Türken sollen Devisen in Lira tauschen

29. Mai 2018 / Aufrufe: 404

Sultan Erdogan appelliert an die Türken, ihre Devisen in türkische Lira zu tauschen um die nationale Währung zu stützen.

Wegen des steilen Kursabsturzes der türkischen Lira offensichtlich in Panik geratend appelliert der türkische Präsident an seine Landsleute auf, in ihrem Besitz befindliche Devisen in Türkische Pfund umzutauschen.

Konkret rief Recep Tayyip Erdoğan am 26 Mai 2018 die Türken auf, ihre Dollar und Euro in türkische Lira umzutauschen, da er anstrebt, die nationale Währung zu stützen, die in diesem Jahr gegenüber dem amerikanischen Dollar bereits fast 20% ihres Wertes verloren hat.

Zentralbank der Türkei schreitet zu massiven Zinserhöhungen

Meine Brüder, die Dollar oder Euro unter der Matratze haben. Geht Eure Devisen in Lira umtauschen. Zusammen werden wir dieses Spiel zum Scheitern bringen„, erklärte Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung, die er angesichts der auf den 24 Juni 2018 angesetzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der osttürkischen Stadt Erzurum abhielt.

Abgesehen von diesem „markigen“ Appell schritt die türkische Zentralbank bereits in der vergangenen Woche zur Anhebung des Leitzinses um 3%, um dem rasanten Kursverfall der türkischen Lira (TRY) entgegen zu wirken, und mittlerweile wurden massive Interventionen beschlossen und bekanntgegeben, die der Währung erst einmal etwas „Luft“ verschafften.

Nachdem der Refinanzierungs- / Repos-Wochenzins ab dem 01 Juni 2018 von 8% auf 16,5% steigen soll, sich damit auf den selben Niveaus wie der Basiskreditzins bewegend, und im selben Moment der Tageskreditzins von 9,25% auf 18% und der Tagesgeldzins von 7,25% auf 9,25% steigt, erholte der Kurs der türkischen Lira sich am Montag (28 Mai 2018) gegenüber dem Dollarkurzfristig um 1,9% und wurde mit bis zu 4,6262 TRY je USD notiert, sank danacj jedoch wieder.

Absturz der türkischen Lira setzt Griechenlands Tourismus unter Druck

Derweilen sorgt die schwache türkische Währung auch in Griechenland für Kopfschmerzen, und zwar insbesondere hinsichtlich der unmittelbaren Auswirkungen auf den Tourismus. Besucher und Touristen aus der Türkei, die speziell im Raum der griechischen Ägäis-Inseln einen signifikanten regionalen Faktor darstellen, schränken sich finanziell ein oder bleiben ganz aus.

Touristen aus anderen Ländern dagegen stornieren sogar schon bereits gebuchte Aufenthalte in Griechenland und entscheiden sich für Reisen in die Türkei, da einerseits die immer neuen Belastungen in Griechenland (Aufenthaltsabgabe, Erhöhung der Mehrwertsteuer beziehungsweise Streichung einschlägiger Ermäßigungen usw.) und andererseits die kontinuierlich billiger werdende türkische Lira das touristische Produkt der Türkei sehr viel günstiger als das griechische machen.

(Quellen: iefimerida.gr, parapolitika.gr, Medienberichte)

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