Griechenlands heilige Kuh der Immobilien

18. Juni 2018 / Aufrufe: 2.674

Hunderttausende Eigentümer von Immobilien in Griechenland werden sich bei Erhalt der Bescheide zur Immobiliensteuer 2018 ungläubig die Augen reiben.

In Griechenland „werden sich hunderttausende Steuerpflichtige, insbesondere im Raum Attika, die Augen reiben, wenn sie die neuen Steuerbescheide zur ENFIA 2018 sehen„.

Dies vertrat der Panhellenische Verband der Immobilieneigentümer (POMIDA) umgehend nach der Bekanntgabe der neuen Immobilien-Einheitswerte, die sofort für die ENFIA 2018 und ab Anfang 2019 auch für alle übrigen immobilienbezogenen Steuern gelten werden.

In Griechenland ist keinerlei Entlastung der Immobilien in Sicht

Es bleibt natürlich abzuwarten, die diesjährigen Bescheide zur sogenannten „Einheitliche Immobilien-Besitzsteuer“ (ENFIA) zu sehen, um zu dem Schluss zu gelangen, ob die POMIDA oder das griechische Finanzministerium recht hat, das nämlich seinerseits betont, 97% der natürlichen Personen werden im Verhältnis zum vergangenen Jahr geringere, unveränderte oder marginal höhere Bescheide haben.

Was natürlich ganz simpel bedeutet, dass 3% der Eigentümer aufgefordert werden sein, die „Rechnung“ der diesjährigen ENFIA zu schließen, die stabil bei 2,65 Mrd. Euro bleibt.  Unabhängig davon, wie viele Eigentümer und mit wie viel diese auch in diesem Jahr belastet werden, da immer irgendwelche Leute bezahlen müssen, weil anderenfalls die Zahlen nicht aufgehen, ist die Essenz natürlich eine: In der gegenwärtigen Phase kann keinerlei Änderung die Entlastung der Eigentümer zum Ziel haben. Das ist Fakt.

(Anmerkung: Um die im Haushaltsplan festgeschriebene Summe von 2,65 Mrd. einzunehmen, müssen angesichts der veranschlagten Beitreibungsfähigkeit der ENFIA auch 2018 weit über 3 Mrd. Euro „festgestellt“ werden.)

Griechenland sieht in Immobilienbesitzern „sichere Melkkühe“

So ist es kein Zufall, dass es keine Bestimmung bezüglich einer Senkung der sogenannten Lebensführungsindizien für Wohnungen gab, welcher Umstand zu einem Anstieg der Einkommensteuer vieler Wohnungseigentümer und Meter führen wird. Ebenso war in dem jüngst verabschiedeten Gesetzentwurf die ursprünglich vorgesehene Bestimmung zur Abschaffung der Zugewinnsteuer schließlich doch nicht umfasst. Jedoch wurden auch weder die Marktfähigkeits-Quotienten der gewerblichen Immobilien gesenkt noch die Alters-Quotienten für die alten Immobilien angeglichen.

Und die vorstehenden Änderungen werden natürlich nicht adoptiert werden, wenn nicht zuerst fiskalische Äquivalente gefunden werden, die das „schwarze Loch“ zu stopfen haben, das sich in den Einnahmen und im Haushaltsplan öffnen wird. Es werden also diverse andere zu zahlen haben, auch wenn es keine „sichereren“ Einnahmen als die aus den Immobilien gibt.

Die Schlussfolgerung ist leider wieder eine. Der Immobilien-Politik wird nur unter dem Aspekt der Einnahmen begegnet. Alle, niemanden ausgenommen, vermeiden eine Gesamtsteuerpolitik, damit jeder Bürger (im Voraus) weiß, was er zahlt bzw. zu zahlen haben wird und ob die Investition in Immobilien in Griechenland sich lohnt oder nicht.

(Quelle: naftemporiki.gr, Autor: Giorgos Kouros)

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