Warum hält die Türkei Griechenlands Offiziere wirklich fest?

7. März 2018 / Aktualisiert: 18. Mai 2018 / Aufrufe: 810

Die türkische Zeitung Sabah bringt die Festnahme zwei griechischer Militärs mit der Zurückdrängung illegaler Immigranten in Zusammenhang.

Die regierungsfreundliche türkische Zeitung Sabah gibt der Festnahme der beiden griechischen Militärs, die seit dem 01 März 2018 in der Türkei inhaftiert sind, eine andere Optik.

Wie die türkische Zeitung schreibt, verbirgt sich hinter dem Vorfall wahrscheinlich keine Spionage (wie sich etliche türkische Medien zu verbreiten sputeten), sondern die intensive Aktivität der griechischen Grenzschützer, rechtswidrig aus der Türkei kommende Immigranten aufzuhalten oder sie sogar zurückzudrängen (Push-Back), welche Taktik gemäß dem europäischen und internationalen Recht illegal ist.

Verletzung des Flüchtlingsabkommens zwischen EU und Türkei

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Pro Asyl veröffentlichen seit geraumer Zeit Vorfälle gesetzwidriger, zum Teil auch mörderischer Push-Back-Aktionen der griechischen Küstenwacht„, schreibt die türkische Zeitung. „In letzter Zeit haben die türkischen Massenmedien über viele Fälle solcher Zurückdrängungen durch griechische Militärs an den gemeinsamen Grenzen geschrieben. Ankara ist über all das sehr erbost.

Die Sabah bezieht sich auf einen Vorfall in der letzten Wochen mit 29 Flüchtlingen hauptsächlich arabischer Herkunft, die von türkischen Sicherheitskräften auf einer kleinen Insel im Evros-Fluss unter Umständen polarer Temperaturen gerettet wurden. Die Flüchtlinge erzähltem dem Redakteur der türkischen Zeitung, dass sie nach der illegalen Überschreitung der Grenze von der griechischen Polizei festgenommen wurden und vermummte Männer sie im weiteren Verlauf zurückzukehren zwangen und sie schwimmend auf einer kleinen Insel im Evros ankamen. Einer der Flüchtlinge – der Libyer Mustafa Belkacem – berichtete, dass die Griechen sie schlugen, ihnen die Mobiltelefone wegnahmen und sie hungrig ließen, drei andere hätten nicht geschafft, die Insel zu erreichen, und „verschwanden“.

Laut der Sabah drängte Griechenland im vergangenen Jahr rund 4.000 illegal eingetroffene Flüchtlinge in die Türkei zurück. „Diese Taktik verletzt das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei, gemäß der Griechenland Flüchtlinge legal in die Türkei zurückschicken kann und die EU im Gegenzug eine gewisse Anzahl Syrer aus der Türkei aufnimmt.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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