Griechenland als Versuchstier nun auch im Flüchtlingsthema

16. Juli 2018 / Aufrufe: 746

Nach den wirtschaftspolitischen Experimenten zu Lasten Griechenlands soll das Land nun offensichtlich auch im Flüchtlingsthema als Versuchstier dienen.

Alle, sogar die … gescheiterten Ärzte der sogenannten Institutionen, gestehen mittlerweile ein, dass Griechenland hinsichtlich der Themen der Wirtschaft mit den Memoranden zu Europas „Versuchstier“ wurde. Unser Land wurde zum Modell für die Besatzung neuen Typs der Länder des Südens, das nichts anderes als ihre Geiselnahme mittels der Schulden ist.

Parlamente und demokratische Institutionen haben sich mittlerweile den Chefetagen außerinstitutioneller Organe ergeben, die keinerlei Legitimierung durch das Volk haben. Europäische Kommission und Eurogruppe erhielten Ermächtigungen, die das Europa der Völker zu einem Europa der Experimente machten, wobei Deutschland die „Führung“ hat, und zwar entweder persönlich oder mittels seiner Repräsentanten in diversen Organen, die es dort „einpflanzt“ und die „Drecksarbeit“ für sich erledigen lässt.

Nun sind die Griechen auch noch an Flüchtlingen und Migranten schuld

Resultat ist, dass Deutschland sich an der Krise reich verdient, die Griechenland – wie auch andere Länder des Südens – heimsuchte, aber zur selben Stunde auch der Architektur der Europäischen Union ein Ende setzt. Die anstatt in die europäische politische Vollendung zu investieren leider in eine Währungsunion umgewandelt wurde, deren einzige „Leistung“ war, die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen.

Der große Verlierer dieser Krise, die als Wirtschaftskrise begann und zu einer Krise der Institutionen und Politiken gemacht wurde, ist leider Europa nebst seinem zentralen Pfeiler, welcher der Sozialstaat war. Und anstatt zu sehen, wie manche durch den Preis der Umwandlung Griechenlands zu einem Versuchstier der Memoranden zur Vernunft kommen, sehen wir sie, uns mit mathematischer Akribie auch das nächste Experiment vorzubereiten: das des Flüchtlingsthemas.

Ihre Taktik ist die selbe. Wie fesselten sie uns mit Händen und Füßen an die Memoranden? „Ihr Griechen seid Faulpelze, Taugenichtse, Schlitzohren, trinkt Ouzo und macht Urlaub und lebt von dem Geld, das wir Euch liehen. Ihr nutzt uns aus um es Euch gut gehen zu lassen.

Dies war ihr beständiger Refrain. Was tun sie nun im Flüchtlingsthema? Praktisch das selbe. „Ihr Griechen seid schuld, weil Ihr Eure Grenzen nicht bewacht. Ihr bringt das Geld durch, das wir Euch für Infrastrukturen geben, und tut nichts. Ihr sei dafür verantwortlich, dass all Jene (Flüchtlinge und Migranten) in unsere Ländern durchkommen.“ Ist es nicht das, was sie sagen?

Niemand spricht über Business und geopolitische Spiele Dritter

Haben Sie jedoch irgend etwas über die Geschäfte und geopolitischen Spielchen vernommen, die Amerikaner, Russen und Andere in der Region spielen und zum Resultat hatten, dass der Flüchtlingsstrom ausbrach, der Griechenland, Italien und andere Länder erstickte?

Verlieren sie ein einziges Wort über die Verantwortungen der Frontex, von der angenommen wird, dass Griechenland sie schon vor Monaten um Hilfe bei der Bewachung seiner Seegrenzen gebeten hat? Haben Sie jemanden – essentiell, nicht nur mit leeren Worten – über die Türkei sprechen hören, die den (Flüchtlings-) Hahn nach Gutdünken öffnet und schließt? Oder über all das, was die Länder der sogenannten Visegrad-Gruppe machten, die innerhalb der EU Mauern hochzogen um sich zu schützen?

