Türkei hält Griechenlands Offiziere weiter in Geiselhaft

21. Juni 2018 / Aufrufe: 334

Der Abtrag der beiden seit über drei Monaten in der Türkei inhaftierten griechischen Offiziere auf Entlassung aus der Untersuchungshaft wurde erneut abgelehnt.

Die beiden in der Türkei inhaftierten griechischen Militärs Angelos Mitretodis und Dimitris Kouklatzis werden nach dem neuen negativen Beschluss des zuständigen türkischen Gerichts bezüglich ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft weiterhin in Haft bleiben.

Es handelt sich um den vierten Haftentlassungsantrag, den die beiden griechischen Offiziere stellten, die seit dem 01 März 2018 im Hochsicherheitsgefängnis Edirne einsitzen, ohne dass abgesehen von dem Umstand, angeblich illegal türkischen Boden betreten zu haben, irgendwelche Anklagen gegen sie erhoben worden sind.

Türkei hält griechische Offiziere weiterhin als „politische Geiseln“ fest

Die drei vorherigen Anträge der beiden griechischen Offiziere auf Entlassung aus der Untersuchungshaft waren von den türkischen Richtern mit der Begründung, keinen ständigen Wohnsitz in der Türkei zu haben (und deshalb fluchtverdächtig zu sein), sowie auch dem Umstand, dass die türkische Justiz immer noch die bei den Offizieren beschlagnahmten „digitalen Elemente“ (sprich Mobiltelefone) untersuche, abgewiesen worden.

Die beiden Militärs waren daraufhin jüngst zur Gefolgschaft der griechischen Botschaft in Ankara versetzt worden (siehe auch: In der Türkei illegal inhaftierte griechische Militärs sind nun „Diplomaten“, die Verabschiedung einer bereits eingereichten gesetzlichen Regelung durch das griechische Parlament steht noch aus), womit sie nunmehr mit einem ständigen Wohnsitz in der Türkei und nicht fluchtverdächtig erscheinen, was jedoch die Entscheidung des Gerichts, auch den neuen Entlassungsantrag abzulehnen, nicht beeinflusst zu haben scheint.

Die Untersuchung des vierten Antrags der beiden Offiziere durch das türkische Gericht wurde angesichts der in der Türkei am kommenden Sonntag (24 Juni 2018) anstehenden Wahlen sogar beschleunigt betrieben und es war ohnehin fast sicher, dass es in dem Thema vor den Wahlen keinerlei Entwicklung geben werden würde, da sich unter den gegebenen Umständen kein türkischer Richter traut, buchstäblich „Kopf und Kragen“ aufs Spiel zu setzen.

Es sei daran erinnert, dass von türkischer Seite das Thema der beiden festgehaltenen griechischen Offiziere wiederholt unverblümt mit der geforderten Auslieferung der 8 desertierten türkischen Militärs in Zusammenhang gebracht wurde, die sich am 16 Juli 2016 nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei nach Griechenland absetzten und denen in Griechenland mittlerweile allen rechtskräftig politisches Asyl gewährt wurde.

(Quellen: iefimerida.gr, topontiki.gr, Medienberichte)

Kommentare sind geschlossen