Griechenland: 6 Monate Gefängnis für ein Smiley

22. Mai 2018 / Aufrufe: 795

Ein Urteil des Landgerichts Volos in Griechenland schafft neue Gegebenheiten in den sogenannten sozialen Netzwerken.

In Griechenland verurteilte die Einzelrichterkammer des Landgerichts Volos einen Einwohner der Stadt wegen der Verwendung eines lachenden Emoticons (Smiley) zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten.

Der Fall betrifft einen Einwohner der griechischen Stadt Volos, zu dessen Lasten eine in der selben Stadt ansässige Gewerbetreibende – ihn verleumdender Nachrede bezichtigend  – zu Sicherungsmaßnahmen geschritten war. Auf Beschluss der Einzelrichterkammer des Landgerichts Volos wurde dem besagten Einwohner der Stadt untersagt, sich direkt oder indirekt auf die konkrete Gewerbetreibende zu beziehen.

Gericht in Griechenland befand Smiley für beleidigend und abwertend

Die in Rede stehende Gewerbetreibende „postete“ am 02 Februar 2017 auf ihrer persönlichen Seite bei Facebook eine Werbung ihres Unternehmens ein und der Beklagte „antwortete“ unter diesem Post mit einem lachenden Emoticon. Allein dieser Smiley war jedoch genug um ihn auf die Anklagebank zu bringen.

Wie die lokale Zeitung „Tachydromos“ berichtete, wurde der Beklagte in der vergangenen Woche verurteilt und das Gericht erlegte ihm eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten wegen Verletzung einer gerichtlichen Verfügung auf. Das lachende Emoticon unter dem Post der Gewerbetreibenden wurde als beleidigend und abwertend betrachtet. Das Gericht akzeptierte, das Smiley stelle eine Verhaltens- und Stimmungsäußerung bezüglich der Charakterisierung der Persönlichkeit des anderen dar, und urteilte, dass die „Antwort“ eine strafbare Handlung und konkret eine Verletzung der Sicherungsmaßnahmen darstellte.

Den Fall handhabte der in Volos geschäftsansässige Rechtsanwalt Giannis Karagkiozos, der betonte, es gehe um ein erstes solches von dem Landgericht Volos erlassenes Urteil. Dieses signifikante Urteil scheint sogar einen Präzedenzfall zu schaffen und hat bereits das Interesse bezüglich seiner Publizierung in juristischen Zeitschriften und Datenbank auf sich gezogen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Kommentare sind geschlossen