Natürlich nicht, darüber verlieren sie kein Wort. Wie üblich beschränken sie sich darauf, auf das infolge ihrer Entscheidungen strapazierte Griechenland zu zeigen. Ein Land, dem nun, wo es sich aufzurappeln beginnt, seine angeblichen Partner ein neues … Paket, nämlich das Flüchtlingsthema schnüren. Sie sind an dem Punkt angelangt, Griechenland zu drohen, wenn es zu den zwischenstaatlichen Vereinbarungen über die Rückführungen nicht „Ja“ sagt, werden sie uns diese mit Gewalt zurückschicken.

Das neue Experiment, das Europa verändert, begann durch Hand der Bayern und Italiener. Wenn Ihnen das etwas sagt …

(Quelle: dimokratianews.gr, Autor: Nikos Eleftheroglou)

  1. Anton
    16. Juli 2018, 14:42 | #1

    Ist leider wahr – nur was wäre zu tun? Die Dublin-Regelung ist nicht nur gescheitert, sie entspricht auch nicht den EU-Rechtsgrundsätzen (Art.77 ff AEUV); Italien oder Griechenland dürfen danach nicht allein für die Flüchtlingspolitik verantwortlich sein. So ist es mittlerweile rechtlich ein „alter Hut“, dass Eu-Recht der Regelung bezüglich Art 16a Abs. 3 GG vorgeht. Positiv überraschend, dass wenigstens das Oberste Gericht in Spanien nun die Regierung gerügt hat, dass sie nicht vereinbarungsgemäß genügend Flüchtlinge aufgenommen hat. Die griechische Regierung kann und sollte aus rechtlichen Gründen die geplante Entsorgungsregelung ablehnen – und nicht wie Italien „sein Ding machen“ und frontal gegen EU-Recht verstoßen. Gerade weil Italien aktuell selbst Frontex-Flüchtlinge nicht mehr aufnehmen will, kann Griechenland auf Dringlichkeit einer Entlastungsregelung bei EuGH pochen. Auf keinen Fall sollte die griechische Regierung auch nur den Eindruck erwecken, es ginge evtl. doch, was sich da (u.a.) Deutschland und Österreich wünschen. Es geht nicht. Und die Schulden sind kein Verhandlungsgegenstand – leider auch in den Augen der Regierung nicht. Kommt übrigens Italien ungestraft mit seiner Totalverweigerung durch, wäre Griechenland noch mehr belastet. Also endlich auch mal rechtlich aktiv werden.

  2. Kleoni
    16. Juli 2018, 15:43 | #2

    Die EU-Binnenländer haben doch hinter verschlossenen Türen beschlossen, dass Griechenland viele Inseln in der Ägäis hat, die sich besonders gut als Parkplätze für Flüchtlinge eignen. Die Flüchtlinge können nicht aufs Festlandfliehen, Infrastruktur (Hotels, Ferienwohnungen) sind vorhanden, zur Versorgung wird die dort lebende griechische Bevölkerung verpflichtet. Die dazu benötigten Güter sind von der griechischen Bevölkerung ab 2019 zum erhöhten Mehrwertsteuersatz der auch für die Flüchtlingsgsinseln zu gelten hat, zu beschaffen. So ist gewährleistet, das die Eurostaaten auch garantiert pünktlich die Zinszahlungen für die sog. „Hilfsgelder“ in die Länder der Eurozone abgeführt werden.
    Im Gegenzug sendet die EU heisse Luft und leere Versprechungen sowie alle 3 Monate ihre Landvögte, damit diese überprüfen, dass die griechische Bevölkerung ihre Frondienste leistet und ihren Verpflichtungen nachkommt, damit die europäischen Banken keine Verluste erleiden. Dass inzwischen ein Grossteil der griechischen Bevölkerung total verarmt ist, keine medizinische Grundversorgung mehr hat und viele Griechen darunter auch Kinder und vor allem alte Menschen hungern, interessiert Brüssel nicht. Vielen Griechen geht es inzwischen schlechter als in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg und wieder sind es vor allem deutsche Politiker, die dieses Elend zu verantworten haben.

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