Griechenlands Finanzierungsbedürfnisse sind handhabbar

27. April 2018 / Aufrufe: 401
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Laut dem leitenden Ökonom des ESM sind Griechenlands Finanzierungsbedürfnisse angesichts der sichergestellten niedrigen Kreditzinsen handhabbar.

Mit seiner Finanzierung durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) stellt Griechenland für viele Jahre niedrige Zinssätze sicher, so dass seine Finanzierungsbedürfnisse handhabbar sind, erklärte der Chefökonom des ESM, Rolf Strauch.

In einem Artikel in der Zeitschrift Eurofi versicherte Rolf Strauch, die Normalisierung der Währungspolitik seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) beinhalte für kein Land der Eurozone eine unmittelbare Gefahr für die Tragfähigkeit der Verschuldung.

Länder mit hoher Verschuldung müssen fiskalische „Polster“ bilden

Angesichts des Konjunkturergebnisses und der Struktur der Verschuldung stellt die Normalisierung der Politik für kein Land der Eurozone eine unmittelbare Gefahr für die Tragfähigkeit dar. Viele Länder nutzten die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre um die Tilgungsdauer ihrer Verschuldung zu prolongieren. Folglich werden die Änderungen in der Währungspolitik nur schrittweise zu erhöhten Zinskosten führen„, führt Rolf Strauch an.

Jedoch ist es – wie er anmerkte und betonte – nötig, dass wir aus der Vergangenheit lernen und den notwendigen Raum einer Politik zur Bewältigung von zukünftigen Perioden eines schwächeren Wachstums zu schaffen. „Die Länder mit hohen Verschuldungsniveaus, einem niedrigen langfristigen potentiellen Wachstumsrhythmus und die kleinen Wirtschaften mit hohen Schwankungen in ihrer Produktion müssen fiskalische ‚Polster‘ schaffen, um eine fiskalische Anspannung in zukünftigen Rezessionen zu vermeiden.

(Quelle: insider.gr)

  1. Alfons
    27. April 2018, 16:24 | #1

    Der Vorschlag von Strauch „fiskalische ‚Polster'“ zu schaffen ist typisch ESM und für die EU gefährlich.
    Erstens fällt es ja gerade diesen kleinen Wirtschaften schwerer als den großen, Polster zu bilden. Letztere haben auch deutlich mehr Spielraum für das in den EU-Verträgen vereinbarte Ziel eines Wohlstands für alle (und nicht nur für die Gläubiger).
    Zweitens verändert sich ohne Leistungsbilanzausgleich innerhalb der EU („Überschussrecycling“, so Varoufakis) im ungleichen Kräfteverhältnis gar nichts, weil die Schulden des einen immer die Forderungen des anderen sind. Hier ist nur die Frage, wer auf welcher man Seite steht.
    Drittens fehlt – nicht zufällig – bei Strauch überhaupt jegliche Regelung zu Überschüssen, wodurch die Kluft zwischen Nord und Süd in der EU nur immer tiefer werden kann. Denn die starken EU-Wirtschaften (bes. Deutschland) bilden ihre Überschüsse gewissermaßen doppelt: Durch Exportüberschüsse und durch die Kredite für die Defizitstaaten, um die Waren / Leistungen der Überschussländer importieren zu können. Der Haken ist nur, dass auch in den Überschussländer hauptsächlich nur die profitieren, die sowie so zu den wirtschaftpolitischen „Machern“ gehören, also durch eine Schuldenbremse Verluste sozialisieren und Gewinne ausschließlich privatisieren wollen. In sofern sind niedrige Löhne in Deutschland und wachsende Verarmung in Griechenland Ausdruck der selben Logik – eben der Logik des ESM.

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