Sotheby’s verklagt Griechenland

12. Juni 2018 / Aufrufe: 443

Im Streit um die rechtmäßige Herkunft einer antiken Statuette erhob das Auktionshaus Sotheby’s Klage gegen das Kultusministerium Griechenlands.

Das Auktionshaus Sotheby’s schritt zu einem in der Geschichte beispiellosen Zug, da es das griechische Kultusministerium vor Gericht bringt, weil es verlangte, dass eine antike griechische Statuette – ein kupfernes Pferd – nicht versteigert wird.

Die den Fall enthüllende Zeitung „Financial Times“ betont, dass es sich um einen außerordentlich ungewöhnlichen juristischen Versuch des besagten Auktionshauses handelt, inmitten einer Zunahme der Beanspruchungen seitens der Herkunftsländer „die Rechte der rechtmäßigen Eigentümer zu verdeutlichen„.

Ein typischer Fall aus Griechenland „geklauter“ Antiquitäten?

Die Klage des Auktionshauses ist bereits bei einem Gericht in New York eingereicht und den Besitzern des Objekts zugestellt worden, die Verwandte der verstorbenen Sammler Howard und Saretta Barnet sind, die das kupferne Pferd im Jahr 1973 kauften.

Die Statuette, welche die Reaktion auslöste, ist korinthischer Art, hat eine Höhe von 14 Zentimetern und wird auf das 8. Jahrhundert vor Christus datiert. Ebenfalls ist ihr Wert auf ab 150.000 bis zu 200.000 (anderen Quellen sogar 250.000) Dollar geschätzt worden. Die Figur sollte am 14 Mai 2018 in New York zusammen mit anderen Stücken der Sammlung der Barnets versteigert werden. Sie war eins der signifikantesten Stücke der Auktion, Sotheby’s zog sie jedoch im letzten Moment von der Auktion zurück.

Laut der „Financial Times“ schickte das griechische Kultusministerium einen Tag vor der geplanten Auktion ein Schreiben und verlangte die Zurückziehung der Statuette und ihre Rückgabe an Griechenland. In dem einschlägigen Schreiben merkte das Ministerium an, in seinen Archiven existiere Nichts, das zeige, dass das Objekt „rechtmäßig außer Landes gelangte„, und behalte „sich das Recht vor, die erforderlichen juristischen Maßnahamen für seine Rückführung (nach Griechenland) zu ergreifen„.

Sotheby’s wies die griechischen Forderungen zurück und hob hervor, das Pferd sei 1967 bei einer Auktion in der Schweiz verkauft worden, bevor es in die Sammlung der Barnets überging. Das Haus zog jedoch die Statuette schließlich im letzten Moment von der Auktion im Mai 2018 zurück, da ihre Beanspruchung durch Griechenland ihrem Handelswert schadete.

In anderen Fällen umstrittener Herkunft zogen bisher Eigentümer und Auktionshäuser Antiquitäten solcher Art von Auktionen zurück, da sie diese eh kaum noch (legal) veräußern konnten, und verhandeltenn dann „hinter geschlossenen Türen“ mit dem beanspruchend Land um ihm das strittige Objekt zu verkaufen.

Griechenlands Kultusministerium behält sich alle Rechte vor

Das Ministerium für Kultur und Athletik wartet darauf, dass ihm die Klage des Hauses Sotheby’s und der Familie Howard und Saretta Barnet bekanntgegeben wird, und wird alle notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung des öffentlichen Interesses ergreifen.

Vorstehendes betont Informationen zufolge das griechische Ministerium für Kultur und Athletik anlässlich der Reportage der „Financial Times“, die unter anderem berichtet, das Auktionshaus habe eine Klage gegen das Kultusministerium Griechenlands ausgeübt, weil es Anspruch auf eine antike griechische Statuette eines Pferdes erhob, die versteigert werden sollte.

(Quelle: naftemporiki.gr)

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