Griechenland soll Diesel höher besteuern

4. Mai 2018 / Aktualisiert: 04. Mai 2018 / Aufrufe: 657

Was Kritik und Empfehlungen der OECD bezüglich der Kraftstoffbesteuerung in Griechenland in der Praxis bedeuten.

Es stellt kein Geheimnis dar, dass die auf griechischem Boden auf bleifreies Benzin erhobene Steuer eine der weltweit „schwersten“ ist, was zum Resultat hat, dass der griechische Autofahrer das drittteuerste Benzin in Europa bezahlt und die Inselbewohner sogar das … Privileg haben, mit dem teuersten Benzin auf dem gesamten Planeten belastet zu werden.

Das selbe gilt allerdings nicht für Dieselkraftstoff, der zwar ebenfalls mit hohen Steuern belastet sein mag, in der Gesamtsituation jedoch auf einen niedrigeren Rang fällt.

Massenhafte Wende von „Benzinern“ zu Dieselfahrzeugen

Die „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) kommt nun und moniert den Umstand, dass bei den auf die beiden Treibstoffarten ein großer Unterschied bei den Steuern existiert. Dieser Unterschied hat mittlerweile zum Ergebnis, dass es eine massenhafte Wende von dem Benzin hin zum Dieselkraftstoff gibt.

Die in Griechenland auf Dieselkraftstoff erhobene Steuer wird auf 0,6826 Euro pro Liter veranschlagt, wenn man die Sonderverbrauchssteuer, aber ebenfalls die – wiederum auch auf die Sonderverbrauchssteuer – erhobene Mehrwertsteuer von 24% mitrechnet. Insgesamt entsprechen Steuern und Abgaben auf Diesel ungefähr 50,63% des sich – im gemittelten Durchschnitt – auf 1,348 Euro belaufenden Einzelhandelspreises.

Bei Benzin ist das Bild völlig anders: Die Steuern erreichen 1 Euro pro Liter und entsprechen 64,54% des sich derzeit im gemittelten Durchschnitt auf 1,575 Euro belaufenden Einzelhandelspreises.

(Anmerkung: Die vorstehend angeführten Werte basieren auf den bei Veröffentlichung des Artikels verfügbaren jüngsten Preisangaben.)

Griechenlands Fiskus verdient an Diesel 33 Cent weniger als an Benzin

Für jeden sich von Benzin zu Diesel verlagernden Liter Treibstoff entgehen Griechenlands Fiskus also ungefähr 33 Cent. Das Problem wird Monat für Monat größer, da trotz des in letzter Zeit aufkommenden Geredes, die Verbote für Dieselfahrzeuge werden zurückkommen, der Anteil des konkreten Treibstoffs an den neuen Treibstoffverkäufen höher als 50% bleibt. (Anmerkung: Gemeint ist wohl der prozentuale Anteil der Dieselfahrzeuge.)

Die OECD bringt praktisch wieder das Thema der Angleichung der (Diesel-) Steuer aufs Tapet, damit es keinen Anreiz für die Stärkung des Verbrauchs eines steuerlich weniger einbringenden Treibstoffs gibt. Die Angleichung muss allerdings nicht obligatorisch auf dem Niveau der derzeit auf bleifreies Benzin erhobenen Steuern erfolgen, da etwas Solches ungeheure Preiserhöhungen beim Einzelhandelspreis des Dieselkraftstoffs herbeiführen würde, der wiederum angesichts des Umstands, den grundlegenden Kostenfaktor der Transportfirmen darzustellen, maßgeblich die Preise der Produkte beeinflusst.

Jedenfalls würde das Szenarium der Angleichung mit den heutigen Gegebenheiten bedeuten, dass Autofahrer in Griechenland keinen Treibstoff (sprich weder Benzin noch Diesel) zu einem Preis von weniger als 1,50 Euro pro Liter finden können werden.

(Quelle: fpress.gr)

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