Mehr Touristen ließen weniger Geld in Griechenland

27. März 2018 / Aktualisiert: 31. März 2018 / Aufrufe: 1.391

In Griechenland herrscht Nachdenklichkeit über den Tourismus, da zwar die Anzahl der Besucher zunimmt, diese jedoch weniger Geld im Land lassen.

Griechenland wurde im Januar 2018 hauptsächlich für Deutsche und Franzosen zu einem Anziehungspol, die Angaben über die touristischen Einnahmen verbreiteten jedoch Enttäuschung, da sie geringere Einkünfte als in den entsprechenden Monaten der beiden Vorjahre zeigen.

Konkret gestalteten die Einnahmen sich im Januar 2018 auf 153,1 Mio. Euro, gegenüber 157,8 Mio. Euro im Januar 2017 und 168,8 Mio. Euro im Januar 2016. Der Hauptgrund liegt darin, dass die durchschnittliche Ausgaben pro Reisenden auf die sehr niedrigen Niveaus von 252 Euro „abstürzten“, gegenüber 301,2 Euro im vergangenen Jahr und 298,7 Euro im vorvergangenen Jahr.

Mehr Touristen mit kleineren Portmonees

Das Bild der Einnahmen überschattet das Bild der Ankünfte von Besuchern und verstärkt die Ansicht, dass zwar mehr Touristen nach Griechenland kommen, jedoch mit viel „kleineren“ Portmonees. Insgesamt gestaltete sich der eintreffende Reiseverkehr im Januar 2018 auf 604.000 Besucher und präsentierte im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2017 einen Anstieg um 16%.

Spezieller nahm der Reiseverkehr aus Deutschland um 21,7% zu und gestaltete sich auf 62.000 Reisende, während das Aufkommen aus Frankreich um 22,1% anstieg und sich auf 8.000 Reisende gestaltete. Der Reiseverkehr aus Großbritannien ging dagegen um 4,2% zurück und gestaltete sich auf 35.000 Reisende. Hinsichtlich der Länder außerhalb der EU-28 wiederum zeigte der Reiseverkehr aus Russland einen Rückgang um 84,8% und gestaltete sich auf 2.000 Reisende, während die Ankünfte aus den USA um 9,4% anstiegen und sich auf 22.000 Reisende gestalteten.

Diese Entwicklungen hatten zum Resultat, dass sich im Januar 2018 der Überschuss der Reise-Bilanz auf 14 Mio. Euro gestaltete, gegenüber 13 Mio. Euro im entsprechenden Monat des Vorjahrs. Die Netto-Einnahmen aus der Erbringung von Reiseservices glichen 0,7% der Waren-Bilanz aus und trugen mit 4,7% zur Summe der Netto-Einnahmen aus Dienstleistungen bei.

(Quellen: iefimerida.gr, dikaiologitika.gr)

  1. Stavros-Schweiz
    27. März 2018, 22:52 | #1

    Allinclusive und private Vermiter über ausländische Internetforen treiben die Renditen ganz einfach in den Keller!
    Es ist ja zum Lachen, wenn man die Preisangebote der Privaten genau (nach-) rechnet! Und genau zu Rechnen ist ja die Kunst! Praktisch sämtliche Hotels mit Frühstück sind günstiger als die privaten Phantasten! Und meistens haben die Privaten vergessen, Flug und Beförderung der Gäste zu organisieren. Sie sind NUR auf einen schnellen (eventuell möglichen) Profit aus. Die Überraschung kommt dann Ende Saison: Lies doch in dieser guten Information das Treiben der Banken mit den Konkursen der Immobilienbesitzer. Geht Dir da ein Licht auf? Darum hüte Dich vor den ÜBERRASCHUNGEN. Bleib‘ auf dem Boden und der ehrliche, (gast-) freundliche Grieche.

  2. moppel
    27. März 2018, 22:55 | #2

    Das Phänomen ist zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, dass immer mehr Leistungen bereits im Ausland (mit-) gebucht und folglich dort bezahlt werden (neben „all inclusive“ / Pauschalreisen auch Führungen, Mietwagen, Rundreisen, Tavernenbesuche etc. pp.).

    Dagegen fällt kaum ins Gewicht, ob und wie viel Geld vor Ort individuell beispielsweise in Läden, Restaurants, Tavernen und wo sonst noch ausgegeben wird, da solche Aufwendungen in dem konkreten Rahmen eh nicht zu Buche schlagen – und zwar unabhängig davon, ob sie regulär „quittiert“ werden oder nicht.

    Schließlich sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in Griechenland auch Touristen explizit verpflichtet sind, für jede Zahlung einen Beleg zu verlangen, und sich anderenfalls strafbar (!) machen; hahahaha …

  3. MK
    31. März 2018, 17:29 | #3

    Durchschnittsbetrachtungen sind toll, wenn man die Zahlenwerte, die dahinterstecken genauer angibt. In dem Fall gibt es den Hinweis, dass „der Reiseverkehr aus Russland einen Rückgang um 84,8% und gestalteten sich auf 2.000 Reisende“ erheblich geringer geworden ist.
    Es ist zu vermuten, dass die Kunden, die da fehlen, zur russischen Oberklasse gehört haben, die wesentlich mehr ausgeben als der typische Pauschaltourist aus Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien. So etwas drückt natürlich die Durchschnittswerte ganz erheblich. Da müsste sich die griechische Tourismusbehörde mal Gedanken machen, warum so viel weniger Russen gekommen sind. An der griechischen Regierung, die bekanntlich sehr Russlandaffin ist, kann das ja schlecht liegen. Weniger Flüge Russland – Zypern, nachdem die Offshore-Konten dort nicht mehr sicher sind?

  4. Team
    31. März 2018, 21:39 | #4

    @MK
    Hat sich in Deutschland immer noch nicht herumgesprochen, dass Zypern seit 1960 ein unabhängiger Staat ist?

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