Noch ein Aufschub für Griechenlands Umschuldung?

25. Juni 2018 / Aufrufe: 318

Nach den jüngsten Statements der Institutionen scheinen Griechenlands europäische Partner es mit einer essentiellen Intervention bei seiner Verschuldung nicht eilig zu haben.

Die aus den nicht verwendeten Geldern des 3. Programms („Memorandums“), den 2017 erfolgten Anleihen-Emissionen und der Erstattung der Gewinne der Zentralbanken geschaffene Liquiditätsrücklage ist geeignet, Griechenlands Kreditbedürfnisse wenigstens bis 2020 zu decken.

Parallel ist der Sekundärmarkt der griechischen Anleihen sehr beschränkt und folglich besteht keine Gefahr einer Entgleisung der sogenannten „Spreads“.

Für einen „Cut“ muss Griechenlands Verschuldung erst reprivatisiert werden

Jedoch selbst wenn Griechenlands europäische Partner die Absicht zu einer essentiellen Umstrukturierung seiner Verschuldung mit einem nominellen Schnitt hätten, würde dieser nicht realisiert werden können, weil ganz einfach eine große Vorbereitung nötig ist. Es reicht anzuführen aus, dass in der Satzung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), der den größten Inhaber griechischer Verschuldung darstellt, die Umschuldung untersagt ist. So wie ebenfalls die Beteiligung der Institution an Eingriffen in eine nicht tragfähige Verschuldung untersagt ist.

Nach vielen Interventionen bei der griechischen Verschuldung, den Zinssätzen und den Laufzeiten muss die Verschuldung erst wieder privatisiert werden, damit bei ihr eine essentielle Beschneidung erfolgt. Solange der größte Teil der Verschuldung (nach dem PSI, ungefähr 82%) bei staatlichen oder übernationalen Trägern verbleibt, ist die nominelle Beschneidung unerschwinglich. Nur wenn die griechische Verschuldung (wieder) in Anleihen veranschlagt wird, ist dann seitens des europäischen Banksystems möglich, sie zu kaufen. Und in diesem Fall ist Zeit nötig, damit das europäische Banksystem Anleihen von Mitgliedsländern der WWU kauft.

Weiter darf nicht vergessen werden, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Programm quantitativer Lockerung in ihren Aktiva mehr als 2,6 Billionen an Anleihen hat und kaum erwarten kann, sie an die europäischen Banken zu verkaufen. Schließlich trat bei den obigen wirtschaftlichen Problemen auch noch ein politisches in Erscheinung: Die neue Regierung Italiens fordert von der EZB einen Cut von 250 Mrd. Euro. Nachdem die EU selbst bei der anfänglichen Diskussion der italienischen Forderung negativ zu sein scheint, würde sie kaum zu einer drastischen Beschneidung der griechischen Verschuldung schreiten können.

All das Obige scheint die essentiellen Interventionen (bezüglich der Verschuldung Griechenlands) zu erschweren und für die Adoption der bekannten europäischen Methode einer Bewältigung der Probleme … per Aufschiebung zu sprechen.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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