Einheitssteuer könnte auch für Griechenland funktionieren

27. Mai 2018 / Aufrufe: 430

Ein einheitlicher Steuersatz anstatt eines gestaffelten Steuersystem könnte für Italien und entsprechend auch Griechenland durchaus funktionieren.

Der Einheitssteuersatz? Und doch kann er die Lösung für Italien (und dann wohl auch für Griechenland) darstellen.

Theoretisch kann seine Einführung zu einem ernsthaften Verlust von Einnahmen für die Regierung führen. Wenn uns jedoch die Erfahrung und Osteuropas etwas sagt, könnte auch Italien dort angelangen, mehr Steuern zusammenzutragen, trotz der historischen nationalen Unzuverlässigkeit bei ihrer Entrichtung„, schreibt Leonid Bershidsky bei Bloomberg.

Einheitssteuer brachte Russland größeres Wachstum und mehr Steuern

Allein der riesige Umfang der Steuerhinterziehung (bei einer auf zwischen 16,5 und 38,6 Mrd. Euro jährlich, also bis zu 19,8% des BIP veranschlagten Schattenwirtschaft, gegenüber 10,4 des deutschen oder 9,4 des englischen BIP) weist dies darauf hin, dass die Einheitssteuer in Italien (und wie gesagt auch Griechenland) das Resultat haben kann, das es in Russland hatte, als die einheitlichen 13% das gestaffelte Steuersystem ersetzte:

2002, also in dem Jahr nach der Einführung der Einheitssteuer, wuchs die Wirtschaft in realen Terms um 5%. Zur selben Stunde stiegen die Steuereinnahmen um über 25% an.“ Ein – sei es auch gemäßigterer – Anstieg wurde auch in Bulgarien nach der Einführung der Einheitssteuer (10%) im Jahr 2008 verzeichnet.

Und wie erklärt sich das? „Der Vorteil der niedrigen Einheitssteuer ist, dass die Menschen sie bereitwillig zu zahlen tendieren, weil sie diese ohne die Hilfe von Beratern und Buchhaltern zu entrichten vermögen. Geringere Steuern führen im weiteren Verlauf zu einem größeren Konsum und daher zu mehr Einnahmen aus der MwSt.

Populistische Regierung sind nicht zwangsweise fiskalisch katastrophal

Bershidsky betont aber auch etwas anderes. Wie Polen und Ungarn zeigen (das öffentliche Defizit ist in der Epoche von Kaczyński und Orbán reduziert worden), haben die populistischen Regierungen ein starkes Motiv für die Beitreibung der Steuern: Sie müssen die Wahlversprechen bezüglich des Sozialstaates erfüllen, die sie an die Macht brachten.

Daher ist eine populistische Regierung für die öffentlichen Finanzen nicht zwangsläufig katastrophal. Nicht jedoch auch für die Demokratie, oder?

(Quelle: protagon.gr, bloomberg.com)

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