängig von ihren Bezügen als Beschäftigte berücksichtigt.

Konkret gelten auf Basis der Regeln der „Euro-Statistics“

  1. Als Beschäftigte: Personen im Alter von 15 Jahren und mehr, die in der Referenzwoche entweder sei es auch nur eine Stunde zum Zweck einer Vergütung oder im Familienunternehmen oder überhaupt nicht arbeiteten, jedoch eine Anstellung inne hatten, der sie vorübergehend fernblieben.
  2. Als Arbeitslose: Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die nicht als arbeitslos charakterisiert (registriert) waren, umgehend für eine Beschäftigung verfügbar waren und entweder in den letzten 4 Wochen aktiv nach Arbeit suchten oder eine Arbeit gefunden hatten, die sie in den kommenden 3 Monaten antreten würden.

Auf Basis der „Euro-Statistics“ werden also von der ELSTAT als Beschäftigte sogar auch all jene berücksichtigt bzw. gezählt, die bei dem „Einheitlichen Träger für Sozialversicherung“ (EFKA) mit einer minimalen Anzahl an Arbeitstagen registriert sind und monatliche „Taschengelder“ von unter 50 Euro brutto (!) bis zu bestenfalls 300 Euro brutto erhalten (welche Beträge weit unter der monatlichen „Armutsschwelle“ von 380 Euro im Monat liegen).

Reale Arbeitslosigkeit in Griechenland liegt bei über 26 Prozent

Somit werden in Griechenland vor der Liste der Arbeitslosen insgesamt 279.998 Personen „versteckt“, die sich auf Basis „neo-feudaler“ Verdienste folgendermaßen aufschlüsseln:

  • 30.530 Personen mit monatlichen „Bezügen“ von höchstens 50 Euro brutto,
  • 43.464 Personen mit monatlichen Bruttobezügen ab 50 bis 100 Euro,
  • 51.694 Personen mit monatlichen Bruttobezügen ab 150 bis 200 Euro,
  • 45.168 Personen mit monatlichen Bruttobezügen ab 200 bis 250 Euro
  • 60.174 Personen, die ab 250 bis 300 Euro brutto im Monat verdienen.

Aus den selben Gründen bleiben ungefähr 20.000 Personen, die sich in einem Ausbildungsprogramm oder in einem Programm zum Erwerb von Berufserfahrung befinden, außerhalb der Arbeitslosenliste.

Wenn die Statistik die tatsächlichen gesellschaftlichen Fakten berücksichtigen würde, gälten auch diese Bürger als arbeitslos. In diesem Fall würde die offizielle Arbeitslosenquote nicht 20,1% (Mai 2018), sondern 26,1% betragen.

(Quelle: dimokratianews.gr, Autor: Nasos Chatzisakos)

  1. windjob
    19. Juli 2018, 10:12 | #1

    Was bitte ist daran so ungewöhnlich. Deutschland praktiziert diese Methode schon seit vielen Jahren. Durch Umschulungen, 1€ Jobs und andere Tricks verschwinden Arbeitslose aus der offiziellen Statistik. Praktiziert wird dies übrigens in vielen Ländern. Daher auch der Spruch, trau keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.

    • GR-Block
      19. Juli 2018, 21:02 | #2

      Richtig, und deshalb vergleicht man eigentlich auch nur die Anzahl der Jobs in Vollzeitäquivalenten pro Kopf der Bevölkerung. Dann weiß man, welcher Anteil arbeitet und wieviele er ernähren muss.

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