Griechen sind Champions im … Sparschweinschlachten

16. Mai 2018 / Aufrufe: 434
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Sofern noch vorhanden, zehren die privaten Haushalte in Griechenland weiterhin von Rücklagen vergangener Jahre, um ihren Verpflichtungen entsprechen zu können.

Die privaten Haushalte in Griechenland könnten rufen „die Rückkehr zum Wachstum erfolgt ohne uns“ und sich sogar auf die statistischen Daten beziehen, um ihre Lage zu dokumentieren.

Der Vergleich mit den übrigen Ländern der Eurozone, aber auch die Fakten als solche sind entmutigend. Griechenland ist Schlusslicht beim Wachstum, es gibt keinerlei Änderung bei dem privaten Konsum (was bedeutet, dass die positive Änderung beim BIP Thema von Investitionen und Exporten ist) und das „Sparen“ (sprich die Bildung finanzieller Rücklagen) sinkt weiterhin auf immer niedrige Niveaus.

Überbesteuerung frisst Rücklagen der Haushalte in Griechenland

Auf Basis der letzten verfügbaren Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) ging auf Jahresbasis das „Sparen“ (sprich die Bildung finanzieller Rücklagen) um 6,8% zurück, was der mit Abstand schlechteste Wert in der Eurozone ist, in der es während des Jahres 2016 im Durchschnitt sogar einen Anstieg der Rücklagenbildung um 12,1% gab.

Hinsichtlich des „Sparens“ war in Griechenland jedoch nicht nur das Jahr 2016, sondern auch 2015 (mit einem Rhythmus von -5,4%) und 2014 (mit einem Rhythmus von -3,6%) und 2013 (mit einem Rhythmus von -4,7%) negativ. Griechenland rangiert in der Eurozone für die gesamte Periode ab 2009 bis 2016 auf dem letzten Platz, da es das einzige Land mit einem negativen Sparrhythmus in einer Größenordnung (von auf Jahresbasis) durchschnittlich -1,4% ist. In der selben Periode betrug für die Länder der Eurozone der Durchschnittswert +12,7%, wobei Deutschland auf dem ersten Platz figurierte.

Die Gründe, aus denen die Griechen ihre „Spardosen knacken“, sind viele:

  • Der primäre Grund war und ist wohl die Überbesteuerung, da sie die Haushalte heimsuchte, denen es bislang möglich war, einige Euro zurückzulegen.
  • Der zweite Grund war die Kürzung der Einkommen und die Bemühung der Haushalte, von den Rücklagen zehrend einen Lebensstandard beizubehalten. Diese „Politik“ der Haushalte hat jedoch eine Verfallsdatum und zeichnet sich in den Angaben über die Entwicklung des privaten Konsums ab.
  • Der 3. Grund war die speziell während der Einführungsperiode der Kapitalverkehrskontrollen herrschende Unsicherheit bezüglich der Spareinlagen.

Griechenland bleibt Schlusslicht beim Anstieg des Konsums

Hinsichtlich des privaten Konsums war Griechenlands Ergebnis für 2017 das schlechteste unter allen Mitgliedsländern der Eurozone. Bei einem sich in der Eurozone auf durchschnittlich 1,6% belaufenden Anstieg fiel er in Griechenland mit gerade einmal 0,1% marginal aus. In keinem anderen Land der Eurozone gab es eine unter +1% liegende Änderung.

Was die Erholung der Haushalte und allgemeiner der privaten Wirtschaft betrifft, differenzieren sich Zypern (der Anstieg des privaten Konsums erreichte +4,2%) und Malta (mit ebenfalls +4,2%), während in Lettland die Quote noch höher war (+5,1%).

Auf der Liste der Länder mit den schlechtesten Ergebnissen tun sich Belgien (+1,1%) und Frankreich (+1,1%) hervor.

(Quelle: fpress.gr)

  1. GR-Block
    16. Mai 2018, 10:25 | #1

    Lange Rede, kurzer Sinn!
    Der Sinn einer Finanzkrise ist, die Menschen dazu zu bewegen, ihre Rücklagen aufzubrauchen und ihre Immobilien zu verkaufen, damit sie noch stärker von Arbeitgebern abhängig sind. Das geht natürlich durch Kürzung des verfügbaren Einkommens bei möglichst gleichbleibendem Konsum (BIP). Der Mensch soll nicht frei wirtschaften können, sondern eng in einer lenkbaren Gesellschaft eingebunden sein, wie die Termite im Termitenbau. In der menschlichen Gesellschaft nennt man das den Feudalismus.
    Nachdem die Einkommen halbiert wurden, erwartete das Inkassounternehmen des Feudalismus einen moderaten Einbruch des BIP. Der IWF hatte aber die Rechnung ohne die vielen griechischen Wirte gemacht. Um ihren Besitzstand zu wahren, schraubten jene nämlich ihren Konsum auf ein Maß herunter, wie es der Feudalismus gar nicht kannte. Die Wirkung auf die Exportpartner war verheerend. Stattdessen wohnen die Griechen immer noch im eigenen Haus und halten ihre „unrentable“ Selbständigkeit – die höchste Europas. Der Abbau der Rücklagen ist viel langsamer als erwartet.

    Überbesteuerung frisst Rücklagen der Haushalte in Griechenland“ – Nein, noch viel stärker es ist die Kürzung der Einkommen.
    Griechenland bleibt Schlusslicht beim Anstieg des Konsums“ – Und das ist gut so! Es lebe die Subsidiarität, der Tauschhandel und die nachbarschaftliche Solidargemeinschaft. Fuck the EU-Binnenmarkt!

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