Wird Griechenland systematisch verarscht?

26. Juni 2018 / Aufrufe: 832

Griechenlands sogenannte europäische Partner versprachen 2012, die Verschuldung des Landes bis 2022 auf unter 110% seines BIP zu senken, tun es aber nach wie vor nicht!

Mit zwei Post auf Twitter setzte Peter Spiegel, Redakteur der Financial Times, dem Jubel in Griechenland und Europa in Zusammenhang mit den bei der Eurogruppe des 21 Juni 2018 vereinbarten Maßnahmen zur Erleichterung der griechischen Verschuldung einen Dämpfer auf.

Die Eurogruppe hatte Griechenland nämlich bereits Ende 2012 versprochen, die Verschuldung des Landes bis 2022 auf spürbar unter 110% seines BIP reduzieren zu werden, wovon der jüngst getroffene Beschluss der sogenannten „europäischen Partner“ jedoch weiter als je zuvor entfernt liegt.

Griechenlands Verschuldung bleibt weit über den versprochenen 110%

Peter Spiegel führt charakteristisch an: „Ich bin alt genug um mich daran zu erinnern, wie (im November 2012) die Eurogruppe Griechenland eine signifikante Erleichterung seiner Verschuldung versprochen hatte, damit letztere bis 2022 ’spürbar unter die Grenze von 110% (des BIP) gesenkt wird‚. Es ist es wert, sich nach der ganzen heute Morgen (Anmerkung: am 22 Juni 2018) in Athen und Brüssel erfolgten Selbstverherrlichung daran zu erinnern.
https://twitter.com/SpiegelPeter/status/1010057121885511680

In einem zweiten Post wiederum merkt der bekannte Journalist an, dass die Verschuldung Griechenlands sich auf Basis der letzten Angaben der Europäischen Kommission aktuell bei 177,8% des BIP befindet, und fügt hinzu, „diese neue Erleichterung der Verschuldung wird uns bis 2022 auch nicht nur in die Nähe von 110% bringen„.
https://twitter.com/SpiegelPeter/status/1010058140119977984

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. wolfgang fubel
    26. Juni 2018, 13:16 | #1

    Nicht nur Griechenland! Wir Alle werden von dieser Hochkriminellen Finanzmaffia verarscht! Nur die Profiteure dieses abartigen Systems fühlen sich nicht verarscht.

  2. GR-Block
    27. Juni 2018, 03:06 | #2

    Ich fürchte, die EU hat es geschafft, dass sich alle Seiten verarscht fühlen, selbst die Ärsche. Dabei ist der Kahlschlag in der griechischen Volkswirtschaft eher ein Nebenkriegsschauplatz. Nein, hier wurden die 500 Mio gleichzeitig verarscht und dabei auch die, die Sarkozy, Merkel, Hollande und Macron nicht wählten.
    In GR wurde Papandreou vom Arsch zum Verarschten. Anders Papadimos, der war Arsch und blieb es.. Samaras hingegen war eine eher tragische Figur in diesem Drama und Tsipras ein typischer Sozialdemokrat. Aber immer der Reihe nach:
    2010 akzeptierte Papandreou neben dem IWF-Kreditvertrag über 32 Mrd auch den Auftrag, die Veruntreuung eines 80-Mrd-Pakets aus EU-Steuergeldern zu ermöglichen. Dafür erhielt er gemeinsam mit Schäuble am 3. Okt. 2011 den Quadrigapreis (des Deutschen Reiches). Kurz darauf wurde er von Schäuble verarscht. Der war von dieser ersten Erfolgsstory nämlich so angetan, dass er ein zweites Paket ins Spiel brachte. Papandreou stoppte sofort den Transfer und verzichtete auf die letzten IWF-Kredittranchen (von 12 Mrd. €). Als er allerdings ein Referendum ankündigte, wurde er in einer beispiellosen, EU-weiten publizistischen Schlammschlacht gestürzt. Seitdem wurde der Quadrigapreis nie wieder verliehen, er war besudelt. Zu viele Ärsche gleichzeitig hatten ihn bekommen.

    Samaras nutzte seine Chance und versprach alles zu unterschreiben – offenbar glaubte er, dafür den Karls- oder gar Friedensnobelpreis zu bekommen – verlangte aber nun endlich den mit Papandreou abgesprochenen „Schuldenschnitt“ der virtuellen (EU-)Kredite, um bei den Griechen zu punkten. Als er den Vertrag sah, waren da neben den restlichen 12 Mrd. IWF-Kredit plötzlich wahnsinnige 130 Mrd. „EU-Steuergelder“ zu veruntreuen. Er sollte damit die beteiligten Privatbanken zu 100% entschädigen. Damit wurde der PSI (=private sector „involvement“) ad absurdum geführt und die 500 Mio verarscht. Zähneknirschend unterschrieb Samaras, um kurz danach zu erfahren, dass er die nicht-abgerufenen 34 Mrd. seines Vorgängers ebenfalls auf dem Hals hätte (also 2. Veruntreuung = 164 Mrd. €). Damit war nun ER verarscht und deshalb ziemlich angepisst. So setzte er alles daran, der Erfolgsstory ein Ende zu bereiten. 2014 war es dann soweit. Samaras hatte das Volk so sehr geschröpft, dass es einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftete. Bewaffnet mit diesen Zahlen präsentierte er SEINE Erfolgsstory und verlangte er von den „Partnern“ das Ende des Veruntreuungsprogramms. Die allerdings hatten schon eine dritte Erfolgsstory geschrieben, mittels der sie ihre Karrieren weiter ausbauen wollten. Deshalb wurde die letzte Kredittranche gesperrt und damit Samaras Erfolgsstory nebst Karriere zerstört.

    Jetzt hatte es die EU mit dem radikalen aber doch noch sozialdemokratischen Tsipras zu tun. Der war cleverer. Er schickte seinen schönsten „Killer“ gegen die Troika. Die IWF-Chefin erlag dessen Charme und scherte aus dem Programm aus. Damit war die Troika Geschichte – „killing me softly with his…“ Obendrein verlangte sie den längst überfälligen Schnitt der virtuellen Schulden, wow! Yanis muss ein Gott gewesen sein. Jetzt konnte man nichts mehr gegen die Demokratie unternehmen, das Volk schleuderte dem Faschismus wie schon einmal sein OXI entgegen.
    Um nicht wie seine Vorgänger aus seiner Karriere herausgebombt zu werden, unterschrieb Tsipras – ganz Sozialdemokrat – die dritte Erfolgsstory, ließ aber am Ende nur insgesamt 55 Mrd veruntreuen, kaum mehr als Papandreou. Auch bezahlte er bis 2016 dessen IWF-Kredit vollständig zurück.
    Damit haben die beiden sozialdemokratischen Arschbacken für 8 Jahre 20 Mrd € Kredit in Anspruch genommen und die 500 Mio um knapp 100 Mrd. veruntreuter Steuergelder verarscht. Samaras, der konservative smart ass jedoch, verarschte die Völker ganz alleine um 164 Mrd. € Steuergelder, kriegte aber nur 12 Mrd IWF-Kredit. Und den hatte eigentlich Papandreou herausgeholt. Damit ist der Samariter sowohl Verarschter als auch Arsch, also die tragische Figur schlechthin.

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