Vorteile separater Steuererklärungen in Griechenland

13. März 2018 / Aufrufe: 279

Wann in Griechenland für Ehepaare die Abgabe gemeinsamer oder separater Erklärungen zur Einkommensteuer vorteilhaft ist.

Im kommenden Monat und konkret nach Ostern 2018 wird die Öffnung des elektronischen Portals des TAXISnet erwartet, das die diesjährigen Steuererklärungen von mehr als 6 Millionen Haushalten annehmen wird.

Ein in Griechenland jüngst verkündetes Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts (StE) öffnete allerdings den Weg für die Abgabe getrennter Steuererklärungen der Eheleute (siehe Separate Steuererklärung in Griechenland).

Vorteile separater Steuererklärungen in Griechenland

Die zuständigen Dienststellen der „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) studieren jedoch das Urteil noch, bevor sie zu Vorschlägen an die politische Führung bezüglich einer Änderung der geltenden Bestimmungen kommen werden.

Bisher waren in Griechenland im Regelfall Ehepaare grundsätzlich zur Abgabe einer gemeinsamen Steuererklärung verpflichtet, wogegen es allen, die eine Lebensgemeinschaftsvereinbarung unterschrieben haben, zu wählen frei steht, ob sie eine gemeinsame Steuererklärung abgeben wollen oder nicht.

Laut den Steuertechnikern ist die Abgabe separater Steuererklärungen hauptsächlich für all jene von Vorteil, die eine Steuerrückzahlung (zu erwarten) haben, diese jedoch schließlich „verlieren“, weil sich für den anderen Ehepartner eine Steuerschuld ergibt oder einer der beiden Gatten fällige Verbindlichkeiten (an den Fiskus) hat und der andere deswegen keine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bekommen kann, solange die Schuld des Ehepartners nicht geregelt beziehungsweise zumindest „reguliert“ wird.

Vorteile gemeinsamer Steuererklärungen in Griechenland

Die gemeinsame Steuererklärung ist für Ehepaare in folgenden Fällen vorteilhaft:

  • Einer der beiden gerät in die „Zange“ der sogenannten Lebensführungsindizien bzw. gemutmaßten Einkommen. In diesem Fall kann der andere Ehepartner die sich ergebende Differenz (zwischen dem realen und fiktiv festgestellten Einkommen des anderen) mit seinen eigenen Einkommen abdecken, damit der andere nicht belastet wird (siehe auch Fallen der Überbesteuerung 2018 in Griechenland).
  • Einer der beiden deckt nicht den erforderlichen Betrag mit Plastik- oder elektronischem Geld verwirklichter Ausgaben ab, die den Einkommensteuer-Freibetrag sicherstellen. Wird der erforderliche Betrag an Ausgaben von einem beliebigen der beiden Eheleute gedeckt, wird bei der Abrechnung der eventuell überschüssige Betrag an den anderen Ehepartner übertragen, damit dieser gegebenenfalls den geforderten Betrag seiner Ausgaben abdeckt.

Derzeit werden in Griechenland bei der Abrechnung der Steuererklärung der Gatten die Einkommensteuer, Gebühren und Abgaben auf das Einkommen eines jeden der Eheleute separat berechnet, wobei eventuelle Verluste beim Einkommen des einen Ehepartners nicht mit den Einkommen des anderen Ehepartners verrechnet werden. Die sich aus der Abrechnung ergebende Einkommensteuer wird, nachdem die entsprehende „Bereinigung“ vorausgegangen ist, bei der die Steuern zwischen den Eheleuten miteinander verrechnet worden sind, auf den Namen des Ehemanns festgestellt.

Beispiel: Für den Ehemann ergibt sich eine zu zahlende Steuer, für die Ehefrau dagegen eine Steuerrückzahlung. Die beiden Beträge werden miteinander verrechnet und es ergibt sich der Endbetrag aus der Abrechnung der Steuererklärung.

Wenn die Eheleute ihre Verbindlichkeiten trennen wollen, können sie dies tun, indem sie einen Antrag an das Finanzamt stellen. Konkreter kann auf Antrag des einen Ehepartners die Trennung der geschuldeten Beträge in zwei separate (Steuer-) Bescheide verlangt werden, damit die geschuldeten Raten sich auf die Einkommen eines jeden Ehepartners beziehen und nicht gemeinsam entrichtet werden. So hat jeder Ehepartner die Möglichkeit, ohne vorherige Verrechnung der steuerlichen Resultate das zu entrichten, was ihm entspricht.

Ebenfalls wird Ehepaaren die Möglichkeit geboten, dass auf Antrag die dem einen der Ehepartner zustehende Steuerrückzahlung nicht mit den Schulden des anderen Ehepartners verrechnet wird.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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